Warum Marmelade fast immer eine ungesunde Täuschung ist

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Marmelade oder auch Konfitüre gehört zu den beliebtesten Frühstücks-Brotaufstrichen. Mit ihrem fruchtig-frischen Geschmack kommt sie bei allen gut an! Das Bild von saftigen Früchten macht es einem leicht zuzugreifen – Obst ist schließlich gesund! Insbesondere dann, wenn man seine Ernährung auf vegetarische oder sogar vegane Kost umstellt, landen öfter mal Fruchtaufstriche auf dem Brot. Doch der Schein trügt! Wenn man einmal genauer hinsieht, stellt man schnell fest, dass die meisten käuflichen Konfitüren gar nicht so gesund sind. Mein bisheriger trauriger Spitzenreiter ist “Rote Johannisbeer-Konfitüre extra” von Schwartau. Gerade einmal 40 Prozent Früchte sind darin enthalten, die im Übrigen noch nicht einmal aus biologischem Anbau stammen. Die restlichen 60 Prozent bestehen laut Etikett aus Zucker, Glukosesirup (Traubenzucker), Pektin (als Geliermittel) und Citronensäure. Schau doch mal in deinem Kühlschrank nach, wie viel Frucht eigentlich in deiner Lieblingsmarmelade enthalten ist!

Zucker pur und wir merken es nicht einmal Allein die enorme Zuckermenge ist schon problematisch genug, denn wir nehmen ohnehin täglich viel zu viel Zucker zu uns. Die Industrie liebt Zucker, weil süße Produkte unweigerlich ein “Verlangen nach mehr” auslösen, obwohl weniger eigentlich angebracht wäre. Der Zusatz von Glukosesirup ist besonders problematisch, denn er besitzt etwa den gleichen Energiegehalt wie Zucker, schmeckt aber weit weniger süß. Wir schaufeln also ungesunde Dickmacher in uns hinein und merken es noch nicht einmal, weil es gar nicht so übermäßig süß ist. Jetzt könnte man meinen, der viele Zucker (und Sirup) sei notwendig, weil Johannisbeeren so sauer sind. Warum sind dann aber der weniger süße Glukosesirup und sogar noch zusätzlich Zitronensäue enthalten? Tatsächlich ist es so, dass der in großtechnischen Prozessen industriell gewonnene Glukosesirup billiger ist als Zucker und vor allem viel billiger als Früchte. Der Aufstrich wird also rein ökonomisch optimiert: Tausche wertvolle Früchte gegen billigen Sirup. Guten Appetit! Das Ergebnis schmeckt man (oder auch nicht) Hast du schon einmal selbst Marmelade gekocht oder erinnerst du dich an die reichhaltigen Kreationen aus Großmutters Garten? Wenn ja, dann weißt du, wie wunderbar echte Marmelade mit hohem Fruchtanteil schmecken kann. Mit besagter Konfitüre hat der Hersteller es leider wahrlich übertrieben, das “erste Extra des Tages” wird so zur geschmacksarmen, süßlichen Zuckerpampe, die den Namen Fruchtaufstrich meiner Meinung nach nicht verdient.

Gesünder selbst gemacht Vielleicht hast du schon deine Marmeladenvorräte inspiziert und festgestellt, dass die Massenprodukte anderer Hersteller leider auch nicht viel besser sind. Eine gar nicht so schwere Alternative, mit der man Marmeladen erhält, die den Namen noch verdienen, heißt deshalb: Selbermachen! Im einfachsten Fall dauert das nur wenige Minuten, wenn reife Früchte und Gelierzucker (am besten 1:3 für geringeren Zuckeranteil) kurz aufgekocht und dann heiß in Gläser gefüllt werden. Es geht aber noch besser! Mit diesem Rezept für Brotaufstrich kannst du ganz auf den Zusatz von Zucker verzichten und erhältst leckere, haltbare Fruchtaufstriche mit 100 Prozent Fruchtgehalt. Eine andere Alternative ist hausgemachter Fruchtmus z.B. aus Pflaumen oder Marillen, bei dem außer der eigentlichen Frucht überhaupt keine weitere Zutat benötigt wird.

Auch ohne Kochen kannst du in wenigen Minuten wunderbare, fruchtige Aufstriche zaubern. Weil bei dieser frischen Zubereitungsart sämtliche Vitalstoffe erhalten bleiben, ist das Produkt auch noch besonders gesund und wertvoll. Zwar hält sich dieser frische Aufstrich nur ein paar Tage im Kühlschrank, das ist aber nicht wirklich problematisch, denn er leert sich meist schneller als einem lieb ist und in wenigen Minuten ist neuer Aufstich gemixt.