Wie gesund ist Orangensaft?

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Orangensaft im Fokus der Wissenschaft

Eine Studie aus Brasilien mit einer neuen Orangensaftsorte zeigt günstige Effekte auf verschiedene Kennzeichen des Metabolischen Syndroms, vor allem den Cholesterinspiegel, aber auch die Insulinempfindlichkeit sowie den Blutdruck betreffend. Gleichzeitig kam es bei den Studienteilnehmern nicht zu einer Gewichtszunahme. Orangensaft leistet nicht nur einen guten Beitrag zur Versorgung mit Vitamin C, sondern unterstützt vielleicht sogar den Schutz vor Herzkreislauf-Erkrankungen und anderen Krankheiten, bei denen eine ausgewogene Ernährung eine präventive Rolle spielen kann. Welche Inhaltsstoffe und Mechanismen dafür verantwortlich sein könnten, untersucht seit Längerem eine auf Zitrusfrüchte spezialisierte, brasilianische Forschergruppe an der Universität São Paulo. Nachdem sie bereits in Studien mit Blutorangensaft günstige Effekte auf den Stoffwechsel zeigen konnten, erforschten die Wissenschaftler nun, wie sich eine neue rote Orangensorte auf das Metabolische Syndrom auswirken könnte.

Bessere Cholesterin- und Zuckerwerte, niedrigerer Blutdruck

Eindeutige Effekte hatte der regelmäßige Orangensaft-Verzehr auf den Cholesterinspiegel. Er sank bei den eher schlanken Probanden um 12 Prozent. Bei den Übergewichtigen, die mit einem Cholesterinspiegel von im Schnitt 217 Milligramm pro 100 Milliliter über dem Grenzwert von 200 Milligramm lagen, sank er um 7 Prozent auf 202 Milligramm. In beiden Gruppen reduzierte sich der Anteil des ungünstigen LDL-Cholesterins um 10 Prozent. Und auch zwei andere Faktoren des Metabolischen Syndroms verschoben sich durch den Saftkonsum in die richtige Richtung: Der Blutdruck der Probanden sank und das Ansprechen auf Insulin, also dasjenige Hormon, welches den Blutzuckerspiegel im Gleichgewicht hält, erhöhte sich.

Schließlich entpuppte sich der rote Orangensaft in dieser Studie als besonders wirksames Antioxidans. So nennt man Inhaltsstoffe von Lebensmitteln, die aggressive Sauerstoffverbindungen im Stoffwechsel neutralisieren können. Als Verantwortlicher dafür vermuten die Autoren dieser Studie neben dem Vitamin C das Lycopin. Lycopin ist ein rot färbender sekundärer Pflanzenstoff, der in solchen Mengen sonst nur in Tomaten vorkommt.

Nach dieser und weiteren Studien könnte sich der regelmäßige Verzehr dieses 100prozentigen Orangensafts möglicherweise günstig auf Kennzeichen des Metabolischen Syndroms auswirken. Außerdem zeigten sich keine Anhaltspunkte dafür, dass selbst drei Gläser Orangensaft pro Tag, zu einer Gewichtszunahme führen.

750 Milliliter Orangensaft pro Tag führten nicht zu einer Gewichtszunahme

8 Wochen lang tranken die insgesamt 35 Studienteilnehmer jeden Tag 750 Milliliter Orangensaft der neuen Sorte Sanguínea de Mombuca. Dadurch nahmen weder die normalgewichtigen Probanden noch die bereits übergewichtigen zu. Dieses Phänomen wurde bereits in anderen Studien beobachtet.[1] Erwartungsgemäß verbesserte sich bei allen Probanden die Versorgung mit den reichlich im Orangensaft enthaltenen Vitamine C und Folsäure: Die Vitamin-C-Zufuhr stieg um rund das Dreifache und die Zufuhr des B-Vitamins Folsäure um das Zweifache.