Reismilch – Ist sie wirklich gesund?

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Getreidetrinks stehen heutzutage, im Zuge der veganen Ernährung, hoch im Kurs. Mithilfe von bestimmten Verfahren kann man aus diversen Getreidearten „Milchersatzgetränke“ herstellen. Die Reismilch war übrigens das erste Getränk, welches auch von Milchallergikern und im Rahmen der veganen Ernährung verwendet wurde. Sie stammt ursprünglich aus dem asiatischen Raum. Im Folgenden werde ich genau auf dieses Produkt, seine Inhaltsstoffe sowie Vor- und Nachteile eingehen.

Was ist Reismilch? Gibt es eine alternative Bezeichnung?

Reismilch ist ein Getränk, das nicht durch den Euter eines Säugetiers gewonnen wird, sondern aus Reis hergestellt wird. Aus diesem Grund darf sie innerhalb der EU nicht als Milch deklariert werden, sondern wird oft in den Regalen des Supermarktes auch als Reisdrink angeboten.

Wie entsteht der Reisdrink?

Die pflanzliche Alternative zur Kuhmilch, die bestens für Allergiker geeignet ist, besteht aus Vollkornreis, der zuerst gemahlen und anschließend mit Wasser gekocht wird. Was geschieht danach? Der Reis wird vermaischt, innerhalb dieses Vorgangs wird die Reisstärke in Zucker umgewandelt. Eine cremige Konsistenz resultiert hieraus, die im nächsten Schritt fermentiert und gefiltert wird. Durch die Fermentation entsteht ein leicht süßlicher Geschmack. Das auf dieses Weise erzeugte Filtrat wird mit Pflanzenöl versetzt und emulgiert. Einigen Sorten werden zudem Zucker, Salz, Aromen oder pflanzliche Verdickungsmittel, wie z. B. Carrageen oder Guarkernmehl beigefügt.

Wie sieht es hinsichtlich Vitaminen und Mineralstoffen aus?

Eine Vitamin- sowie Mineralstoffanreicherung wird oft umgesetzt, da der Reisdrink ursprünglich sehr wenige Mineralstoffe enthält und auch an Vitaminen weitaus weniger zu bieten hat als die Kuhmilch. Das glutenfreie Getränk enthält wenig Eiweiß, kaum Fett und ist laktosefrei.

Anbei eine Aufzählung der Nährwerte von 100ml Reismilch im Vergleich zu 1,5%-Fett-Milch:

Reisdrink:
• 49 kcal / 206 kJ
• 0,1 Gramm Eiweiß
• 10 Gramm Kohlenhydrahte
• 1 Gramm Fett
Kuhmilch:
• 48 kcal / 201 kJ
• 3,4 Gramm Eiweiß
• 4,8 Gramm Kohlenhydrahte
• 1,5 Gramm Fett

Welche Vorteile bietet Reismilch?

Das pflanzliche Pendant zur Kuhmilch ist bestens geeignet im Rahmen einer veganen Ernährung, sehr viele Menschen mit einer Laktoseintoleranz oder Glutenunverträglichkeit profitieren von ihr. Sie enthält, wie bereits erwähnt, wenig Eiweiß, wenig Fett und ist Laktose- und Gluten frei. Ferner ist sie cholesterinfrei und bringt stattdessen mehrere günstige, ungesättigte Fettsäuren mit.

Wie bereits angemerkt ist auch der leicht süßliche Geschmack eine angenehme Begleiterscheinung. Übrigens kann man das leckere Getränk auch spielend leicht selbst zubereiten. Einige Videos befinden sich auf YouTube und einen Rezeptvorschlag gibt’s später. Weitere nennenswerte Eigenschaften, die erwähnt werden sollten? Der Reisdrink ist ein hervorragender Energielieferant für Sportler, und auch zum Frühstück ist das Allround-Talent bestens geeignet, da der hohe Anteil an Kohlenhydraten den morgendlichen Energiekick garantiert und den Energievorrat auffüllt.

Reismilch selber machen:

Zutaten: 200 g brauner Reis (gekocht)
1000 ml Wasser
4-5 Datteln
Option: Zugabe einer Vanilleschote

Um gesunde Reismilch selber zu machen, das Wasser in den Mixer geben, 200 g des gekochten Reis abwiegen und ebenso in den Mixer fügen. Nun kommen die Datteln hinzu und das Ganze wird auf höchster Stufe 3 Minuten gemixt. Sollte der Mixer nicht ganz so leistungsfähig sein, kann die Masse im nächsten Schritt durch ein Sieb gefiltert werden und anschließend in einem Gefäß aufbewahrt werden. Im Kühlschrank lässt sich die Reismilch wunderbar 4 Tage aufbewahren.

Nachteile des Reisdrinks?

Die Reismilch liefert, wie bereits erwähnt, kaum nennenswerte Nährstoffe und auch der Anteil an B-Vitaminen ist viel zu gering, um den täglichen Bedarf auch nur ansatzweise zu decken. Ferner mangelt es dem „Milchersatz-Getränk“ an wertvollem, verwertbarem Kalzium, was für die Stabilität der Knochen und Zähne aber unerlässlich ist. Einige Hersteller setzen ihren Produkten Kalzium zu, doch durch künstlich zugeführtes Kalzium soll es zu gesundheitlichen Problemen kommen. Eine Aufnahme des Minerals auf natürlichem Wege ist jedenfalls besser verwertbar.

Aber in welchen Nahrungsmitteln befindet sich Kalzium, wenn man auf Milch- und Milchprodukte verzichten möchte? In diesem Falle sollte man auf Gemüse wie z. B. Mangold, Kohl, Fenchel, Lauch, Brokkoli und Tomaten zurückgreifen. Auch Lachs, Sardinen, Austern sowie Mandeln und Avocados enthalten den Mineralstoff.
Bei Convenience-Produkten sollte man also unbedingt auf die Zusätze achten, da viele Hersteller bei der Produktion nicht darauf verzichten. Hinzu kommt, dass solche Produkte recht teuer sind im Vergleich zur eigenen Zubereitung.

Weiterhin stellt der Reisdrink für Säuglinge keinen Ersatz zur Muttermilch dar, da wichtige Nährstoffe fehlen und Mangelerscheinungen, wie Rachitis oder Anämie, auftreten können.

Last but not least kann auch der Reisdrink gesundheitlich bedenkliche Mengen des Halbmetalls Arsen enthalten.