Sind Mehlspeisen abends ungesund?

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Was man am Abend ist, wird als Fettreserve angelegt. Sehr oft hört man diese Aussage, die davon ausgeht, dass man nach dem Abendessen ins Bett geht und der Organismus keine Möglichkeit mehr hat, Kalorien abzubauen.

Aus diesem Grund denken viele, dass Mehlspeisen am Abend nicht zu empfehlen sind. In diesem Beitrag erfährst du, ob das tatsächlich so ist oder nicht.

Essen und Hormone

Bevor wir näher darauf eingehen, ob Mehlspeisen am Abend gesund sind oder nicht, ist es wichtig zu verstehen, wie gewisse Hormone funktionieren und welche Rolle sie in unserem Alltag spielen.

Wer an Übergewicht oder Adipositas leidet, isst oft aufgrund von Stress, Nervosität oder Ängsten, die zu Heißhungerattacken führen, viel mehr, als eigentlich nötig. Dies ist auf die Serotoninproduktion zurückzuführen.

Serotonin ist auch als Glückshormon bekannt. Es reguliert den Appetit, die Körpertemperatur und verschiedene Wahrnehmungsfunktionen.

Dieses Hormon wird von zwei Gehirnbereichen kontrolliert: dem Hypothalamus und der Zirbeldrüse. Die Funktionen dieser Bereiche hängen vom Tageslicht und der Dunkelheit ab.

Aus diesem Grund ist dieses Hormon tagsüber aktiver als in der Nacht. Gegen Abend ist weniger Serotonin vorhanden, deshalb ist die Gefahr für eine Depression, Nervosität oder Angst größer. 

Abends ist es deshalb wahrscheinlicher, dass wir Essengsgelüste haben. Doch das ist noch nicht alles: Das Hormon „wählt“ die von ihm bevorzugten Nahrungsmittel.

Natürlich hat es keine Lust auf gesundes Obst oder Gemüse, sondern bevorzugt süße, kohlenhydratreiche, fette und salzige Speisen.

Mehl und Depression

Viele Personen mit Übergewicht oder Adipositas haben ständig Lust auf Speisen, die mit Mehl und/oder Zucker zubereitet werden.

Diese Speisen wirken zwar im Augenblick beruhigend und antidepressiv, doch sie sind schädlich für die Gesundheit, insbesondere abends.

Traurigkeit oder Frustration führen sehr häufig dazu, dass noch spätabens Gelüste aufkommen, Speisen, die mit Mehl zubereitet werden, zu verzehren.

Doch der Konsum raffinierter Kohlenhydrate provoziert die Gewichtszunahme! Danach fällt es umso schwieriger, erneut das Normalgewicht zu erreichen.

Mehlspeisen am Abend sind nicht grundsätzlich schlecht. Es kommt auf die Menge an und auch darauf, was man danach noch tut.

Gleich danach ins Bett zu gehen ist keine gute Idee, du brauchst noch Bewegung, um die Kalorien wieder abzubauen.

Da Mehl langsam verdaut wird, könnten in der Folge auch Magen- bzw. Darmprobleme entstehen (Magensäure, Blähungen, Verstopfung…).

Darüber hinaus solltest du nicht vergessen, dass diese Speisen süchtig machen und man immer mehr davon möchte.

Bei Essgelüsten entscheiden wir uns meist für Pasta, Brot, Kekse und dergleichen, denn diese haben die Fähigkeit, unseren Appetit zu stillen und insbesondere Nervosität oder Traurigkeit zu reduzieren.

Kohlenhydrate ganz zu verbannen ist keine gute Idee, doch es empfiehlt sich, die Mengen am Abend zu reduzieren.

Zum Frühstück und Mittagessen sind Kohlenhydrate wichtig, da sie Energie liefern und es uns ermöglichen, im Alltag leistungsfähiger zu sein. Tagsüber bleibt genug Zeit, die verzehrten Kalorien zu verbrennen.

Abends benötigen wir jedoch keinen Brennstoff mehr. Ganz im Gegenteil: Es empfehlen sich einfach verdaubare Lebensmittel wie Obst und Gemüse. 

Damit wirst du besser schlafen und kannst eine Gewichtszunahme verhindern.

Wie kann man die Lust auf Mehlspeisen zügeln?

Theoretisch klingt alles toll und einfach, doch wenn man versucht, gewisse Ratschläge in die Praxis umzusetzen, ist alles weitaus schwieriger.

Es gibt verschiedene Tricks, um abends einfacher auf üppige Speisen verzichten zu können. 

Du solltest versuchen, mit diesen Mehlspeisen zu vermeiden, um eine Gewichtszunahme zu verhindern.

1. Sport treiben

Sport ist in vielen Aspekten sehr wichtig, unter anderem kann damit die physische Kondition verbessert und eine Gewichtsreduktion gefördert werden.

Darüber hinaus wirkt sich Bewegung sehr positiv auf den Gemütszustand auf: Eine halbe Stunde mäßiger Sport täglich ist eine ausgezeichnete Maßnahme gegen Stress, Depression und Angst. 

2. Obst essen

Stelle am besten einen Obstkorb in deine Nähe, denn wenn du Essgelüste bekommst, kannst du eine gesunde Frucht wählen, anstatt auf Süßigkeiten oder mehlhaltige Snacks zurückzugreifen.

  • Mit Obst kannst du den Blutzuckerspiegel stabil halten und gleichzeitig den Appetit stillen. Darüber hinaus liefert dieses wichtige Ballaststoffe, Wasser und Vitamine.

Das nächste Mal ersetzt du am besten Milchschokolade durch einen leckeren Apfel oder eine Banane.

 

3. Viel Wasser trinken

Manchmal verwechseln wir Hunger und Durst. Anstatt einfach ein Glas Wasser zu trinken eilen wir gleich zum Kühlschrank und suchen nach einem leckeren Snack.

Wenn du jedoch ausreichend Wasser trinkst, ist es weniger wahrscheinlich, dass du an nächtlichen Heißhungerattacken leidest.

4. Auf den Körper hören

Du isst, weil es dir Spaß macht und dir nach etwas Leckerem gelüstet oder weil tatsächlich dein Magen knurrt?

Du solltest diese beiden Situationen unterscheiden und analysieren, was genau du essen möchtest.

  • Wenn dein erster Gedanke ein leckeres Keks oder Pommes Frites sind, dann hast du nicht Appetit sondern nur das Bedürfnis deine Gelüste zu befriedigen.

5. Etwas Platz im Magen lassen

Du solltest dich am Abend nicht unbedingt völlig vollstopfen, denn dies ist für die Gesundheit keineswegs von Vorteil.

Meist essen wir zu viel, da wir uns keine Zeit lassen, große Bissen nehmen und diese nicht gut kauen. So hat der Magen gar keine Zeit, um zu melden, dass er eigentlich schon satt ist.

Kaue alle Speisen gut und lasse dir etwas Zeit zwischen den verschiedenen Gerichten.