Sind Goji Beeren wirklich gesund? Oder doch einfach nur teuer?

Wenn du dir etwas Gutes tun willst und daher Goji Beeren kaufst, dann solltest du eine Sache wissen:

Goji Beeren sind nicht so super gesund wie oft behauptet.

Hier ist warum . . .

Mit einer Handvoll Beeren am Tag bleibe man fit und richtig gesund. Das jedenfalls das Versprechen zu dieser Superfrucht.

Und auch Hollywood Größen schwören seit einiger Zeit auf die vermeintliche Wunderwirkung der Goji Beeren.

Angeblich helfen dir Goji Beeren auf folgende Weise . . . sie:

  • spenden Energie (kaum bestreitbar)
  • unterstützen dein Herz-Kreislauf-System
  • stärken das Immunsystem
  • helfen bei Bluthochdruck
  • senken den Fettgehalt im Blut
  • schützen die Haut vor Gefahren der UV-Strahlung
  • bieten optimalen Zeltschutz, weil enthaltene Anti-Oxidantien freie Radikale neutralisieren
  • halten deine Augen gesund (Schutz vor grünem Star und Schutz der Nervenzellen in der Netzhaut)
  • schützen vor vorzeitiger Alterung (Anti-Aging-Effekt)

Tatsächlich sind einige dieser Versprechen nicht ganz grundlos, denn Goji Beeren enthalten wirklich gesunde Inhaltsstoffe.

Einige Inhaltsstoffe der Goji Beeren helfen

So enthalten Goji Beeren beispielsweise reichlich Vitamin C und Vitamin A. Beide Vitamine gelten als Anti-Oxidantien und schützen vor Zellschäden.

In größeren Mengen enthalten Goji Beeren auch die Mineralstoffe Eisen, Selen und Zink.

Eisen spielt eine Schlüsselrolle für den optimalen Sauerstofftransport im Körper. Zink und Selen bieten Schutz vor freien Radikalen und schützen somit die Zellen.

Noch wichtiger aber: Selen und Zink binden im Körper enthaltene Schadstoffe (wie Schwermetalle Quecksilber und Cadmium) BEVOR diese in Zellen eingebaut werden.

Untersuchungen von Wissenschaftlern zeigen zudem: Als Wundermittel taugt die Goji Beere erst recht nicht. Bisherige Studien fanden nämlich nur an Mäusen oder im Reagenzglas statt.

Belastbare Ergebnisse auf Basis von Studien an Menschen fehlen bisher.

Bleiben als Besonderheiten nur noch der exotische Geschmack und der Preis. Denn als Superfrucht aus fernen Landen sind Goji Beeren teuer.

Ab ca. 4 Euro bekommst du 100 Gramm getrocknete Beeren.

Der Preis ist dabei noch das kleinere Übel. Gehören doch Goji Beeren zu den Obstsorten mit erhöhter Belastung an Pestiziden.

Und die könnten dir wirklich schwer im Magen liegen.

Pestizide in Goji Beeren verderben den Spaß

Die Ergebnisse aus dem Jahr 2015 dazu stammen von der Behörde zur Lebensmittelüberwachung aus Stuttgart.

Was fand man heraus?

Man untersuchte dort 15 Proben getrockneter Goji Beeren. 14 Proben aus Nicht-Bio, eine Probe Bio-Anbau.

Nur die Bio-Beeren bestanden den Test. Dort fand man nur geringfügige Mengen zweier Pestizide.

13 der 14 Proben aus Nicht-Bio-Anbau fielen bei der Untersuchung durch. Sie überschritten die gesetzlichen Höchstmengen für Pestizide.

Unter anderem fand man das Insektizid und Nervengift Acetamiprid.

0,2 mg/kg Acetamiprid . . . das war noch die geringste Menge, die man in einer Probe fand. Erlaubt waren zum Zeitpunkt der Untersuchung aber nur 0,05 mg je kg (bei getrockneten Beeren um Faktor 5 höhere Grenzwerte).

In Summe fand man in den 14 Proben im Durchschnitt 12,9 verschiedene Pestizide. Und im Mittel enthielt ein kg Beeren 0,68mg an Pflanzenschutzmittelrückständen.

Etikettenschwindel bei Goji Beeren

99 Prozent aller Goji Beeren kommen nämlich aus China. Und anscheinend nimmt man es dort bei den Kontrollen nicht so genau.

Wiederholt verkauften die Chinesen Goji Beeren aus herkömmlichen Anbau als Bio.

Auch in Stuttgart stellte man die Qualitätsangaben in Frage. 2 Proben enthielten die Angaben „bio“ bzw. „wild“. Doch trotzdem fand man dort Rückstände an Pestiziden.

Abgesehen davon ist die Kontrolle generell schwierig. Viele Importe erfolgen über Transitländer in Südostasien (wie Singapur) und dort nimmt man die Kontrollen lockerer. So gelangen dann auch belastete Beeren über Umwege nach Deutschland.

Hinzu kommt dann noch Etikettenschwindel bei den Herkunftsangaben. So findet man im Handel 3 Beerensorten:

  • Goji Beeren aus Wildsammlung
  • Goji Beeren aus dem Himalaya
  • Goji Beeren aus Tibet

Tatsächlich ist es gar nicht möglich aus diesen 3 Quellen Beeren in diesen Massen (ca. 9.000 Tonnen aus China) für den Export zu bekommen.

Die Wahrheit: 99% aller Beeren reifen auf riesigen Plantagen im Ningxia-Tal in China. Doch China als Angabe zur Herkunft verkauft sich schlechter. Und vor allem auch nur zu einem geringeren Preis.

Erhoffe dir also nicht, wirklich Goji Beeren aus Tibet oder dem Himalaya zu bekommen.

Kauf und Verwendung

Die getrockneten Goji-Beeren bekommst du in Bio-Läden oder Reformhäusern. Du solltest diese dann kühl und trocken lagern. Dann halten sich diese ähnlich lange wie Rosinen.

Zum Müsli sind sie mal eine geschmackvolle Abwechslung. Du kannst sie aber auch einfach so essen.

Falls du Medikamente zu Gerinnungshemmung nimmst, solltest du auf Goji Beeren ganz verzichten. Das Bundesinstitut für Arzneimittel warnt, weil Goji-Beeren den Abbau dieser Medikamente blockieren.

Als Fazit lässt sich festhalten:

Ja, Goji-Beeren sind gesund, aber als oft angepriesenes Wundermittel gehen diese nicht durch. Erst recht nicht aus herkömmlichen Anbau . . . wegen der starken Belastung an Pestiziden.

Kaufe daher nur die Bio-Variante. Dann sind Goji Beeren eine geschmackvolle Bereicherung zum Müsli.

Die tägliche Portion Obst und Gemüse ersetzt dies natürlich nicht. Die gehört für eine gesunde Ernährung immer dazu.