Wurst ist eine Vitamin-Bombe

In Salami steckt viermal so viel Vitamin C wie in Äpfeln

100 Gramm Salami enthält bis zu 50 Milligramm Vitamin C. In einem Apfel mit gleichem Gewicht stecken jedoch nur 12 Milligramm, vermeldet die Verbraucherzentrale Bayern provokant. Wie das Vitamin C in die Wurst kommt und wie gesund Salami im Vergleich zum Apfel wirklich ist.

„A salami a day keeps the doctor away“ stimmt wohl eher als das Altbekannte “an apple a day keeps the doctor away” – das trifft jedenfalls zu, wenn man einer Meldung der Verbraucherzentrale Bayern glaubt. Da wird vorgerechnet, dass in 100 Gramm Salami – bislang bekannt als Fettbombe – 30 bis 50 Milligramm Vitamin C stecken, in der gleichen Menge Äpfel jedoch nur 12 Milligramm.

Ascorbinsäure macht die Salami rot

Klingt verblüffend, ist es aber bei genauerem Hinsehen gar nicht. Denn der Vitamin-C-Gehalt in der Wurst ist eigentlich Ascorbinsäure, also künstliches Vitamin C, auch als Zusatzstoff E 300 gelistet. Ascorbinsäure wird vielen Lebensmitteln zugesetzt, um sie haltbar zu machen und die ursprüngliche Farbe zu erhalten. Unter dem Einfluss des Sauerstoffs aus der Luft bilden sich rasch viele Freie Radikalen. Die aggressiven Verbindungen machen Lebensmittel schnell unappetitlich, grau und unbekömmlich. Im Salami-Fall sorgt also Ascorbinsäure als Antioxidationsmittel für die appetitlich rote Farbe und dafür, dass die Wurst auch noch viele Tage nach dem Kauf schmeckt.

Besonders viel E 300 findet sich übrigens in Fertigsalaten, etwa aus Kartoffeln oder Nudeln, Obst- und Gemüsekonserven, Tiefkühlkost, Fruchtsaft, Marmeladen, Konfitüren, Gelees, Brot, Wein und Bier.

Äpfel punkten mit Pektin

Wer die Mitteilung der Bayerischen Verbraucherzentrale nicht hinterfragt, glaubt, Salami wäre gesünder als Äpfel. Es gäbe allerdings einige Argumente, den Apfel als Lieferant für Vitamin C vorzuziehen, betont darin Daniela Krehl, Ernährungswissenschaftlerin bei der Verbraucherzentrale Bayern. Denn neben Vitamine C liefert der Apfel eine ganze Palette sekundärer Pflanzenstoffe, die zusätzlich gut für das Immunsystem sind. Außerdem haben diese Früchte viel Pektin. Der Ballaststoff regt nicht nur die Verdauung an, sondern senkt dabei auch den Cholesterinspiegel.

Salami liefert viel Cholesterin und viele Kalorien

In Hinsicht auf Cholesterin ist Salami tatsächlich ein Spitzenreiter: 100 Gramm enthalten rund 32 Gramm Fett, davon 118 Milligramm schädliches Cholesterin – und knapp 400 Kilokalorien. Äpfel dagegen sind garantiert cholesterinfrei und liefern nur 52 pro 100 Gramm. Wer sich gesund ernähren möchte, dem müsste also die Wahl zwischen Salami und Apfel nicht schwerfallen.