Was Du über Schokolade wissen solltest

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Eine der süßesten Versuchungen ist und bleibt die Schokolade. Sie gibt es in den verschiedensten Geschmacksrichtungen und auch Formen – ob Riegel, Praline oder Tafel. Wie vielfältig Schokolade ist, woher sie kommt und viele weitere interessante Fakten rund um die beliebte Süßigkeit, gibt es in unserem Schokolade-Ratgeber.

Es gilt als sicher, dass Kakao bereits ein Jahrtausend vor der Entdeckung Amerikas den Eingeborenen als Nahrungs- und Genussmittel bekannt war. Da Kolumbus wenig Interesse am Kakao zeigte, blieb es Hernando Cortez vorbehalten, den ersten Kakao nach Europa mitzubringen.

Kakaoanbau

Kakaobaum Der Kakaobaum wächst ausschließlich in den heißen Zonen der Erde. Gleichmäßige Wärme und hohe Boden- und Luftfeuchtigkeit sind wichtige Voraussetzungen für einen erfolgreichen Anbau von Kakao.

Wichtige weltweite Kakao-Produzenten sind:

  • Elfenbeinküste (1.000.000 t)
  • Indonesien (450.000 t)
  • Ghana (380.000 t)
  • Nigeria (340.000 t)
  • Brasilien (175.000 t)
  • Kamerun (125.000 t)
  • Ecuador (88.000 t)
  • Dominikanische Republik (50.000 t)
  • Malaysia (48.000 t)
  • Kolumbien (48.000 t)

Schwieriger Zugang zu den Märkten

In mehr als 30 Entwicklungsländern wird Kakao angebaut – 14 Millionen Menschen bestreiten ihren Lebensunterhalt mit der Kakaoproduktion. In zahlreichen Ländern in Westafrika und Lateinamerika ist diese Produktion die Haupteinnahmequelle von vielen Familien. In Ghana oder an der Elfenbeinküste sind 90 Prozent der Bauernfamilien von der Kakao-Produktion abhängig. Schätzungsweise ebenfalls 90 Prozent des weltweit produzierten Kakaos stammen von Familienbetrieben, die oft nur kleine Felder von weniger als fünf Hektar bewirtschaften. Viele Kleinbauern wissen gar nicht, was ihre Produkte wert sind: Zwischenhändler nutzen diesen Zustand aus und bezahlen ihnen deshalb oft viel zu niedrige Preise, die unter dem eigentlichen Marktwert liegen. Die schwierige Situation am Kakao-Markt und das sehr geringe Einkommen der Produzenten, haben dazu geführt, dass der Anteil an Kinderarbeit und Sklavenarbeit in Westafrika gestiegen ist. Jedoch gibt es mittlerweile oftmals Fairtrade Schokolade zu kaufen.

Genuss mit Verantwortung – Fairtrade

Die Fairtrade-Standards schließen illegale Kinderarbeit aus. Der Faire Handel bietet den Bauern und Bäuerinnen die Möglichkeit einen festen Mindestpreis für ihren Kakao zu erwirtschaften, so dass sie ihre Lebensqualität steigern können und nicht mehr darauf angewiesen sind, dass ihre Kinder zum Familien-Einkommen beitragen. Zusätzlich wird den Kleinbauern-Organisationen eine Fairtrade-Prämie bezahlt. Von dieser werden Gemeinschaftsprojekte finanziert – wie zum Beispiel der Bau von Schulen. Fairtrade schafft Perspektiven für Kakaobauern: Die zertifizierten Kooperativen bekommen feste Mindestpreise. Dadurch bekommen die Bauern und Bäuerinnen eine faire Bezahlung für ihre harte Arbeit.

Schokoladenkonsum pro Kopf und Jahr

Land Kilo pro Kopf/Jahr
Schweiz 11,7
Deutschland 11,4
Großbritannien 10,9
Norwegen 9,8
Dänemark 8,6
Österreich 7,9
Frankreich 7,4
Belgien 6,8
Schweden 6,6
Australien 6,0
Italien 3,3
Spanien 3,3
Irland 3,2
Japan 2,2

Schokoladensorten

Es gibt eine Vielzahl von verschiedenen Schokoladensorten und Qualitäten, Formen und Geschmacksrichtungen. Es wird zwischen Bitterschokolade, Milchschokolade und weißer Schokolade unterschieden.

