Wie man einen Herzinfarkt überlebt, wenn man allein ist

378 total views, 2 views today

Eine echte Horrorvorstellung: Du erleidest einen Herzinfarkt und keiner merkt es, keiner ist da, der dir helfen kann, niemand hält deine Hand, du bist auf dich allein gestellt. Doch du kannst es schaffen! Wir zeigen dir hier, wie!

Was ist eigentlich genau ein Herzinfarkt?

Bei einem Herzinfarkt sterben Herzmuskelzellen ab. Schuld ist in der Regel der Verschluss eines Herzkranzgefäßes. Das sind die Gefäße, die den Herzmuskel mit Blut versorgen. Die Herzmuskelzellen sind dann nach spätestens zwei bis vier Stunden abgestorben. Je größer das verschlossene Gefäß, desto größer auch der Infarkt. Das bedroht unser Pumporgan sehr und macht den Herzinfarkt zu einem lebensgefährlichen Ereignis. Das Risiko für einen plötzlichen Herztod ist beim Herzinfarkt besonders hoch. Auch kann bei einem großen Infarkt die Pumpleistung des Herzens so stark beeinträchtigt sein, dass der Kreislauf mehr oder weniger zusammenbricht. Daher gilt es, schon beim kleinsten Verdacht auf einen Herzinfarkt keine Zeit zu verlieren und sofort den Notarzt zu rufen! Herzinfarkte sind mit 47 Prozent aller Todesfälle in Europa die führende Todesursache.

Symptome

Treten starke Schmerzen hinter dem Brustbein auf der linken Seite ganz plötzlich auf, ist dies immer ein absolutes Notzeichen. Die Schmerzen können bis in den Hals oder auch in den Rücken, den Oberbauch und die Arme ausstrahlen. Ein für Frauen typisches Anzeichen für einen Herzinfarkt ist Übelkeit. Männer zeigen dieses Symptom nicht. Oft tritt ein Herzinfarkt mit einem heftigen Druck oder einem sehr starken Enge- oder Einschnürungsgefühl im Herz- oder Brustbereich in Erscheinung. Das kann sich so anfühlen, als ob ein Elefant auf der Brust stehen würde oder jemand sich auf den Brustkorb gesetzt hätte. Die Enge im Brustkorb, das Gefühl, dass jemand auf einem sitzen würde, zeigt sich auch oft in Atemnot. Das ist ein sehr typisches Anzeichen für einen Herzinfarkt. Gerade Frauen neigen dazu, bei einem Herzinfarkt große Angst zu verspüren. Dadurch wird die Haut blass und kalt und es kann kalter Angstschweiß auftreten. Ist eine Frau stark erschöpft und unerklärlich müde, ohne dass ein Grund dafür besteht, sollte ein Herzinfarkt immer im Verdacht stehen. Eine Magenverstimmung ohne Grund, Bauchzwicken, ohne etwas „Falsches“ gegessen zu haben und die Kombination mit anderen der hier genannten Symptome wie Übelkeit, Atemnot, Angstgefühl oder Angstschweiß, Müdigkeit und Erschöpfung, für die es keine offensichtlich vorliegenden Gründe gibt, sind Alarmzeichen für einen Herzinfarkt.

Sofortmaßnahmen

Jetzt weißt du, mit welchen Symptomen du zu rechnen hast, wenn dich ein Herzinfarkt trifft. Aber was tun, wenn es passiert?

Notruf

Als aller-aller erstes: Rufe den Notarzt! Nenne ihnen als erstes deine Adresse. So wissen deine Retter, wohin sie müssen. Das ich das wichtigste und muss immer als erstes genannt werden. Je genauer du die Adresse beschreibst (zum Beispiel: „graue Seitentür links“), desto besser! Erkläre dann, was passiert ist, erzähle von deinem Verdacht, dass du einen Herzinfarkt hast und dass du alleine bist und niemand dir helfen kann.

Fahre kein Auto!

Versuche niemals, dich selbst mit dem Auto ins Krankenhaus zu fahren! Damit gefährdest du nicht nur dich, sondern vor allem auch andere Verkehrsteilnehmer! Wenn du den Notruf gerufen hast, bleibe, wo du bist, damit du gefunden wirst!

Telefon frei halten

Bis deine Retter bei dir eingetroffen sind, müssen sie dich für Rückfragen immer erreichen können, zum Beispiel, wenn sie den Eingang nicht finden, die Tür verriegelt ist etc. Rufe also bis dahin niemanden an und nimm keine Anrufe entgegen. Halte die Leitung für deine Retter frei!

Ruhig bleiben

Setze dich aufrecht und lehne dich zum Beispiel an eine Wand. Achte darauf, dass dein Oberkörper erhöht ist. Lockere deine Kleidung, eng sitzende Blusen solltest du öffnen, um deine Brust nicht zusätzlich von außen einzuengen. Verhalte dich ruhig, um deinem Herz zusätzliche Belastung zu ersparen.

Frische Luft

Wenn möglich, sorge für frische, sauerstoffreiche Luft. Setze dich beispielsweise in die Nähe eines geöffneten Fensters, einer Außentür oder in einen größeren Raum. Sauerstoff ist jetzt wichtig für dich und dein Herz!