Umarmungen und Küsse sind die beste Medizin für deine Kinder

Es gibt nur wenige Dinge, die so wohl tun und so positive Wirkungen haben wie Umarmungen.

Die besten und intensivsten Erinnerungen bauen auf diese Augenblicke auf, in denen wir für ein paar Sekunden eine geliebte Person umarmen.

Die Kraft eines Kusses oder einer Umarmung geht auch bei Kindern weit über das rein Physische hinaus. Es handelt sich um Gesten, die das innerliche Wachstum fördern, das Selbstbewusstsein stärken und auch Sicherheit geben, um mit dem Rest der Welt zu kommunizieren.

Eine Umarmung bedeutet Gesundheit, eine kostenlose Medizin, die wir jeden Tag genießen und geben sollten, insbesondere den Kleinsten der Familie.

Umarmungen und Küsse: Medizin fürs Gehirn

In einem in der Zeitschrift Scientific American veröffentlichten Artikel war zu lesen, dass fehlende Zärtlichkeit und Mangel an emotionalem Kontakt für Kinder in Waisenhäusern besorgniserregend ist.

Auch wenn die Kinder genug zu essen haben und korrekt behandelt werden, wenn zu wenige emotionale Beziehungen aufgebaut werden, wird die kognitive Entwicklung der Kleinen beeinträchtigt, was große Auswirkungen auf die emotionale Entwicklung und Sicherheit der Kinder hat.

 

Die frühe Kindheit ist ausschlaggebend

Das Gehirn eines Neugeborenen ist hungrig auf neue Erfahrungen, Stimuli und Emotionen, um neue neuronale Netzwerke aufzubauen und Gehirnvolumen und -struktur zu stärken.

  • Je größer Stress, Angst und Unsicherheit, umso reduzierter sind bestimmte Strukturen ausgebildet, so beispielsweise der Hippocampus (der mit dem Gedächtnis und den Emotionen in Verbindung steht).
  • Man weiß, dass Kinder, die in einem immunsupprimierten Milieu aufwachsen, die keine Zärtlichkeit oder physischen Kontakt erhalten, posttraumatischen Stress, Hyperaktivität und fehlendes Selbstbewusstsein entwickeln können. Auch Verhaltensstörungen können die Folge davon sein.
  • In der Zeitschrift Development and Psychopathology wurde ein Artikel über rumänische Waisenhäuser in den 80er Jahren und starken emotionalen Stress bei Babys veröffentlicht.

 

  • Dieser Stress wurde durch einen starken Mangel an affektiver Zuneigung verursacht, was in diesen Waisenhäusern normal war. In der Folge kam es zu einem erhöhten Cortisolspiegel im Blut, insbesondere im Gehirn.
  • Diese Wirkung war besonders negativ, wenn die Neugeborenen in den ersten 8 Monaten des Lebens in Waisenhäusern ohne affektive Zuneigung aufwuchsen. Wenn die Kinder nach zwei bis drei Monaten adoptiert wurden und von ihrer neuen Familie Liebe und Aufmerksamkeit erhielten, konnten die negativen Auswirkungen rückgängig gemacht werden.
  • Aus dieser Studie geht ebenfalls hervor, dass ein Baby, das in den ersten 8 Monaten an erhöhtem emotionalen Stress leidet, normalerweise einen deutlich geringeren Intelligenzquotient und erhöhtes Angstverhalten entwickelt.
Baby wartet auf Umarmungen

Umarmungen und Küsse: eine Sprache, die jeder versteht

Es gibt nichts, das intensiver, stärker und heilsamer wäre als eine Umarmung einer geliebten Person. Im Fall von Babys und Kindern sind diese Zärtlichkeiten noch viel wichtiger. Gründe dafür gibt es viele:

  • Wir wissen bereits, dass positive, affektive Gesten wie Zärtlichkeiten, Küsse oder Umarmungen Stressfaktoren reduzieren und die Entwicklung neuronaler Netzwerke bei Babys fördern.
  • Umarmungen helfen auch, eine Bindung zu entwickeln. Um die Beziehung zwischen Eltern und Kindern zu verstärken, gibt es nichts Besseres als Umarmungen von klein auf. Wenn die Kinder bereits etwas älter sind, können sie diese Gewohnheit als lästig empfinden, doch Umarmungen sind sehr wichtig, um die Bindung zu den Kindern zu erhalten.
  • Experten weisen darauf hin, dass Kinder bis zum 4. oder 5. Lebensalter im Idealfall mit einem Kuss und einer Umarmung geweckt und ins Bett gebracht werden sollten. Es ist wunderbar, den Tag mit dieser affektiven Geste zu beginnen und zu beenden.
  • Sobald die Kinder größer werden, sind Umarmungen therapeutisch, wenn sie sich ärgern, Angst oder Sorgen haben. Es muss jedoch nicht immer einen bestimmten Grund für eine Umarmung geben. In manchen Situationen ist Kontakt nötig, um Sicherheit zu verleihen.
Umarmungen eines Vaters

Manchmal sind wir müde, die Aufgaben eines Elternteils sind nicht einfach und auch die Arbeit braucht viel Zeit. Trotzdem sollte man darauf achten, emotionale Aspekte nicht zu verwahrlosen.

Ein Kind benötigt nicht nur Essen, Kleidung und schulische Erziehung.

Kinder brauchen positive Worte, ihre Ängste müssen verstanden werden, ihre Sorgen. Sie bitten uns, ihre emotionale Welt zu managen, um Wutanfälle und Sorgen zu verstehen.

 

Kinder wissen ganz genau, wann eine Umarmung oder Zärtlichkeit ehrlich ist und wann wir keine Zeit dafür haben. Widme deinen Kindern Zeit!

Nichts ist so wichtig wie eine zärtliche, emotionale Beziehung zwischen Eltern und Kindern, dafür muss das Handwerk gelernt sein, mit dem man magische Augenblicke schaffen kann, an die sich Kinder für immer erinnern.

Und du? Hast du heute deine Kinder schon umarmt? Vergiss nicht darauf, auch wenn sie schon groß sind!

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