Thymian – zwischen Küchenkraut und Heilpflanze

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Lammkeule mit Thymian ist einfach lecker. Aber wusstest Du, dass die vielseitige Pflanze auch bei Husten und anderen Beschwerden ein Glücksgriff ist? Wir erklären Dir, warum das so ist und was man alles mit Thymian anfangen kann.

Ein Kraut mit Geschichte – und reichlich Inhalt

Thymian ist ein Halbstrauch aus der Familie der Lippenblütengewächse, zu denen viele Pflanzen gehören, die ätherische Öle enthalten. Ursprünglich stammt Thymian aus dem Gebiet rund ums Mittelmeer. Zu uns kam das Kraut über die Mönche des Benediktiner-Ordens: Sie brachten es im Mittelalter über die Alpen in die Gärten ihrer Klöster.

Ätherisches Öl ist der wichtigste Inhaltsstoff des Thymians. Es sorgt für seine besondere Wirkung als Heilkraut. Doch im Thymian sind noch weitere Wirkstoffe enthalten, beispielsweise Flavonoide, denen man nachsagt, freie Radikale im Körper zu binden, und Cineol. Dieser Stoff ist auch in Eukalyptus enthalten und hat ebenfalls eine gesundheitsfördernde Wirkung. Außerdem enthält Thymian pflanzliche Gerbstoffe, die entwässernd wirken.

Thymian als Heilkraut

Die Heilkraft des Thymians war schon im Mittelalter bekannt. Heute wissen wir, warum die Inhaltsstoffe des Thymian so hilfreich sind: sie wirken wachstumshemmend auf Viren und Bakterien. Vielleicht kennst Du Thymian aus Hustensäften, denn dort wird er besonders gerne eingesetzt, da er krampf- und schleimlösend wirkt. Daher sind Husten und allgemeine Erkältungskrankheiten Hauptanwendungsgebiete für Heilmittel mit Thymian. Man nutzt ihn als Tee, Saft oder in Tablettenform. In der Naturheilkunde wird Thymian zudem bei Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt, unter anderem bei Appetitlosigkeit.

Thymian in der Küche

Aus der mediterranen Küche ist Thymian nicht wegzudenken. Ob Du Thymian frisch oder getrocknet verwendest, ist zum Teil Geschmackssache, hängt aber auch vom Rezept ab. Das Kraut passt zu Lamm und Wild genauso gut wie zu Gemüse und Kartoffeln. Bei Fisch solltest Du Thymian etwas sparsamer verwenden, weil er einen sehr starken Eigengeschmack hat, der den Fisch leicht überdecken kann. In Eintöpfen und Tomatensaucen macht sich Thymian ebenfalls gut.

Wenn Du Thymian frisch aus dem Garten benutzen möchtest, schneidest Du stets ganze Zweige bis auf einen Rest Grün ab. Vor der Verwendung waschen, kurz ausschütteln und dann die Zweige abzupfen.

Tipps für den Einkauf

Thymian gibt es in Töpfen, als Bund und als getrocknetes Gewürz nahezu überall zu kaufen: Auf dem Markt, im Supermarkt, im Feinkostgeschäft oder im Bioladen. Im Topf gedeiht die Pflanze an einem warmen Platz auf der Fensterbank, sie kann auch von dort aus in den Balkonkasten gepflanzt werden. Achte darauf, dass der Thymian keine Staunässe bekommt. Als Bund kannst Du Thymian auch einfrieren. Wenn Du beim Zupfen Zeit sparen möchtest, kochst Du einen kompletten Bund bei Deinem Gericht mit und entfernst ihn hinterher – die Blättchen lösen sich beim Kochen.