Polyzystische Ovarialsyndrom – Was ist das?

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Wie wir alle wissen gehören die Eierstöcke, auch Ovarien genannt, zu den primären weiblichen Geschlechtsorganen. Sie haben die Funktion, Hormone und Eizellen zu produzieren und abzusondern.

Eierstöcke sind paarig angelegt und auf beiden Seiten der Gebärmutter und an der Haut des Beckenknochens befestigt. Sie sind von grauer Farbe, relativ klein und sehr leicht. Ovarien haben die gleiche Funktion wie der Hoden beim Mann. Was sind nun polyzystische Ovarien und wie werden sie behandelt?

Was ist das Polyzystische Ovarialsyndrom?

Das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCO) ist auf eine Fehlfunktion der Sexualhormone zurückzuführen. Diese Störung führt unter anderem zu Problemen bei Kinderwunsch, Zysten in den Eierstöcken, unregelmäßigem Menstruationszyklus etc. Die Krankheit ist auch unter der älteren Bezeichnung Stein-Leventhal-Syndrom bekannt und kommt bei Frauen in gebärfähigem Alter häufig vor. Die Gründe und Auswirkungen sind jedoch sehr verschieden. Im folgenden werden wir Ihnen ausführlicher berichten.

Wie bereits erwähnt, werden polyzystische Ovarien durch eine veränderte Hormonproduktion verursacht, meist durch die Hormone Östrogen und Progesteron, wobei es zu Unfruchtbarkeit kommen kann. Zudem bewirken polyzystische Eierstöcke auch einen erhöhten Androgenspiegel. Wie der Name schon sagt, handelt es sich hier um ein männliches Hormon, das in kleinen Mengen auch bei Frauen vorkommt. Beim Stein-Leventhal-Syndrom ist es sehr schwierig, reife Eizellen freizusetzen. Das führt dazu, dass sich die halbreifen Eizellen nicht ganz vom Organ lösen und sich folglich Zysten bilden.

Eine Zyste ist ein Gewebehohlraum, der meist Flüssigkeit oder Luft enthält. Polyzystische Eierstöcke kommen häufig bei jungen Frauen zwischen 20 und 30 Jahren vor, sie können jedoch auch schon bei jungen Mädchen ab der ersten Monatsblutung auftreten. Dies ist allerdings eher selten. Bei Frauen mit Polyzystischem Ovarialsyndrom gibt es meist noch andere Familienmitglieder mit gleichen oder ähnlichen Symptomen.

Welches sind die Symptome?

Zu den häufigsten Symptomen zählen Oligomenorrhoe und Amenorrhö, also Ausbleibungen oder Unregelmäßigkeiten im Menstruationszyklus. Auch kann der Blutfluss verändert sein, von sehr schwach bis zu sehr stark. Weiter kommt es zu Fruchtbarkeitsproblemen, da keine Eizellen bereit gestellt werden. Auch metabolische Störungen kommen vor, was zu Übergewicht und einem gestörten Insulinhaushalt führen kann. Neben all diesen Symptomen sollten wir nicht vergessen, dass es durch das Polyzystische Ovarialsyndrom zu schweren Veränderungen der Hormone kommt, vor allem des Androgens. Wenn die Menge dieses Hormons zunimmt, kommt es zu Haarwuchs auf der Brust und im Gesicht, Verkleinerung der Brüste, Haarausfall oder Alopezie, Vergrößerung der Klitoris, zu einer tieferen Stimme und zu einer Veränderung des Fettgehalts in der Haut, die zu Akne und Ansammlungen am Hals, an den Achseln und an den Brüsten führen kann.

Wie wird die Krankheit erkannt?

Um diese Krankheit zu erkennen, müssen verschiedene Untersuchungen durchgeführt werden. Bei der Untersuchung der Gebärmutter, kann eine Entzündung der Eierstöcke oder der Klitoris identifiziert werden. Weiter wird auch die Körpermasse gemessen (BMI) sowie das Gewicht und der Bauchumfang der Person. Natürlich sind auch andere Untersuchungen wichtig, um diese Krankheit zu erkennen, wie zum Beispiel eine Blutanalyse. Damit können die Werte von Östrogen, Testosteron, Glukose, Prolaktin und der Schilddrüsenhormone bestimmt werden. Am Ende kann der Arzt auch noch zur Vergewisserung einen Ultraschall der Vagina oder eine Bauchhöhlenspiegelung durchführen. Auch Aspekte wie Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht und erhöhtes Cholesterin müssen berücksichtigt werden.

Behandlung von polyzystischen Ovarien

Nach der Diagnose sollte gleich mit der entsprechenden Behandlung begonnen werden. Wenn nötig muss zuerst das Körpergewicht reduziert werden.  Dies ist sehr wichtig, da auf diese Weise auch anderen Krankheiten – wie zum Beispiel Diabetes, Bluthochdruck und erhöhtes Cholesterin – vorgebeugt werden kann. Außerdem erhöhen sich die Chancen, schwanger zu werden. Oft werden Verhütungsmittel verschrieben, um das Hormon Androgen sowie den Menstruationszyklus zu regulieren. Dabei werden die oben genannten physischen Veränderungen verhindert (z.B. Akne). Weiters können auch Medikamente gegen Diabetes, Hormonbehandlungen, Clomifen, Spironolacton oder Flutamid, Cremen mit Eflornithin etc helfen.

In einigen Fällen ist eine Operation notwendig, um die vergrößerten Zysten zu entfernen.  Dies ist aber nur selten der Fall, meist nur wenn die Zysten mit Medikamenten nicht mehr bekämpft werden können. Die operative Entfernung von Zysten ist einfach und es kommt selten zu Komplikationen. Ein chirurgischer Eingriff ist auch bei Fruchtbarkeitsproblemen zu empfehlen. Es ist wichtig, dass sich Patienten mit PCO ausreichend bewegen und gesund ernähren. Eine Behandlung auf eigene Faust ohne richtige Diagnose ist gefährlich, Hormonprobleme sollten nur von Fachärzten behandelt werden.

Polyzystische Ovarien sind mit der richtigen Therapie einfach zu behandeln. In vielen Fällen können die betroffenen Frauen trotzdem schwanger werden, auch wenn ein erhöhtes Risiko besteht, während der Schwangerschaft an Bluthochdruck und Diabetes zu leiden. Zudem haben Patientinnen mit PCO ein erhöhtes Risiko, an Gebärmutterhals- und Gebärmutterkrebs zu leiden. Aus diesen Gründen ist es wichtig, bei den erwähnten Symptomen eine fachärztliche Untersuchung durchzuführen, damit eine korrekte Diagnose gestellt werden kann. Vor allem Frauen im fruchtbaren Alter können davon betroffen sein, deshalb sollten sie besonders auf diese Symptome achten.

Wie jede Krankheit hat auch das Polyzystische Ovarialsyndrom große Auswirkungen auf die Betroffenen. Wie bereits erwähnt, kann es bei Frauen zu Unfruchtbarkeit oder Problemen bei Kinderwunsch kommen. Wie wir alle wissen, ist eine Schwangerschaft oft der größte Wunsch vieler Paare auf der ganzen Welt. Deshalb ist es sehr ratsam, dass wir falls nötig Vorkehrungen treffen, und so früh wie möglich mit einer Behandlung beginnen. Frauen, die an polyzystsichen Eierstöcken leiden, sollten sich keine Sorgen machen, denn dank des heutigen Stands der Medizin ist es einfach, diese Krankheit zu heilen.