Zähne bleichen mit Hausmitteln?

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Unschlagbar günstig die Zähne aufhellen, das klingt natürlich verlockend. Auf etlichen Seiten im Internet findet man Haushaltstipps zum Zähnebleichen und auch von Bekannten hört man immer wieder mal, dass bestimmte Hausmittel gegen verfärbte Zähne helfen sollen. Kommt man tatsächlich für wenig Geld mit einem einfachen Haushaltsmittel, das man vielleicht nicht mal extra kaufen muss, weil man es ohnehin zu Hause hat, an weiße Zähne? Was wirklich hilft, wir im Fazit am Ende des Artikels erklärt.

Weiße Zähne: Hausmittel aus der Speisekammer?

Hausmittel, die unschöne Verfärbungen an den Zähnen beseitigen sollen, gibt es viele. Ist den Aussagen zahlloser Leute im Internet zu glauben? Können bestimmte Obstsorten, Backpulver, Natron und andere Mittel aus Küche und Speisekammer tatsächlich für weißere Zähne sorgen? Wir haben uns die am häufigsten erwähnten Haushaltstipps zur Zahnaufhellung genauer angesehen, um herauszufinden, ob sie wirklich etwas bringen und dabei ungefährlich für die Zähne sind.

Zähne bleichen mit Zitrone?

Das Zähneputzen mit Zitronensaft oder das Einreiben der Zähne mit Zitronenscheiben ist eine der am häufigsten erwähnten Methoden, um Zähne natürlich aufhellen zu können. Leider ist diese Methode auch einer der schlechtesten. Zitronensaft entfernt lediglich auf Grund der darin enthaltenen Säure den Zahnschmelz und Calcium von den Zähnen. Die Zitronensäure sorgt so zwar anfangs für einen aufhellenden Effekt, schadet aber den Zähnen auf Dauer. Zitronensäure kann sogar den Zahnschmelz soweit schädigen, dass dieser sich nicht mehr wiederherstellen lässt. Daher ist Zitronensaft zur Zahnbleichung überhaupt nicht geeignet.

Machen Erdbeeren Zähne weiß?

Eine weitere Frucht, die als Hausmittel zum Zahnbleaching häufig empfohlen wird, ist die Erdbeere. Man soll dabei die Erdbeeren zu einer Paste zerquetschen und damit die Zähne reinigen. Das schmeckt zwar lecker, ist aber alles andere als eine gute Idee. Erdbeeren enthalten ebenfalls Säure und außerdem können die Samen das Zahnfleisch oder sogar die Zähne selbst beschädigen, wenn man zu fest putzt. Außerdem haben sie eine färbende Wirkung und begünstigen dadurch das Auftreten neuer Verfärbungen. Erdbeeren sind zwar etwas harmloser als Zitronen, sind aber dennoch keine gute Idee zur Zahnaufhellung. Zahnärzte meinen dazu, man solle die schmackhaften Erdbeeren doch lieber einfach nur essen. Dem stimmen wir zu!

Zähne aufhellen mit Gemüse?

Bestimmte Gemüsesorten wie Sellerie, Karotten, Broccoli und Gurken haben eine abreibende und dadurch reinigende Wirkung auf die Zähne und wirken ähnlich wie kleine Zahnbürsten. Zur Zahnpflege eignet sich das gesunde Gemüse tatsächlich. Für weiße Zähne bringt das aber im Sinne einer Zahnaufhellung nichts. Gemüse knabbern ist eine gute Idee, ähnelt aber eher dem Kauen von Zahnpflege-Kaugummi als einem Bleaching. Eins Hausmittel für weiße Zähne ist das gute Gemüse leider nicht, schön wär’s!

Zahnaufhellung mit Holzasche bzw. Lauge?

Kaliumhydroxid aus Holzasche soll angeblich als Zahnbleichmittel dienen und gelbe Zähne wieder weiß machen. Ein häufig empfohlenes Hausmittel ist es, die Zähne regelmäßig mit Asche zu putzen. Kalium schadet jedoch mit der Zeit dem Zahnschmelz und schmeckt außerdem widerlich. Von diesem waghalsigen Hausmittel raten wir daher ab und einen Zahnarzt spricht man darauf wohl besser gar nicht erst an, außer man will unbedingt ein Kopfschütteln ernten. Es gibt sinnvollere Hausmittel zum Zähnebleichen.

Zähne bleichen mit Backpulver?

Backpulver hat eine abrasive, also schleifende und dadurch auch reinigende Wirkung. Da so oberflächliche Verfärbungen abgeschleift werden, wirken die Zähne dadurch anfangs vielleicht tatsächlich weißer. Doch Backpulver greift auch den Zahnschmelz an und bei häufigem Gebrauch würde der Zahnschmelz so stark abgeschliffen werden, dass irgendwann das Dentin darunter sichtbar wird, das von Natur aus eher gelb ist. Als Zahnaufheller ist Backpulver daher wirklich nicht geeignet. Die Zahnärzte Dr. Schmidseder und Dr. Mardi aus München meinen dazu: “Es ist ein weitverbreiteter “Hausfrauentip”, man könne seine Zähne aufhellen, indem man sie mit Backpulver putzt. Dies ist auch richtig. Denn das Backpulver entfernt praktisch die oberste Schicht des Zahnschmelzes und damit auch Verfärbungen. Allerdings hat diese Methode einen gravierenden Nachteil: Der natürliche Schutzmantel des Zahnes wird dauerhaft beschädigt.” Die Zahnärzte aus München raten allen Patienten daher ausdrücklich: “Aus diesem Grund darf auf keinen Fall mit Backpulver geputzt werden.” Wer weiße Zähne bekommen möchte, solle lieber ein Bleaching beim Zahnarzt durchführen lassen oder Zahnaufheller für zu Hause verwenden, meinen sie.

Fazit: Was wirklich Zähne weiß macht

Es wäre zu schön, um wahr zu sein, wenn man mit einem quasi unschlagbar preiswerten Hausmittel für weiße Zähne sorgen könnte. Ein solches Haushalsmittel zum Zähnebleichen konnten wir trotz intensiver Recherche leider nicht entdecken. Sämtliche Haushaltstipps zur Zahnaufhellung, die wir entdeckt haben, waren entweder nutzlos, hatten lediglich eine Schleifwirkung oder waren einfach nur gefährlich für die Zähne. Wenn überhaupt sinnvoll, dann waren Hausmittel nur der Zahnpflege bzw. Mundhygiene dienlich. Wie kann man also günstig und schonend die Zähne bleachen?

Unsere Empfehlung

Es gibt nur wenige Methoden, die wirklich dabei helfen, weißere Zähne zu bekommen. Das sind zum einen eine professionelle Zahnreinigung sowie möglichst gründliche Zahnpflege, um unansehnlichen Verfärbungen Einhalt zu gebieten. Zum anderen gibt es die Möglichkeit, ein professionelles Bleaching beim Zahnarzt durchzuführen zu lassen oder Drogerieprodukte für den Hausgebrauch selbst anzuwenden. Eine professionelle Behandlung ist zeitaufwändig und kostspielig, da zahlt man schnell mal mehrere hundert Euro. Zum geringstmöglichen Preis kommt man daher nur mit einem Zahnaufheller für zu Hause an weiße Zähne.