Wie gesund ist scharfes Essen wirklich?

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Es gehört in vielen Teilen der Welt zur Kultur und ist auch aus Imbissbuden und selbst aus Weihnachtsmarktständen nicht mehr wegzudenken: Scharfes Essen. Sowohl die besonders scharf gewürzte Currywurst als auch scharf gewürzte asiatische Speisen oder Auszüge aus der Mexikanischen Küche finden immer mehr Anhänger und gipfeln teilweise in richtiggehenden Wettbewerben, wer die schärfste Soße vertilgt. Jedoch verträgt nicht jeder die gleiche Schärfe und reagiert höchst unterschiedlich auf die Belastungen, denen der Körper in diesem Moment ausgesetzt ist. In diesem Beitrag wird beleuchtet, inwiefern sich die entsprechenden Schärfegrade auf die Gesundheit auswirken können und wie sie ihr teilweise sogar auf die Sprünge helfen können.

Schärfegrade bei Nahrungsmitteln und Gewürzen

Die verschiedenen Schärfegrade werden in Scoville-Einheiten gemessen, diese geben an, wieviele Milliliter Wasser dazu notwendig sind, die Konzentration soweit zu verringern, dass sie gerade noch scharf schmeckt. Beispiel: Tabasco besitzt einen Schärfegrad von ca. 2500 bis 8500 Scoville, bei einer sogenannten Habanero-Chili beträgt der Wert dagegen stattliche 100.000 bis 250.000 Scoville.

Inwieweit kann sich scharfes Essen positiv auf die Gesundheit auswirken?

Ähnlich wie bei Schokolade werden beim Genuss scharfer Speisen Glückshormone ausgeschüttet, die dafür sorgen, dass wir uns wohl fühlen. Da sich die Art der Schärfe der einzelnen Lebensmittel unterscheidet ist es ebenso unterschiedlich, wie die einzelnen Menschen darauf reagieren.

Beispielsweise stammt die Schärfe in Paprika und Chilischoten aus dem Stoff Capsaicin, während in Ingwer, Senf, Meerrettich und Knoblauch der Stoff Allicin verantwortlich ist. In Pfeffer dagegen handelt es sich um den Stoff Piperin als Schärfelieferant. Studien haben ergeben, dass Capsaicin ggf. der Gefahr eines Herzinfarktes entgegen wirken kann. Auch Verdauungssystem und Herzkreislauf sollen durch den Verzehr von Capsaicin positiv beeinflusst werden. In wärmeren Ländern wie Mexico wird deshalb viel Chili verzehrt, da sich durch das Schwitzen die Körpertemperatur senkt und der Körper abgekühlt wird. Es ist dort außerdem so beliebt, weil der Verzehr scharfer Speisen zusätzlich noch eine antibakterielle Wirkung verspricht.

Gibt es Risiken beim scharfen Essen?

Wie in vielen Fällen kommt es auch hier maßgeblich auf die richtige Dosierung an. Wie diese auszusehen hat muss jeder Mensch für sich selber festlegen, da jeder unterschiedlich auf die verschiedenen Schärfegrade reagiert.

Wird diese jeweilige Dosis überschritten, kann es für den Betreffenden zum Teil sehr unangenehme Auswirkungen haben, da Übelkeit, Erbrechen, Bluthochdruck oder auch Reizungen der Schleimhäute die Folge sein können. Nicht selten treten außerdem Allergien bei den Betroffen auf. Personen mit empfindlichen Mägen sollten daher von vornherein auf einen maßvollen Einsatz der Gewürze achten. Besonders Kinder reagieren in der Regel empfindlich und Schärfe und sollten daher keine übermäßig gewürzten Gerichte erhalten. Jedoch sollten auch Erwachsene, die genau wissen, dass sie empfindlich auf Schärfe reagieren, weithin davon absehen, sich auf irgendwelche Schärfewettessen an Imbissbuden einzulassen.

Aus welchen Ländern kommen die schärfsten Gerichte?

Mit der sogenannten Scotch Bonnet, einer feurigen Chilisorte, bringt Mexico eine der zwölf schärfsten Zutaten mit, die die Küchen der Welt so zu bieten haben. Diese Chilischote hat einen Gehalt von 150.000 – 300.000 Scoville und bietet sowohl getrocknet als auch gekocht eine ernste Herausforderung.

Die chinesische Provinz Sichuan bietet mit Mapo-Tofu ebenfalls eines der schärfsten Gerichte, die Schärfe stammt hierbei aus einer Mischung aus grünen und roten getrockneten Chilis. Weitere Spitzenreiter in der Welt der scharfen Gerichte stellen die scharfen Eintöpfe aus Nigeria mit Chilis und scharfen Pasten aus schwarzem Pfeffer, Palmöl und Anis-Pfeffer, die scharfen Saucen aus Peru mit einer Chilisorte namens aji („ah-hee“) oder der äthiopische Hühnchen-Eintopf, genannt Doro-Wot, mit einer Gewürzmischung aus rote Chilis, Ingwer, Knoblauch, Nelken, Muskat (genannt Berbere) dar.

Auch die indische Küche steht in dem Ruf, zu den schärfsten der Welt zu gehören, da hier sowohl die Gewürzmischung Marsala als auch die sogenannte Green Finger Chili zum Einsatz kommt. In Italien kommen die nach der süditalienischen Region benannten Peperoncini in den Topf. Diese machen manche Nudelgerichte derart scharf, dass sie für die hiesigen Gaumen gar nicht mehr genießbar sind.

Letzten Endes entscheidet die jeweilige Konstitution darüber, wieviel Schärfe jeder einzelne verträgt. Im Normalfall ist eine Überdosierung nicht lebensgefährlich, jedoch sollte nicht blindlings versucht werden, bei allem mitzuhalten, da es in Einzelfällen durchaus zu ernsten Gesundheitszuständen führen kann.