Macht Kuhmilch krank?

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Der Mensch ist das einzige Säugetier, das auch im Erwachsenenalter noch Milch trinkt. Daraus können negative Folgen für die Gesundheit entstehen. Kuhmilch wird auch in Massentierhaltung produziert, wodurch sich wieder weitere Nachteile ergeben. Ist es daher wirklich so gesund, Kuhmilch zu trinken?

Herstellung

Auf der Milchtüte ist meist eine glückliche Kuh auf einer saftig grünen Weide abgebildet. Dass eine solche Tierhaltung natürlich nicht zu den Mengen Milch und Milchprodukten führen kann, wie wir das tagtäglich im Kühlregal sehen, sollte uns allen klar sein. Deutschland liegt auf Platz 5 bei der Milchherstellung weltweit! Mit traditioneller Haltung kann eine solche Platzierung auf dem Weltmarkt nichts mehr zu tun haben. Unsere Milch kommt von Hochleistungskühen, die statt dem üblichen Grünfutter noch Zusatzfutter mit Eiweißen und Fetten gefüttert bekommen müssen, um genug Milch produzieren zu können. Dies ist unnatürlich für die Kuh und kann unter anderem zu Stoffwechselstörungen führen. Eine Kuh gibt nur Milch, wenn sie gekalbt hat. Deswegen werden Milchkühe regelmäßig besamt, um immer wieder neu zu kalben und immer weiter Milch geben zu können. Sie ist so quasi „Dauerschwanger“. Eine Hochleistungskuh kann so bis zu 10.000 Liter Milch im Jahr produzieren. Euterentzündungen sind häufig. Damit sich die Kühe in der Massentierhaltung nicht gegenseitig verletzen, werden sie schmerzhaft enthornt. Milchprodukte aus konventioneller Tierhaltung sind, wie viele andere Nahrungsmittel auch, mit Hormon- und Pestizidrückständen belastet.

Biomilch und konventionelle Milch

Zur Produktion von Biomilch wird kein unnatürliches Zusatzfutter verwendet, auch die Tierhaltung ist besser. Das natürlichere Futter schlägt sich auch in der Qualität der Milch nieder: In Biomilch sind wesentlich mehr der herzgesunden Omega-3-Fettsäuren enthalten als in konventionell hergestellter Milch. In Biomilch sind keine Hormonrückstände und auch keine Pestizide enthalten, was auf die bessere Futterqualität zurückzuführen ist.

Nährstoffe in der Milch

Milch enthält Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett. Und davon teils nicht zu knapp! Ein Liter Vollmilch schlägt mit bis zu 38 Gramm Fett zu Buche! Das entspricht knapp 4 Esslöffeln Öl! Wenn schon Milchprodukt, dann sollte man darauf achten, dass es besonders fettarm ist, um den Konsum tierischer Fette zu reduzieren und sich nicht durch unnötige Kalorien „fett zu essen“.

Laktoseunverträglichkeit / Laktoseintoleranz

Laktose ist ein sogenanntes Disaccharid und wird auch Milchzucker genannt. Sie kommt in der Milch und den daraus verarbeiteten Produkten in unterschiedlichen Konzentrationen vor. Frische Kuhmilch weist einen Laktosegehalt von ca. 5 g/100 ml auf. Bei der Verarbeitung von Kuhmilch gelangt die Laktose je nach Wassergehalt ganz oder teilweise in das erzeugte Produkt. Bei Laktoseintoleranz liegt eine Störung der Laktoseverdauung vor, was zu mehr oder weniger stark ausgeprägten Beschwerden führen kann. Laktose selbst kann vom Körper im Darm nicht aufgenommen werden. Für die Aufnahme und Verwertung muss sie im Darm erst in ihre Einzelteile Glukose und Galaktose gespalten werden. Diese Spaltung wird durch ein Enzym erledigt, das von Zellen in der Schleimhaut des Dünndarms gebildet wird und Lactase heißt. Dieses Enzym fehlt bei Menschen, die an Laktoseunverträglichkeit leiden. Der Milchzucker kann nicht verdaut werden. Zu den Symptomen gehören Blähungen, vermehrter Windabgang (Flatulenz), Bauchschmerzen/Bauchkrämpfe und Durchfall. Insbesondere Asiaten und Afrikaner, deren Vorfahren keine Milchwirtschaft betrieben, vertragen keine Milch. In Europa hat die Milchviehhaltung lange Tradition. Im Laufe der Generationen hat sich der Körper an den lebenslangen Milchkonsum angepasst. In Deutschland leidet circa 20 Prozent der Bevölkerung unter Laktoseunverträglichkeit

Milcheiweißallergie

Menschen, die unter einer Kuhmilchallergie leiden, können auf zwei verschiedene Arten von Milcheiweiß, entweder auf Kasein oder Molkeneiweiß, allergisch reagieren. Je nachdem, welche Eiweißart eine allergische Reaktion beim Betroffenen auslöst, können bestimmte Milchprodukte konsumiert werden, oder es muss gänzlich auf Milchprodukte verzichtet werden. Das gesamte Milcheiweiß ist in Trinkmilch, Buttermilch, Sauermilch, Joghurt und Kefir enthalten, wohingegen Quark oder Käse fast nur Casein enthalten. Während der Käseherstellung wird das Casein zum Gerinnen gebracht, das Molkeneiweiß verbleibt in der Molke und wird abgetrennt. Das Molkeneiweiß ist kuhmilchspezifisch, d.h. eine allergische Reaktion auf Molkeneiweiß ist auf Kuhmilch begrenzt. Der Allergiker hat daher die Möglichkeit, auf Ziegen-, Schaf- oder Stutenmilch auszuweichen.

Macht Milch krank?

Milchzuckerunverträglichkeit und Milcheiweißallergie sind Krankheiten, die nicht durch den Konsum von Milch verursacht werden, aber bei Konsum von Milch auftreten. Zurzeit mehren sich die Gerüchte, die erklären, Milch sei gesundheitsschädlich. Es heißt, Milch verursache Krebs, erhöhe das Sterberisiko, erhöhe die Anzahl von Knochenbrüchen und verkürze das Leben. Tatsächlich gibt es dazu aber nur eine Studie, die nicht alle Begleitumstände, wie Lebensgewohnheiten und Lebensführung der Probanden mit erfasst hat. Wer aber dem negativen Einfluss von Spuren in der Milch von Hormonen und Pestiziden entgehen möchte, beschränkt seinen Konsum von Milchprodukten konsequent auf Bioprodukte. Dann geht’s den Kühen und dir selbst besser – durch den höheren Gehalt an Omega 3 Fettsäuren.