Wie gut sind Energieriegel?

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Energieriegel sollen schnell und langanhaltend mehr Power liefern und Sportler optimal mit allen notwendigen Stoffen versorgen. Darum greift mancher Freizeitsportler gerne zu den teuren Riegeln. Doch wie gut sind sie wirklich? Die Zeitschrift Öko-Test hat sie untersucht.

Wem nützt so ein Riegel?

“Diese Riegel brauchen wirklich nur Ausdauersportler, die am Stück länger als 60 Minuten trainieren. Erst dann hat der Körper seine eigenen unmittelbaren Reserven aufgebraucht”, beschreibt Öko-Test-Redakteurin Katja Tölle den kleinen Kreis der Bedürftigen. Wer sich also auf einen Marathon oder eine hunderte Kilometer lange Radstrecke vorbereitet, für den ist so ein Riegel sinnvoll. Rennen Sie aber in der Regel nur ab und zu mal eine halbe Stunde, dann hat Ihr Körper genug eigene Reserven und so ein Riegel bringt Ihnen nichts. Zudem muss der Körper die schnelle Umwandlung der Nährstoffe des Riegels erst einmal trainieren. Gelegenheitssportler können davon reichlich essen, ziehen aber ohne Training keinen Gewinn daraus. Es kann sich sogar ein “Hungerast”, also ein Energietief bemerkbar machen, obwohl sie zwischendurch in den Riegel gebissen haben.

Was sollte drin sein?

Je mehr Kohlenhydrate der Riegel enthält, desto besser. Wer sich eine Stunde lang sportlich bewegt, der verbrennt 30 bis 60 Gramm davon. Stehen auf der Verpackung also weniger, müssen Sie öfter zum Riegel greifen. Katja Tölle beschreibt die Idealzusammensetzung so: “Drei Viertel sollten komplexe Kohlenhydrate sein, also eher stärkereich. Das verdaut der Körper nach und nach. Reiner Zucker sollte nie mehr als 50 Prozent ausmachen. Das geht zu schnell ins Blut und treibt den Insulinspiegel hoch, was die Fettverbrennung hemmt.” Fett sollte der Riegel dagegen möglichst wenig enthalten, maximal 15 bis 20 Prozent. Fett hemmt die Aufnahme von Zucker in den Muskeln und beeinträchtigt dadurch die Leistungsfähigkeit. Eiweiß brauchen Sie überhaupt nicht. Auch wenn diverse Ernährungsberater und Fitnessexperten das immer wieder behaupten. Mit der normalen Ernährung nehmen wir Menschen ausreichend Eiweiß zu uns. Nur wer eine Diät macht, für den kann eine zusätzliche Eiweißaufnahme  sinnvoll sein.

Was wirklich drin ist

Nur einer der 19 im im Januar 2016 getesteten Riegel bekam von Öko-Test ein “Gut”. “Das liegt vor allem daran, dass viele Hersteller glauben, ihre Riegel mit künstlichen Aromastoffen und Farbstoffen vollstopfen zu müssen”, so die Redakteurin Katja Tölle. Während der “gute” Multipower Fruit Power Fruchtriegel eine ideale Nährstoffzusammensetzung und keinerlei unerwünschte Zusatzstoffe hatte, wiesen andere gentechnisch veränderte Sojasorten, Pestiziden, Aromastoffen oder viel zu viel Fett und Zucker auf. Die meisten Pestizide wurden beim Taxofit Sport Natural Energy Riegel festgestellt. In ihm fanden sich Spuren von insgesamt zehn verschiedenen Pflanzenschutzmitteln.

Ein weiterer Schwachpunkt vieler Riegel ist das Fett: “In manchen steckt so viel wie in einem Mars oder Snickers. Gut  41 Prozent der Energie im Champ Active Oat Bar besteht aus Fett”, erläutert die Expertin. Der Energy Oatsnack Banane wirbt mit dem Slogan  “Aus dem Kraftwerk der Natur” enthält aber gleich mehrere Aromen, Farbstoffe und Emulgatoren. Ziemlich energielos hingegen war der Ultra Bar Kohlenhydrat-Molken-Riegel, Apricot. Er enthielt gerade mit 16,1 Gramm Kohlenhydrate weniger als für eine Stunde Sport notwendig ist.

Bei Preisen von 1,50 Euro bis 4 Euro pro Riegel sollten Sportler also genau hinschauen, was Sie da kaufen. Lassen Sie sich lieber einmal mehr im Fachhandel oder einem Sportlerforum im Internet beraten.