Warum sprechen wir im Schlaf?

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Im Schlaf sprechen: Habe ich vielleicht etwas Beschämendes erzählt?

Wenn dir jemand erzählt, dass du im Schlaf gesprochen hast, ist die erste Antwort meist „das stimmt doch gar nicht“, doch dann kommt gleich der Gedanke „habe ich wohl etwas Beschämendes gesagt?“.

Danach willst du wahrscheinlich genau wissen, welches deine Worte waren.

Für Sprechen im Schlaf gibt es eine wissenschaftliche Erklärung, die wir anschließend etwas genauer betrachten möchten.

Während des Schlafes zu sprechen ist nichts Außergewöhnliches. Nächtliche Reden finden unbewusst statt und in den meisten Fällen handelt es sich um einfache Bemerkungen oder Sätze, die keinen Sinn ergeben, und nur ein paar Sekunden dauern.

Doch es gibt auch Ausnahmen: Manche Personen können mehrmals in einer Nacht längere Selbstgespräche führen.

Auch dies kommt häufiger vor, als wir uns das denken, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen.

Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, beispielsweise, ob du einen komplizierten Tag hinter dir hast, du dich gestresst fühlst und deine Gefühle nicht ausdrücken möchtest.

Erwachsene und ältere Menschen, die jeden Tag im Schlaf sprechen (oder sehr häufig) können allerdings an einer Schlafstörung leiden.

Diese kann auf eine längere Stressphase, Anspannungen oder physische oder geistige Müdigkeit zurückzuführen sein. Andere Probleme, die damit zusammenhängen sind beispielsweise Zähneknirschen oder Schlafwandeln.

Somniloquie: Sprechen während des Schlafs

Wir haben es mit einer Parasomnie zu tun, die jedoch nicht gefährlich ist und keine psychologischen oder gesundheitlichen Folgen hat (außer man lüftet im Schlaf ein wichtiges Geheimnis).

Es handelt sich schlichthin um das Aussprechen undifferenzierter Laute, Worte oder ganzer Sätze während des Schlafes. 

Dies kann beim Wechsel zwischen den verschiedenen Stadien des REM-Schlafs oder auch in der NON-REM-Phase vorkommen.

Im REM-Schlaf arbeiten die Neuronen ähnlich wie in der Wachphase, deshalb ist diese auch als „paradoxer Schlaf“ bekannt, denn Traumerfahrungen sind hier intensiver.

Im REM-Schlaf kann es zu Schlafunterbrechungen kommen, wobei Mund, Hals und Stimmbänder (die inaktiv waren) aktiv werden und ein paar Sekunden lang arbeiten.  

In diesem Augenblick werden Worte im Schlaf laut ausgesprochen.

In der NON-REM-Phase ist Sprechen auf vorübergehende Träume zurückzuführen. Man befindet sich im Halbschlaf und die Überwachungsmechanismen erlauben der betroffenen Person zu sprechen.

Im Unterschied zum Wachzustand ergeben Worte oder Sätze die in dieser Schlafphase ausgesprochen werden keinen Sinn. 

Was kann man tun, wenn man im Schlaf spricht?

Wenn du mit deinem Lebenspartner oder mit einem Familienangehörigen das Schlafzimmer teilst, werden diese wahrscheinlich versuchen, deine Worte zu entziffern.

Doch dies ist ein verlorener Fall. Der Grund dafür? Wir sind uns nicht darüber bewusst, was wir sagen.

Der Inhalt ist willkürlich und dauert nur wenige Sekunden lang. Es kann sich um einzelne Worte, Gestammel oder Sätze handeln, die mit den Erfahrungen des Tages zusammenhängen (des aktuellen Tages oder der Vergangenheit).

Es handelt sich um unbewusste Äußerungen, die keinen Zusammenhang zu unseren „wachen“ Gedanken oder Gefühlen haben müssen, wie das auch bei Träumen der Fall ist.

Sowohl jene, die im Schlaf sprechen, als auch jene, die zuhören, sollten sich keine Sorgen machen und das Ganze nicht zu ernst nehmen.

Die ausgesprochenen Worte sind nur Fragmente von Dingen, die man am gleichen Tag, vor zwei Wochen oder im Jahr zuvor erlebt hat. Wir wissen nicht, wann genau, das Gehirn diese wieder hervorholt.

Somniloquie ist harmos und benötigt keine psychologische Behandlung. Das einzige Problem ist, dass vielleicht etwas gesagt wird, das unangenehm ist oder dass ein Geheimnis ans Tageslicht kommt.

Wenn du einen Partner mit leichtem Schlaf hast, kann dein nächtliches Sprechen vielleicht unangenehm sein. Doch Schnarchen oder Albträume sind sicher schlimmer.

Wenn du nach dem 25. Lebensjahr plötzlich damit beginnst mehrmals in der Woche im Schlaf zu sprechen, solltest du auf jeden Fall einen Facharzt konsultieren.

Die Ursachen können Angst, emotionale Probleme oder zu viel Stress sein.

Zu den häufigsten Behandlungen gegen schwere oder chronische Somniloquie zählen entspannende Gewohnheiten vor der Nachtruhe:

  • Eine warme Dusche,
  • klasssische Musik oder
  • eine Geschichte lesen.

Um das nächtliche Sprechen zu verhindern, solltest du dir folgende Gewohnheiten abgewöhnen:

  • Konsum von Alkohol oder kohlensäurehaltigen Erfrischungsgetränen
  • Sport vor dem Schlafengehen
  • Filme oder Nachrichten, welche die Gehirntätigkeit anregen vor dem Schlafengehen (beispielsweise Horrorfilme).