Stinkt das nicht? Diese Frau hat seit 18 Monaten kein Shampoo mehr benutzt

„Ich habe mein Haar seit mehr als einem Jahr nicht gewaschen und es ist so gesund wie nie zuvor“, erklärt die Bloggerin Kayleigh Thomas stolz. Klingt ein bisschen eklig, soll aber ein neuer Beauty-Trend sein, der unter dem Hashtag #NoPoo – die Kurzform für „No Shampoo“ – im Netz die Runde macht.

Was dahinter steckt? Die Haare werden nicht mehr mit herkömmlichem Shampoo gewaschen, sondern lediglich mit selbst hergestellten Kräuter-Tinkturen oder einfach nur mit Wasser ausgespült. Verfechter des Trends schwören drauf und berichten von positiven Effekten wie seidig, gesünderem Haar und dem Ende von fettigen Haaransätzen. Zudem schone der Verzicht auf teure Beauty-Produkte den Geldbeutel.

Adele, Miranda Kerr und Olsen Twins schwören auf #NoPoo

Bekannte Hollywood-Stars machen es vor. Angeblich reinigen Adele, Miranda Kerr und die Olsen Twins ihre Haare täglich nur mit klarem Wasser, Shampoo kommt bei ihnen nur einmal im Monat zum Einsatz. Und Karl Lagerfeld greift lieber zu Puder und Trockenshampoo und verzichtet seit Jahren auf die Haarwäsche mit Wasser, wie er dem Magazin „Harper’s Bazaar“ verriet.

Vor rund 18 Monaten habe Kayleigh zum letzten Mal herkömmliches Shampoo verwendet. Zu diesem Zeitpunkt sei ihr Haar sehr geschädigt gewesen, sie habe es oft blondiert und auch teure Pflegeprodukte hätten nicht geholfen. So blieb ihr nur, ihre Mähne zu einem kurzen Bob abzuschneiden.

Seit sie aber komplett auf Haarshampoo verzichte, sei ihr Haar nicht nur gesünder und es wachse auch deutlich schneller, so die Bloggerin.

Kayleigh führt ein „NoPoo“-Tagebuch

Auf ihrem Blog berichtet sie von ihren Erfahrungen und schreibt ein „No-Poo“-Tagebuch, in dem sie ihre Erlebnisse dokumentiert und mit anderen Nutzern teilt. Zunächst nutzte Kayleigh nur Bio-Shampoos ohne Sulfate. Der Effekt, von dem ihr Haar sofort profitierte: es wurde dicker und nicht mehr so fettig. Sie recherchierte im Netz und las von einer Bloggerin, die gar kein Shampoo mehr nutzte.

Kayleigh war begeistert und probierte es auch. Die ersten Wochen und Monate seien hart gewesen, weil die Haare eine Umstellung durchmachen. Zudem rieche das Haar nicht mehr nach den Parfümstoffen im Shampoo. Der neue Geruch ihrer Haare machte Kayleigh sehr zu schaffen. Nach den ersten Wochen wurde ihr Haar jedoch spürbar gesünder, weniger fettig und ihre Haare wuchsen schneller denn je, so die Bloggerin.

Dermatologe empfiehlt Hilfsmittel aus der heimischen Küche

Ein fettiger Haaransatz lässt sich schnell und unkompliziert mit einer Haarwäsche beseitigen. Doch hängen Haarwäschen und fettige Haare wirklich zusammen? Hat jemand Probleme mit leicht fettenden Haaren, bekommt er häufig den Tipp, diese nicht so häufig zu waschen. Denn durch das Waschen – so die Theorie – fetten die Haare noch schneller. Aber stimmt das eigentlich? Nein, sagt der Hautarzt Christoph Liebich aus München vom Berufsverband Deutscher Dermatologen: „Die Haare kann man so häufig waschen, wie man will. Sie werden nicht fettiger.“ Bedingung sei allerdings, dass man ein mildes Shampoo verwendet.

Aber: Wer es übertreibt und seine Haare mehrfach am Tag wäscht, könne unter Umständen auch wieder Probleme bekommen – nämlich mit sehr trockenem Haar und trockener Kopfhaut. Gegensteuern lasse sich mit Zutaten aus der heimischen Küche: Liebich empfiehlt, Olivenöl mit Eigelb aufzuschlagen, auf die Kopfhaut zu massieren und das Ganze einwirken zu lassen.

Der Experte zu #NoPoo: „Das Haar nicht mehr mit Shampoo zu waschen, schadet bestimmt nicht.“ Wer dem Wasser Kräuter mit waschaktiven Substanzen beimische, könne Haar und Kopfhaut auch so reinigen. „Wasser mit einer gewissen Temperatur löst Fett und reinigt auch“, so Liebich.

Nicht jeder kann die Umstellung aushalten

Ob der #NoPoo-Trend sich durchsetzt, ist unklar. Die, die es ausprobiert haben, schwören drauf. Sicher ist – gerade die lange Übergangszeit, bis die Kopfhaut aufhört, Fett zu produzieren – ist nicht für jedermann geeignet und nicht jeder kann es aushalten, jedoch sind Verfechterinnen wie Kayleigh sich sicher: Es lohnt sich – und die Haare werden es danken.