Mythos oder wahr: Hilft warme Milch beim Einschlafen?

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Wenigen Lebensmitteln wird so eine gute Wirkung bei der Behandlung von Schlaflosigkeit zugesprochen wie warmer Milch. Aber was ist da wirklich dran?

Hilft warme Milch wirklich bei Schlaflosigkeit?

Tatsächlich ist Milch reich an Tryptophan, einer schlaf-induzierenden Aminosäure. Das L-Tryptophan wird im menschlichen Gehirn zur Produktion von Serotonin, unserem Glückshormon, gebraucht. Serotonin reguliert den Schlaf-Wach-Rhythmus, zügelt den Appetit und lässt die Stimmung steigen. Ein hoher Serotoninspiegel ist also gleichbedeutend mit Entspannung und Gelassenheit – und deshalb auch mit gutem Schlaf.

So weit, so chemisch. Um jedoch seine volle Wirkung zu entwickeln, muss das Tryptophan die Blut-Hirn-Schranke kreuzen. Um dorthin zu gelangen, müssen aber erst andere Aminosäuren überwunden werden – was dem in der Milch enthaltenen Tryptophan nicht wirklich gelingt, wie eine Studie des Massachusetts Institut of Technology ergab. Die im renommierten “Journal of Clinical Nutrition” veröffentlichte Untersuchung wies nach, dass proteinreiche Lebensmittel wie Milch trotz ihres hohen Tryptophan-Anteils die Fähigkeit des Gehirns, die Aminosäure tatsächlich aufzunehmen, eher verringern.

Damit warme Milch wirklich hilfreich für den Schlaf ist, hilft laut den Forschern nur einen Trick: Zusätzlich müssen Lebensmittel mit hohem Kohlenhydratanteil gegessen werden. Die wieder stimulieren die Insulin-Freisetzung. Und dieses Hormon wieder erleichtert dem Hirn die Aufnahme des in der Milch enthaltenen Tryptophans. HA!

Trotzdem wurde in mehreren Umfragen festgestellt, dass Milch durchaus als Schlafmittel taugt. Laut der New York Times handelt es sich dabei aber eher um einen psychologischen denn einen medizinisch nachweisbaren Effekt. Der Genuss eines Glas Milchs vor der Bettruhe habe eine beruhigende Wirkung.