Wie gesund ist Milch?

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Milch ist kein Dickmacher

Zu viel Fett macht dick, das gilt in der Ernährungswissenschaft als erwiesen. Tierische Fette gelten als besonders ungesund, da sie das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Doch ganz so einfach scheint die Rechnung nicht zu sein, zumindest was Milch betrifft. So zeigt eine aktuelle Studie an 800 italienischen Grundschülern, dass Milchtrinker im Durchschnitt schlanker sind. Auch Prof. Schrezenmeir bestätigt: “Milchverzehr geht mit einem geringeren Risiko für Übergewicht, Bluthochdruck, Herzinfarkt und Diabetes einher”. Bei Krebs ist die Datenlage nicht eindeutig. Während Milchtrinker besser vor Darmkrebs geschützt scheinen, treten andere Krebsarten bei Milchkonsum häufiger auf. Zwar sind die genauen Zusammenhänge noch nicht erforscht. Dennoch scheinen die gesundheitlichen Vorteile von Milch zu überwiegen.

Wer Milch meiden sollte

 Milchgegner argumentieren häufig mit der schlechten Verträglichkeit des Kuhproduktes. Tatsächlich vertragen 80 Prozent der erwachsenen Weltbevölkerung keinen Milchzucker, weil ihnen das zuständige Enzym fehlt. In Deutschland sind davon allerdings nur rund 14 Prozent der Erwachsenen betroffen – und nicht jeder entwickelt ernsthafte Symptome. Anders sieht es bei einer Allergie gegen Kuhmilcheiweiß aus. Nach Angaben von Prof. Schrezenmeir entwickelt etwa ein Prozent aller Erwachsenen diese Allergie. Dann allerdings muss auf Milcheiweiß völlig verzichtet werden, um eine allergische Reaktion zu vermeiden. Milchprodukte vorsorglich generell wegzulassen hält Schrezenmeir dagegen für wenig sinnvoll: “Dann müsste man auch auf andere hochallergene Lebensmittel wie Fisch, Obst, Nüsse und vieles mehr verzichten”, so der Experte.

Starke Knochen auch ohne Milch

Wer Milch verträgt, darf das weiße Getränk und Erzeugnisse daraus also bedenkenlos genießen. Die Produkte enthalten hochwertiges Eiweiß, Mineralstoffe sowie beachtliche Mengen an Vitamin A und der Vitamingruppe B. Die Bedeutung des hohen Kalziumgehaltes für die Knochen wird allerdings häufig überschätzt. Zwar enthält Milch tatsächlich beachtliche Mengen an Kalzium. Doch kein Mensch muss brüchige Knochen befürchten, nur weil er auf Milch verzichtet. Denn an der Osteoporose (Knochenschwund) sind verschiedene Faktoren beteiligt. Vor allem genügend Bewegung stärkt die Knochen. Wer keine Milchprodukte verträgt oder aus anderen Gründen darauf verzichtet, sollte allerdings darauf achten, genügend Eiweiß und fettlösliche Vitamine aus anderen Lebensmitteln zu sich zu nehmen.