Durchschnittliche Zusammensetzung der Schokoladensorten (pro 100 g)

Typ Zucker Kakaobutter Kakaomasse Milchpulver
Bitterschokolade 40 g 40 g 20 g
Milchschokolade 48 g 18 g 12 g 22 g
Weiße Schokolade 45 g 28 g 26 g

Herstellung von Kakaobutter

Unter Kakaobutter versteht man das durch Abpressen gewonnene Fett aus Kakaokernen oder Kakaomasse. Zur Vorbereitung der Produktion von Kakaobutter werden Kakaobohnen geröstet, gebrochen und von den Schalen getrennt. Sie werden anschließend durch erhitzte Walzen zur Kakaomasse zerdrückt. Diese Masse ist im warmen Zustand zähflüssig und erstarrt beim Erkalten. Sie dient als Ausgangsmaterial für verschiedene weitere Produktionsschritte, zum Beispiel um Schokolade, Kakaopulver oder Kakaobutter herzustellen. Um Letzteres herzustellen, wird die zuvor entstandene Masse nun in eine Fettpresse gegeben, in der das darin enthaltene Fett von den anderen Bestandteilen getrennt wird. So entsteht sowohl Pressrückstand (Kakaopresskuchen) wie auch die gewünschte Kakaobutter. Diese wird je nach Verwendungszweck noch raffiniert. Der Kakaopresskuchen kann zu Kakaopulver weiterverarbeitet werden.

Produkte aus Schokolade und Kuvertüre

Schokolade Schokoladen mit hohen Ansprüchen an Reinheit und Qualität werden von Herstellern in vielen Ländern produziert. Eine der letzten Variationen sind Schokoladen mit außergewöhnlichen Gewürzen wie Chili, Schwarzer Pfeffer oder sogar Thymian. Schokolade wird jedoch nicht nur pur als Tafeln genossen, sondern ist die Basis für verschiedene Pralinen oder Konfekt. Hochwertige Hersteller von Pralinen und Konfekt finden sich in der Schweiz, in Belgien aber auch in Deutschland. Diese Produkte sind jedoch begrenzt haltbar und aufgrund des hohen Fettanteils sehr wärmeempfindlich. Man unterscheidet Konsumprodukte von Premiumprodukten, die sich vom Preis her sehr unterscheiden.

Trinkschokolade

“Echte” Trink­schokolade wird – im Gegensatz zu den durch Ein­rühren von löslichem „kakaohaltigem Getränke­pulver“ in Milch erzeugten Getränken – üblicherweise aus Milch oder Wasser und zerkleinerter Schokolade, eventuell unter Zusatz von Zucker und Verdickungsmitteln wie Maismehl, Guarkernmehl oder Johannisbrotkernmehl, hergestellt.

Schokolade ist ungesund, aber macht glücklich?

Ob Schokolade tatsächlich ungesund ist, das kommt auf die Dosis an. Schokolade kann auf einer Seite ein wahrer Dickmacher sein, andererseits liefert sie aber auch wertvolle pflanzliche Inhaltsstoffe und kann sich positiv auf die Gesundheit auswirken. So können 100 g Schokolade (abhängig von der Sorte) deutlich mehr als 500 Kilokalorien enthalten. Isst man diese also im Übermaß, so ist es tatsächlich ungesund und kann früher oder später zur Gewichtszunahme führen. Andererseits enthält Schokolade verschiedene gesunde Inhaltsstoffe wie pflanzliche Fette oder hochwertiges Kakaoöl. Dabei hat dunkle Schokolade einen viel höheren Kakaoanteil und gleichzeitig weniger Kalorien als Vollmilch- oder sogar weiße Schokolade. Viele Menschen sprechen davon, dass ein Stückchen Schokolade glücklich macht. Ob das an den Inhaltsstoffen der Schokolade liegt, ist jedoch umstritten. Vielmehr geht man davon aus, dass die Belohnung durch ein Stück Schokolade und der Moment des süßen Genusses zur Ausschüttung des „Glückshormons“ Dopamin führt.