Anzeichen für eine Laktoseunverträglichkeit, die du noch nicht kennst

Lebensmittelunverträglichkeiten gibt es schon seit Menschen Milch, Getreide und Hülsenfrüchte essen, es handelt sich nicht um eine neue Modeerscheinung. 

Heute geht es um die Anzeichen einer Laktoseunverträglichkeit, die darauf hinweisen können, ob man Milch korrekt verdauen kann oder nicht.

Was ist eine Laktoseunverträglichkeit?

Frau mit Laktoseunverträglichkeit

Menschen mit einer Laktoseunverträglichkeit leiden nach dem Verzehr von Milch oder Milchprodukten an Beschwerden, da es ihnen an jenem Enzym mangelt, das für die Verdauung von Laktose (Milchzucker) notwendig ist.

Dadurch fermentiert die Milch und führt zu Blähungen. Auch Bauchschmerzen, Durchfall oder Kopfschmerzen, Schwindel und chronische Müdigkeit können die Folge davon sein.

Wenn eine Person mit Laktoseintoleranz Milch, Joghurt oder Eis isst, entstehen jedodch keine schweren oder irreversiblen Schäden im Darmtrakt, es handelt sich nur um vorübergehende Symptome.

Viele glauben, an einer Laktoseunverträglichkeit zu leiden, doch die auftretenden Symptome sind in Wirklichkeit auf das übermäßige Bakterienwachstum, Zöliakie oder eine Darmentzündung zurückzuführen.

Genmutationen haben es dem Menschen ermöglicht, auch im Erwachsenenalter Milch zu trinken. Doch manche Menschen produzieren nicht ausreichend Enzyme, um die Laktose aufzunehmen und dann kommt es zu Beschwerden.

Die meisten Patienten leiden an einer primären Laktoseintoleranz. Das bedeutet, dass sie eine Tasse Milch (oder ein Milchprodukt) einnehmen können, ohne sofort an Symptomen zu leiden.

Sie können laktosearme Milchprodukte wählen oder Laktase einnehmen, um Beschwerden zu vermeiden.

Symptome einer Laktoseunverträglichkeit

Symptome einer Laktoseunverträglichkeit

Die Beschwerden treten gewöhnlich nach ungefähr einer halben bis 2 Stunden nach dem Konsum von laktosehaltigen Lebensmitteln auf.

Die Intensität ist bei jeder Person unterschiedlich und hängt auch von der Menge an Laktose ab, die verspeist wurde.

Darüber hinaus spielt dabei natürlich auch eine Rolle, wie viel Laktase vom Organismus produziert wird, das heißt wie groß der Mangel an Laktase ist, falls dieses Enzym überhaupt vorhanden ist.

Die Symptome, die dabei entstehen, sind nicht immer eindeutig. Es können auch Beschwerden sein, die mit anderen Gesundheitsproblemen verwechselt werden, beispielsweise mit Gastroenteritis.

Wichtig ist deshalb, den genauen Zeitpunkt zu beobachten, an dem die Symptome auftreten. Wenn sich nur nach dem Verzehr von Milch, Joghurt, Käse oder anderen Milchprodukten Beschwerden bemerkbar machen, liegt eine Laktoseintoleranz nahe.

  • Durch die Fermentierung der Laktose mithilfe der Darmbakterien entsteht ein sauer riechender Stuhlgang, der bei der Darmentleerung zu Reizungen und Brennen führen kann.
  • Dadurch kann es auch zu einem Blähbauch, Gasbildung und Bauchschmerzen kommen, die noch mehrere Stunden nach dem Verzehr der Milchprodukte anhalten können.
  • Höchst wahrscheinlich haben Blähungen und Stuhl einen sehr starken, unangenehmen Geruch.

 

Durchfall oder Verstopfung können auch auf eine Laktoseintoleranz zurückzuführen sein, da es dadurch zu einer unausgeglichenen Darmflora kommt.

Darüber hinaus sind Krämpfe und Magenkoliken häufige Anzeichen für eine Milchunverträglichkeit.

Kinder oder Jugendliche mit Laktoseintoleranz leiden häufig auch an Übelkeit und Brechreiz. 

Bei einer chronischen, sekundären Laktoseunverträglichkeit, können auch folgende Symptome auftreten:

  • deutlicher Gewichtsverlust
  • perianale Rötung
  • Bauchkrämpfe
  • explosive Stuhlentleerung

Zusätzlich leiden Patienten häufig an Hautproblemen, extermer Müdigkeit und Schmerzen in den Extremitäten.

Wie wird eine Laktoseintoleranz festgestellt?

Frau mit Laktoseunverträglichkeit

Wenn du glaubst, an einer Laktoseintoleranz zu leiden, solltest du einen Facharzt aufsuchen, der dich darauf hin untersuchen kann. Er wird verschiedene Analysen und Tests für eine Diagnose durchführen.

Die häufigsten Untersuchungen sind:

Messung der glykämischen Antwort

  • Zuerst wird eine Blutprobe entnommen, um de anfänglichen glykämischen Wert zu analysieren.
  • Danach erhält der Patient 2 Stunden lang alle 30 Minuten 50 g Laktose (4 Mal).
  • Mit einer weiteren Blutprobe kann die Menge an Glukose im Blut festgestellt werden.

Wenn die Werte gleich sind, ist dies darauf zurückzuführen, dass das Enzym Laktase nicht normal funktioniert.

Doch diese Probe ist wenig spezifisch, da auch andere Krankheiten zu einem veränderten glykemischen Wert führen können, beispielsweise Diabetes.

Wasserstoffatemtest

Kind mit Laktoseunverträglichkeit

Zum genauen Nachweis einer Laktoseintoleranz wird meist dieser Test durchgeführt. Dabei wird der Gehalt von Wasserstoff im Atem gemessen, bevor der Patient eine Milchzuckerlösung trinkt. Danach wird der Atem alle 15 Minuten untersucht.

Wenn Milchzucker nicht richtig verdaut und deshalb in den Darm befördert wird, verwenden Bakterien diesen als Nahrung und produzieren Wasserstoff. 

Wenn im Atem eine gewisse Menge an Wasserstoff vorhanden ist, ist die Wahrscheinlichkeit, an Laktoseintoleranz zu leiden, deshalb relativ groß.

Dünndarm-Biopsie

Es können für die Studie auch Proben über eine Ösophagus-Endoskpie oder eine Magen-Darm-Endoskopie entnommen werden.

Die Gewebeprobe kann dann im Labor untersucht werden, um festzustellen, ob Laktase in der Schleimhaut vorhanden ist oder nicht. 

Saurer Stuhlgang

Diese Untersuchung wird meist bei kleinen Kindern durchgeführt, da die anderen Untersuchungen unangenehm oder riskant sein können.

Gentest

Mit einem Gentest kann festgestellt werden, ob der Patient eine bestimmte Ausprägung des Laktase-Gens besitzt, die zu einer Unverträglichkeit führen kann.

Dafür ist eine Blut- oder Speichelprobe des Patienten ausreichend, um die mit dieser Krankheit assoziierten Polypmorhismen festzustellen.

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