Zeckenstich: So handeln Sie richtig

Ein Zeckenstich kann vorkommen, wenn wir viel in der Natur unterwegs sind – wie jetzt im Sommer. Hier finden Sie die wichtigsten Informationen, erste Ratschläge zum Verhalten bei Zeckenstichen und ausgewählte Links.

Beim Wandern, Spazierengehen oder Herumtoben auf Wiesen: Wer ins Grüne geht, kann ungewollt Bekanntschaft mit Zecken schließen. Auch wenn man viel draußen “in freier Wildbahn” arbeitet, kommt es gelegentlich zu einem Zeckenstich.

Vor allem in hohem Gras, im Laub sowie in Sträuchern, Büschen und im Unterholz befinden sich die Tiere. Beim Vorbeigehen werden sie abgestreift und gelangen so auf den Menschen. Der dann folgende Zeckenstich wird meist gar nicht wahrgenommen.

Die gute Nachricht vorweg

Die Gefahr eines Zeckenstichs sollte Sie nicht beunruhigen. Und Panik wegen möglicher Krankheiten, die dadurch übertragen werden, ist ebenfalls fehl am Platz. Das Robert Koch Institut (RKI) gibt gute Tipps, damit es erst gar nicht zum Zeckenstich kommt:

  • Tragen Sie lange Ärmel und Hosen sowie geschlossene Schuhe
  • Verwenden Sie Abwehrmittel gegen Zecken, sogenannte Repellentien (Akarizide)
  • Suchen Sie nach einem Aufenthalt im Freien den Körper nach Zecken ab
  • Insbesondere Kinder sollten gründlich untersucht werden, wenn sie in der Natur waren

Zecken entfernen: So geht‘s

Setzt sich trotz aller Vorsicht und Schutzmaßnahmen doch eine Zecke auf der Haut fest, ist sie so schnell wie möglich – und vor allem richtig – zu entfernen: Nutzen Sie eine spitze Pinzette, eine Zeckenkarte oder notfalls die Fingernägel. Fassen Sie die Zecke dicht über der Haut, also möglichst nah am Zeckenkopf und nicht an ihrem Körper, und ziehen Sie sie langsam, mit etwas Hin- und Herdrehen oder Rütteln, heraus. Wunde desinfizieren!

Eine Bilderserie zum richtigen Entfernen von Zecken zeigt das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.

Welche Erkrankungen können durch Zecken übertragen werden?

Normalerweise ist die Sache erledigt, wenn die Zecke entfernt wurde. Der Vollständigkeit halber sei hier aber darauf hingewiesen, dass die Möglichkeit zur Krankheitsübertragung durch Zecken besteht. Verschiedene Erreger können so weitergegeben werden; am häufigsten treten die Lyme-Borreliose (Borreliose) und die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) auf.

Die Fragen und Antworten des RKI zu Zecken, Zeckenstich und Infektion bieten einen Überblick zu diesen Themen. Hier nur ein paar Informationen zum Einstieg:

Lyme-Borreliose (Borreliose)

Beruhigend bei dieser Krankheit ist zunächst diese Information des RKI: “Nach einem Einstich dauert es nach derzeitigem Kenntnisstand bis zu ein bis zwei Tagen bis Borrelien übertragen werden.”

Das Dokument  “Zeckenstich – Was tun?” der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) widmet sich zwar speziell dem Umgang mit Zeckenstichen in Kindertageseinrichtungen und Schulen, doch die Einführung zur Borreliose ist für alle Interessierten hilfreich. Findet eine Infektion statt – und das passiert auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet relativ selten – geht dies oft mit allgemeinen Symptomen wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen einher.

Wer sich bei einer Infektion ärztlich behandeln lässt, schließt unerwünschte Folgen wie etwa eine möglicherweise später auftretende, borreliosebedingte Erkrankung aus. Denn bei ordnungsgemäßer Antibiose ist die vollständige Ausheilung der Lyme-Borreliose zu erwarten.

Ein wichtiger Ratschlag:

Es empfiehlt sich, die Stelle des Zeckenstichs etwa mit einem Kugelschreiber zu kennzeichnen. Beobachten Sie die Hautregion sechs Wochen lang. Eine anfängliche Rötung geht innerhalb weniger Tage zurück. Bildet sich erneut eine Rötung oder vergrößert sich die anfängliche Rötung, ist spätestens jetzt eine sofortige ärztliche Behandlung (gegebenenfalls mit Antibiotika) erforderlich. Näheres hierzu finden Sie in einer Patienteninformation über das Vorgehen bei Zeckenstichen.

Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME)

Auch zur FSME bietet die Publikation der DGUV übersichtliche Einstiegsinformationen. Die FSME ist eine Viruserkrankung, die vorwiegend in bestimmten Endemiegebieten vorkommt. Das Virus kann eine Hirnhaut- beziehungsweise Gehirnentzündung auslösen. Grippeähnliche Symptome mit Fieber, Kopfschmerzen und Erbrechen sind Anzeichen einer Erkrankung. Bei diesen Symptomen sollte unbedingt ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden. Eine Karte der FSME-Risikogebiete in Deutschland (Stand: Mai 2016) gibt das RKI heraus. Hilfreich zu diesem Thema ist auch die Übersichtsseite des RKI zu FSME. Auch hier gilt: Beunruhigen Sie sich nicht wegen einer möglichen Ansteckungsgefahr. Auch in FSME-Risikogebieten sind nur wenige Zecken mit dem FSME-Virus infiziert, so das RKI.

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