Plastik, der stille Killer

Plastik überall… zu Hause, im Büro, auf dem Spielplatz, im Supermarkt, Plastik wohin das Auge reicht.

In den letzten 50 Jahren hat sich das Konsumverhalten und der Alltag sehr verändert, Kunststoff ist nicht mehr wegzudenken. Das Problem dabei ist jedoch, dass damit unser Planet stark belastet und Gewässer verschmutzt werden. Auch unsere Gesundheit leidet an den Folgen.

Heute erklären wir dir, warum Kunststoff auch als stiller Killer bezeichnet wird und was man tun kann, um sich zu schützen.

Verbessert oder verschlechtert Plastik unser Leben?

Plastik ist im Haushalt unentbehrlich: Verpackungen, Behälter zum Aufbewahren, Gegenstände, die wir für diverse Tätigkeiten benutzen… überall werden wir von Plastik überflutet.

So manche Plastikgegenstände mögen zwar das Leben erleichtern, doch mittel- und langfristig stellen diese eine Gefahr für unsere Gesundheit und für die Umwelt dar.

An einem kleinen Symbol, das aus einem Dreieck und einer Nummer besteht, kann man erkennen, um welche Art von Plastik es sich handelt. Dies ist sehr wichtig, denn nicht jeder Kunststoff ist gleich schädlich.

Am meisten werden folgende Kunststoffe verwendet:

PET (Polyethylenterephthalat)

PET wird sehr häufig für Flaschen verwendet, die jedoch nur einmal verwendet werden sollten. 

Denn dieser Kunststoff kann Schwermetalle und chemische Substanzen freigeben, welche den Hormonhaushalt stören können.

HDP (Polyethylen hoher Dichte)

Diese Plastikart gilt als die „gute“ Variante. Trotzdem sollten wir HDP mit Vorsicht verwenden, da auch bei diesem Kunststoff chemische Substanzen ins Wasser gelangen können.

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LDP (Polyethylen niedriger Dichte)

Auch bei LDP werden chemische Substanzen frei, die ins Wasser oder in Nahrungsmittel gelangen können. Dieser Kunststoff wird für die Herstellung von Tüten verwendet, die zum Verpacken von Nahrungsmitteln benutzt werden.

PVC oder 3V (Polyvinylchlorid)

PVC setzt 2 extrem giftige Stoffe frei, die den Hormonhaushalt stören. Obwohl sich dies wissenschaftlich erwiesen hat, wird PVC noch immer beispielsweise für die Herstellung von Flaschen verwendet.

PP (Polypropylen)

Auch dieser Kunststoff wird als „gut“ eingestuft. Er ist meist weiß oder durchsichtig und wird oft für Sirupflaschen, Joghurtbecher usw. verwendet.

PS (Polystyrol)

Diese Plastiksorte wird meist für die Verpackung von Fastfood oder Einwegskaffeetassen verwendet. Leider ist diese Zusammensetzung unter anderem krebserregend.

PC (Polycarbonat)

Dieser Kunststoff zählt zu den gefährlichsten Stoffen, die für die Verpackung von Nahrungsmitteln verwendet wird. Denn PC setzt stark gesundheitsschädliche Substanzen frei, die in den Organismus gelangen können.

Wusstest du, dass PC für die Herstellung von Babyflaschen oder Sportflaschen verwendet wird?

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Durch Plastik verursachte Krankheiten

Die Universität Migel Hernandez von Alicante (Spanien) hat eine Untersuchung der Substanz Bisphenol A (BPA) durchgeführt. Diese ist in vielen Produkten aus PC (Polycarbonat) zu finden.

Zahnbürsten, Babyflaschen, Schnuller usw. enthalten meist diesen Kunststoff, der den Stoffwechsel stört, sodass Diabetes oder Leberprobleme entstehen können.

Außerdem wird der oxidative Stress erhöht und es kann zu Herzerkrankungen kommen.

Bisphenol A stört die Funktionen der Bauchspeicheldrüse und kann Insulinresistenz verursachen.

Dies könnte unter anderem ein Grund für den Anstieg von Diabetes sein (laut WHO waren im Jahre 2014 davon 433 Millionen Menschen betroffen).

Bisphenol A beeinträchtigt auch den Hormonhaushalt. 

Auch in Pestiziden sind verschiedene schädliche Substanzen vorhanden, die wir in Obst und Gemüse oder den Verpackungen alltäglicher Nahrungsmittel vorfinden können.

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Bisphenol A wird auch für die Herstellung von Lösungsmitteln, Farben, Klebstoffen oder Zahnpasta verwendet.

Diese Substanz wird massiv verwendet und leider werden wir dieser schon im Mutterleib ausgesetzt.

Welche Erkrankungen lösen die giftigen Zusatzstoffe des Plastiks aus? Die Liste ist erschreckend, insbesondere deshalb, weil diese Krankheiten in den letzten 30 Jahren deutlich häufiger auftreten:

  • Krebs (besonders betroffen sind Brust, Gebärmutter, Eierstöcke, Zervix, Gehirn, Lungen, Prostata, Leber).
  • Lymphome.
  • Gebärmutterzysten, Unfruchtbarkeit und Fehlgeburten.
  • Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsdefizit.
  • Vorzeitige Pubertät bei Mädchen.
  • Verformung des Penis.
  • Autismus.
  • Parkinson.
  • Herzerkrankungen und Fettleibigkeit.

Wie können wir uns schützen?

Der erste Gedanke ist, die Verwendung von Plastik zu vermeiden. Jedoch ist dies fast unmöglich, Plastik ist nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken.

Doch trotzdem gibt es Möglichkeiten, Gewohnheiten zu verändern, um den Kontakt mit Plastik und den gesundheits- und umweltschädlichen Substanzen zu reduzieren:

  • Meide Nahrungsmittel und Getränke, die im Handel verpackt angeboten werden.
  • Versuche, keine Bbehälter oder Geschirr aus Plastik zu verwenden. Verwende stattdessen Glas oder rostfreien Stahl.
  • Meide Dosengetränke oder -gerichte.
  • Verwende Glasbabyflaschen (auch wenn diese zerbrechlicher sind).
  • Kaufe kein flexibles Plastikspielzeug und vermeide, dass Babys Kunststoffgegenstände in den Mund nehmen.
  • Erwärme die Nahrungsmittel oder Speisen in der Mikrowelle nicht in Plastikbehältern oder -film (Polystyrol ebenfalls nicht).
  • Geschädigte Behälter wegwerfen.
  • Wasserflaschen aus Plastik sollten niemals wiederverwendet werden.
  • Kugelschreiber oder andere Plastikgegenstände nicht kauen.
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Auf diese Weise schützt du nicht nur deine Gesundheit, sondern auch die Umwelt.

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