Falsche Mythen über Diabetes, die du vergessen solltest

Wenn Diabetes diagnostiziert wird, muss eine komplette Ernährungsumstellung erfolgen, was für viele Betroffene sehr schwierig ist.

Auf verschiedenste Nahrungsmittel zu verzichten kann sehr frustrierend sein, doch wer Komplikationen vermeiden möchte, muss die Ernährung strengstens kontrollieren.

Auch ohne Diabetes ist die Ernährung ein wichtiges Thema und die Versuchungen sind groß. Doch wenn eine Krankheit dazu kommt, wird alles noch viel schwieriger.

Es handelt sich um eine chronische Erkrankung, von der weltweit 8,5% der erwachsenen Bevölkerung betroffen sind. Es gibt darüber viele falsche Mythen, die man einfach ignorieren sollte. Darum geht es in unserem heutigen Beitrag.

Diabetes Typ I und Typ II sind gleich

Messgerät und Insulinspritze für Diabetes

Viele glauben, dass Diabetes Typ I und Typ II vergleichbar oder sogar ein und dasselbe sind. Die Behandlung und Vorgehensweise sind grundverschieden. Nicht immer werden dieselben Arzneimittel benötigt.

Ein Irrtum kann katastrophale Folgen haben.

Um den Unterschied zwischen beiden zu verstehen, solltest du einige wichtige Punkte kennen:

  • Diabetes Typ I bedeutet, dass der Körper kein Insulin produziert. Jeder benötigt Insulin. Dieses Hormon wird von der Bauchspeicheldrüse produziert. Es hilft unseren Zellen, Glucose bzw. Zucker aus dem Blut aufzunehmen. Diabetes Typ I ist eine Autoimmunerkankung, bei der unser Organismus fälschlich die Zellen der Bauchspeicheldrüse, die Insulin produzieren, angreift, so dass sie absterben.
  • Bei Diabetes Typ II wird noch Insulin produziert, jedoch nicht genügend oder das Insulin wird mangelhaft genutzt. Wenn unser Körper nicht in der Lage ist, das Insulin korrekt zu verwenden, entsteht eine Insulinresistenz. In diesem Fall kann es sein, dass unser Organismus eine kleine Hilfe benötigt.

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Die betroffene Person benötig unbedingt Insulin

Die Behauptung, dass bei Diabetes immer Insulin erforderlich ist, ist falsch.

Bei Diabetes Typ I wird immer Insulin benötigt. Bei Typ II benötigen nur 30% der Betroffenen Insulin. Hier können auch orale Arzneimittel helfen, die den Blutzuckerspiegel verringern und eine Erhöhung des Insulins im Körper fördern.

Beide Diabetes-Arten sollten zusätzlich zu anderen Maßnahmen mit regelmäßigem Sport und einer dementsprechenden Ernährung behandelt werden, um den Blutzuckerspiegel innerhalb der angebrachten Werte stabil zu halten.

Bei Typ II sind in manchen Fällen Arzneimittel nicht nötig, wenn gesunde Lebensgewohnheiten (korrekte Ernährung und ausreichend Bewegung) eingehalten werden. Bei Typ I wird außerdem Insulin lebenslänglich benötigt.

Kohlenhydrate sind Tabu

Brot und Pasta bei Diabetes

Dem ist auf keinen Fall so. Bei Diabetes sollten Kohlenhydrate in geringen Mengen und kontrolliert eingenommen werden. Ganz darauf zu verzichten ist falsch.

Deshalb ist es grundlegend, einen Ernährungsberater aufzusuchen, damit dieser einen individuellen Ernährungsplan erstellt.

Ab und zu eine kleine Gaumenfreude ist kein Problem, solange du dich täglich an die empfohlene Ernährung hältst und auf gesunde Lebensgewohnheiten achtest.

Wer jedoch ungesunde Ernährungsgewohnheiten nicht ablegt, riskiert damit Konsequenzen, die nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Synthetische Kohlenhydrate und Kohlenhydrate mit niedrigem Nährwert sollten vermieden werden:

  • Brot
  • Zucker
  • Süßstoffe
  • Erfrischungsgetränke
  • Süßigkeiten, Backwaren

Ballaststoffreiche Kohlenhydrate, wie Hülsenfrüchte, Kürbis oder Kartoffeln sind empfehlenswert. Sie verlangsamen die Verdauung und helfen, die Blutzuckerwerte stabil zu halten.

Zu viel Zucker verursacht Diabetes

Auch dieser Mythos ist weit verbreitet. Viele wissenschaftliche Studien haben bewiesen, dass Zucker diese Erkrankung nicht auslöst.

Bei Typ I müssen die Gründe noch weiter erforscht werden. Klar ist, dass die zuständigen Zellen der Bauchspeicheldrüse von unserem Körper angegriffen werden und nicht mehr funktionieren.

Bei Typ II kann eine familiäre Vorgeschichte, das Gewicht oder die Anpassung des Körpers an verschiedene Lebensgewohnheiten ausschlaggebend sein.

Nicht alle Zuckerstoffe sind gleich. Fruktose, die in Obst enthalten ist, ist weniger schädlich, als raffinierter Zucker.

 

Diabetes ist keine schwere Erkrankung

Fuß durch Diabetes geschädigt

Wir sprechen von einer ernsthaften Erkrankung, dies ist wahr. Die Folgeerscheinungen bei Unachtsamkeit, das heißt bei ungesunden Lebensgewohnheiten, unkontrollierter Ernährung, Auslassen der Arzneimittel bzw. der Insulinspritzen, können verheerende Folgen mit sich bringen, die du, um deine Lebensqualität bzw. dein Leben zu schützen, kennen solltest:

  • Herzerkrankungen
  • Hirnblutungen
  • Amputationen
  • Blindheit
  • Nierenerkrankung

Dies sind nur einige Folgeerscheinungen, die durch Unachtsamkeit entstehen können, weil geglaubt wird, dass diese Krankheit nicht tödlich ist. Gesunde Lebensgewohnheiten sind Gewöhnungssache aber nicht unmöglich und besonders bei Diabetes lebensnotwendig.

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