Sechs Warnzeichen für eine kranke Prostata – HARNDRANG, EREKTIONSPROBLEME, BLUT

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Die Prostata – pflaumengroß im gesunden Zustand, unterhalb der Harnblase, umschließt einen Teil der Harnröhre. Sie produziert ein Sekret, das Teil des Spermas ist und eine mögliche Befruchtung unterstützt. 

Fast jeder Mann hat im Laufe seines Lebens Probleme mit ihr. In Deutschland sind ca. elf Millionen Männer von einer gutartigen Prostatavergrößerung betroffen, ab dem 70. Lebensjahr leiden rund 40 Prozent daran. Prostatakrebs zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Männern. Aber wenn die Erkrankung durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen frühzeitig erkannt wird, ist sie in vielen Fällen gut therapierbar. In Deutschland haben alle Männer ab 45 Jahren einen Anspruch auf jährliche Früherkennungs-Untersuchungen.

Ist Ihre Prostata krank? Diese sechs Warnzeichen sollten Sie aufhorchen lassen! 

1. Beschwerden beim Wasserlassen

Wenn die Prostata so vergrößert ist, dass sie die Harnröhre einengt, kommt es zu Beschwerden beim Wasserlassen: dünner Harnstrahl, unterbrochenes Wasserlassen, mehrere Versuche nötig, um die Blase zu leeren. Dazu kann ein Völlegefühl der Blase auftreten und ununterbrochener Harndrang. Im schlimmsten Fall kann es zu Nierenversagen kommen.

► Gegen die Prostatavergrößerung können Medikamente, eine Operation oder eine Lasertherapie zum Einsatz kommen.

2. Harnwegsinfektion

Eine ausgeprägtere Prostatavergrößerung (Prostatahyperplasie) kann zur sogenannten Restharnbildung führen: Die Blase kann nicht mehr vollständig entleert werden, es bleibt eine gewisse Menge Urin zurück. Die Folge: Im Restharn können sich Keime vermehren und so einen Harnwegsinfekt begünstigen.

Sechs Warnzeichen für eine kranke Prostata

3. Blut im Urin oder Sperma

Blut kann ein Hinweis auf eine Prostatavergrößerung, aber auch Krebs sein. Während im Anfangsstadion einer Prostatakrebs-Erkrankung häufig keine Symptome auftauchen, da der Turmor nur langsam wächst, kann eine spätere Metastasenbildung Beschwerden verursachen.
Wodurch genau der Krebs entsteht, ist bislang nicht vollständig geklärt. Ein Hormonungleichgewicht und eine familiäre Vorbelastung begünstigen jedoch die Entstehung.

► Bei Männern über 75 Jahren, die sehr kleine Prostatakarzinome haben, wird der Verlauf der Krankheit zunächst beobachtet. Dafür wird regelmäßig der PSA-Wert im Blut der Betroffenen gemessen, die Prostata abgetastet und evtl. Gewebeproben entnommen. Ist der Krebs im vorangeschrittenen Stadium, sind Operation, Bestrahlung, Hormon- oder Chemotherapie die gängigen Therapieformen.

4. Erektionsprobleme

Ein Tumor kann die Nerven, die neben der Prostata verlaufen, beeinflussen bzw. einklemmen und so zu Erektionsproblemen führen. Bei sexueller Erregung werden vom Gehirn Signale, die über Nervenbahnen durch Rückenmark, Prostata, Harnröhre und Penis führen, gesendet, die schließlich die Vergrößerung der Schwellkörper im Penis auslösen. Sind die Nervenbahnen gestört, hat dies Auswirkungen auf die Erektion, Potenzprobleme sind die Folge.

5. Schmerzen beim Orgasmus

Neben Harndrang können Schmerzen beim Orgasmus auf eine chronische bakterielle Prostataentzündung (Prostatitis) hinweisen. Die Prostata kann sich entzünden, wenn Bakterien oder andere Keime aus dem Urin in das Prostatagewebe eindringen und dort eine Infektion auslösen. Die chronische Prostatitis entwickelt sich in der Regel als Komplikation einer akuten Prostataentzündung – etwa wenn trotz Behandlung einige Bakterien in der Prostata zurückbleiben.

► Eine länger andauernde Antibiotika-Therapie (ein bis drei Monate) ist bei einer chronischen Entzündung notwendig. Die mit Bakterien befallenen Prostataregionen und Prostataverkalkungen sind mit Antibiotika schwer erreichbar – das erschwert die Therapie. Kehren die Entzündungen immer wieder, ist eine Ausschälung der Prostata durch eine Operation nötig, durch die das gesamte entzündlich veränderte Gewebe entfernt wird.

6. Blasensteine

Durch eine Prostatavergrößerung kommt es zur Verengung der Harnröhre. Im weiteren Verlauf ist eine Restharnbildung möglich. Besiedeln Krankheitskeime den Restharn in der Blase, können auch Blasensteine mit einer fortgeschrittenen Prostatavergrößerung einhergehen. Dazu können starke Schmerzen beim Wasserlassen, Fieber und Schüttelfrost auftreten.

► Kleinere Blasensteine gehen meist von selbst mit dem Urin ab, Medikamente (z.B. Alpharezeptorenblocker) können dabei helfen. Außerdem wichtig: viel trinken. Scheiden die Blasensteine nicht von selbst aus – etwa weil die Harnsteine zu groß sind – gibt es verschiedene Therapie-Optionen, z.B. eine Stoßwellentherapie.

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