Leber entschlacken mit „Detox“ Getränken?

Unsere Leber ist wichtig, um Giftstoffe abzubauen. Doch müssen wir sie dabei unterstützen? Im Handel werden viele Möglichkeiten angeboten, um die Leber zu „entgiften“ oder zu „entschlacken“. Was steckt dahinter?

Unsere Leber

Die Leber ist das größte und wichtigste Organ unseres Stoffwechsels.

Im Normalzustand wiegt sie bei einem Erwachsenen bis zu 1,5 kg. Sie hat die wichtige Aufgabe, alle für den menschlichen Körper wesentlichen Nährstoffe – also Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette – ab- und aufzubauen, sowie ineinander umzuwandeln.

Dadurch werden die Nährstoffe dem Körper zur Verfügung gestellt. So wird beispielsweise der Blutzuckerspiegel konstant gehalten, auch wenn die Zufuhr mit der Nahrung sinkt und der Bedarf des Körpers steigt.

Die Leber sorgt dann mit ihrem Glykogenspeicher für den Ausgleich: Als Speicherorgan kann sie auch Überschüsse an Nährstoffen speichern und bei Nährstoffmangel wieder zur Verfügung stellen. Als großer Reinigungsfilter filtriert sie alle Gifte und Schadstoffe aus unserem Blut und baut diese ab.

Lebernetgiftung und -reinigung

„Gift“ für unsere Leber

Was die Leber gar nicht mag ist Alkohol, Zucker, Farbstoffe, Konservierungsmittel, Pflanzenschutzmittel, Geschmackstoffe undandere Produkte aus Chemielabors, die in natürlichen Lebensmitteln nichts verloren haben!

Unterstütze deine Leber zusätzlich damit, ihr möglichst unbelastete Lebensmittel zu bieten, also möglichst Bio-Lebensmittel, aus dem eigenen Garten oder wenigstens gründlich und lauwarm gewaschen und geschält, um die Schadstoffbelastung konventioneller Lebensmittel zu minimieren.

Auch bei Medikamenten solltest du Rücksicht auf deine Leber nehmen, auch frei verkäufliche Arzneimittel sind nicht gerade leberfreundlich! So wirkt das beliebte Schmerzmittel Paracetamol schädlich auf die Leber. Wenn du also Kopfschmerzen unbedingt mit Medikamenten lindern möchtest, greife nicht zu Paracetamol, sondern beispielsweise zu Aspirin.

Gift in unserem Körper

Man sagt, dass menschliche Körper nach dem Tod eigentlich Sondermüll seien, da sich in ihnen zu viele Schadstoffe und Gifte ansammeln. Ist das wahr?

Das kommt nun ganz darauf an, wie der Mensch gelebt hat. Die Leber ist keinesfalls in der Lage, wirklich alle Gifte und Schadstoffe vollständig abzubauen, viele davon sammeln sich besonders im Fettgewebe an.

Auch im Knochengewebe sammeln sich giftige Stoffe, Rückstände von Medikamenten, Schwermetalle und andere Schadstoffe aus Nahrung und Umwelt an.

Da diese Stoffe fest in unser Körpergewebe eingelagert werden, ist es nahezu unmöglich, sie wieder zu mobilisieren und „auszuschwemmen“. Es gilt also, sich stets darum zu kümmern, möglichst wenig Gift- und Schadstoffe aufzunehmen.

Dazu zählt nicht nur die Nahrung, sondern auch die Belastung mit Chemikalien durch Kosmetika, Medikamente und Umweltbelastungen – auch z.B. durch giftige Farbstoffe, Lösungsmittel etc. in der eigenen Wohnung!

Leber

Was bedeutet „Entschlacken“?

Schlacken entstehen grundsätzlich bei der Verbrennung, bei der Verhüttung von Erzen oder bei Vulkanausbrüchen.

In unserem Körper finden auch Verbrennungsprozesse statt, die aber biologischer Natur sind. Somit entstehen hier auch keine Schlacken.

Unser Körper ist mit Leber, Niere und Darm bestens ausgestattet, Schadstoffe auch ohne „Entschlackungskur“ auszuscheiden. Für alle von Befürwortern der „Entschlackung“ angeblichen Wirksamkeitsbeweise gibt es wissenschaftsmedizinische Erklärungen, die jedoch nichts mit dem Entschlacken selbst zu tun haben.

Das Argument der Entschlackung wird meist nur deshalb angeführt, um zweifelhafte Heilmittel oder Methoden gewinnbringend zu verkaufen oder um das eigene ungesunde Verhalten mit „Entschlackungskuren“ zu rekompensieren.

In der Medizin existiert der Begriff der „Entschlackung“ nicht, er stammt aus der Naturheilkunde und ist nur mündlich überliefert. Selbst in den Leitlinien des Heilfastens wird er nicht erwähnt. „Entschlackende“ Säfte, Kuren und Anwendungen beruhigen in erster Linie nur dein Gewissen und nicht deine Leber.

Leber schonen statt entschlacken

Eigentlich ist es ganz einfach, die Leber gut zu behandeln: wenig Fett, kein Alkohol, keine Schadstoffe.

Schadstoffe können Umweltgifte sein oder auch Rückstände von Pestiziden, Herbiziden oder Fungiziden in deiner Nahrung. Daher kaufe Lebensmittel immer aus gesicherter Herkunft, je natürlicher und unverarbeiteter, desto besser!

Mache einige Tage eine Alkoholpause, das tut auch deinen anderen Organen mehr als gut!

Wichtig: Trinke immer ausreichend dazu! Am besten kalorienfreie Getränke wie Mineralwasser oder Kräutertee.

Bereits im Gewebe fest eingelagerte Gift- und Schadstoffe sind nicht durch Kuren, Drinks und sonstige Mittel zu entfernen. Wenn du bis jetzt einen schlechten Lebensstil mit hoher Schadstoffbelastung geführt hast, bleibt dir nur eins: ab jetzt wird alles anders!

Nicht nur deine Leber, auch andere Organe und Körperfunktionen werden es dir danken, denn heute weiß man: Viele Gesundheitsprobleme sind unter anderem auf hohe Schadstoffbelastung zurückzuführen. Weil „entgiften durch entschlacken“ nicht möglich ist, beuge ab jetzt vor, dass du gar nicht „entgiften“ oder „entschlacken“ musst!

1,143 total views, 2 views today