Was passiert, wenn du „musst“, aber nicht „kannst“?

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Du kennst das sicherlich: du musst, kannst jetzt aber nicht, weil du unterwegs bist, keine Toilette in der Nähe ist, die die vorhandene Toilette nicht zusagt oder du im Stau stehst. Manchmal „kann“ man auch einfach nicht, selbst wenn der Druck hoch ist. Sicherlich hast du dich schon gefragt, ob das schlimm ist.

Warum „musst“ du?

Die Blase ist, wie der Name schon sagt, ein sehr dehnbares „Gefäß“ im Unterleib, in dem sich der Urin samt der sich darin befindlichen Abbauprodukte befindet. Je voller die Blase wird, desto mehr dehnt sich das Gewebe aus.

Irgendwann melden Rezeptoren an der Blase, dass der Füllstand so langsam aber sicher sein Maximum erreicht und melden dies über das Rückenmark weiter an das Gehirn. Von dort bekommst du die Botschaft in dein Bewusstsein übermittelt.

Aber nur, wenn in deinem Oberstübchen und Rückenmarkt noch alles richtig funktioniert, denn das „Anhalten“ muss man erst lernen und das Bewusstsein dafür entwickeln.

Babys zum Beispiel entleeren ihre Blase unbewusst. Erst im Laufe der ersten Lebensjahre lernen Kleinkinder, wie man das Wasserlassen unterdrücken kann und den Schließmuskel anspannt, um nicht buchstäblich „auszulaufen“.

Was, wenn du öfter „musst“?

Eine gesunde Blase kann 300-500ml Flüssigkeit fassen. Verspürst du den Drang, urinierst aber deutlich weniger, dann sprich mit deinem Arzt, um ernsthafte Erkrankungen ausschließen zu können.

Wenn du unter Stress stehst, kannst du eine „nervöse Blase“ bekommen. Diese führt dazu, dass du schneller den Reiz verspürst, zur Toilette gehen zu müssen.

Erhöhter Harndrang kann auch ein Symptom von einer abgesunkenen Gebärmutter, einer Nierenerkrankung, Herzerkrankung oder schlichtweg einer Schwangerschaft sein!

Wenn du Medikamente einnehmen musst und dann einen erhöhten Harndrang verspürst, kann es sein, dass das Medikament daran schuld ist. Lies dir den Beipackzettel gut durch. Ist Harndrang eine der möglichen Nebenwirkungen, hast du die Ursache schon entdeckt!

Auch eine Blasenentzündung kann Grund für übermäßigen Harndrang sein. Das Wasserlassen schmerzt oder brennt und meistens ist nach nur wenigen Tropfen schon Schluss.

Müssen Frauen öfter?

Böse Zungen behaupten, Frauen müssten eigentlich „immer“ und auch „ständig“ zur Toilette, um Wasser zu lassen.

Das liegt daran, dass die Blase einer Frau tatsächlich weniger Flüssigkeit aufnehmen kann als die eines Mannes. Der Grund: Im Bauchraum der Frauen muss auch noch Platz für die Gebärmutter sein – und das geht zu Lasten der Blase.

Im Durchschnitt fasst die Blase einer Frau etwa 150ml weniger als die eines Mannes – und das kann schon zu Diskussionen auf langen Autofahrten führen…

Aber auch Männer können ein „Sextaner-Bläschen“ besitzen. Je feinfühliger die Rezeptoren auf eine Dehnung der Blase reagieren, desto eher setzt auch der Harndrang ein. Das hat nichts mit dem Geschlecht zu tun, ist aber auch zum Beispiel durch Stressmanagement trainierbar.

Was, wenn du musst, aber nicht kannst?

Es kommt vor, dass der Drang, zur Toilette zu gehen, da ist, wenn du aber auf der Toilette bist, es nicht „läuft“ und du nicht kannst. Das liegt grundsätzlich daran, dass deine Muskulatur verspannt ist. Dies kann aus zwei Gründen geschehen:

  • Psychische Ursachen
  • Muskelverspannungen

Psychische Ursachen können darin liegen, dass du beispielsweise ein „Kopfproblem“ mit der Toilette hast. Sie ist dir vielleicht nicht sauber genug, die Tür lässt sich eventuell nicht richtig schließen, man kann auf dem Gang deine Toilettengeräusche hören, …

Die einfache körperliche Verspannung kann schon alleine dadurch hervorgerufen werden, dass du zu lange angehalten hast und deine gesamte Unterleibmuskulatur verkrampft.

Auch eine Verspannung als Folge von Menstruationsbeschwerden kann der Grund dafür sein, dass du nicht kannst, wenn du wirklich musst.

Um den „Stau“ zu lösen, versuche, dich von Kopfblockaden zu lösen. Urinieren ist ein normaler Vorgang, den wir alle mehrmals täglich ausüben und für den sich kein Mensch schämen muss. Außerdem sind öffentliche Toiletten nicht wirklich solche Keimschleudern, wie viele denken.

 

Ist es schlimm, wenn man zu lange einhält?

Wer auf die Toilette muss, kann den Harndrang eine Zeit lang unterdrücken. Doch sei versichert: Nur extrem wenige Menschen schaffen es, ihren Harndrang so lange zu unterdrücken, dass es gefährlich werden könnte.

Alle anderen Menschen sind so „programmiert“, dass der Schließmuskel irgendwann selbsttätig öffnet, bevor Schäden entstehen.

Wir machen uns also buchstäblich in die Hosen. Das Gerücht, dass „Einhalten“ zu einer erhöhten Bakterienzahl in der Blase führe, ist und bleibt ein Gerücht.

Beim gesunden Menschen kommen die Bakterien immer nur von außen in die Blase – und werden, solange sie sich im Harnleiter aufhalten, vom Urin beim nächsten Toilettenbesuch wieder weggespült, bevor sie in der Blase ankommen und dort Schaden anrichten könnten.

Im Urin selbst befinden sich keine Bakterien. Mache dir also keine Sorgen, wenn du das nächste Mal etwas länger warten musst, bis eine Toilette dich erlöst!