Können HIV-Infizierte bald geheilt werden?

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HIV-Infizierte müssen lebenslang Medikamente nehmen, denn das Virus versteckt sich und kann wieder zuschlagen. Nun ist seine Tarnung aufgeflogen.

Wenn es um die Heilung von HIV geht, stellen inaktive Viren die grösste Hürde dar. Die zur Behandlung zur Verfügung stehenden Medikamente können nämlich nur jene Erreger erreichen, die sich vermehren, also aktiv sind.

Dieses Szenario könnte jedoch bald der Vergangenheit angehören. Forscher von der Universität Montpellier haben einen Weg gefunden, wie sich die inaktiven Viren trotz ihrer Tarnung ausfindig machen lassen.

Verräterisches Molekül

Das Team um Benjamin Descours identifizierte ein Proteinmolekül namens CD32a. Dieses ist ausschliesslich in mit HIV infizierten T-Zellen mit inaktiven Erregern zu finden. Die Studie ist im Fachjournal «Nature» erschienen.

Mit Antikörpern gegen dieses Protein fischten die französischen Virologen dann gezielt HIV-tragende T-Zellen aus dem Blut von Menschen, deren HIV-Infektion durch Medikamente fast komplett unterdrückt ist. Das war zuvor unmöglich.

«Potenziell bahnbrechende Studie»

Allerdings bildet nur etwa die Hälfte der mit schlummernden Erregern infizierten Immunzellen das Protein, so die Forscher. Dennoch werten sie die Entdeckung als grossen Fortschritt.

Der gleichen Meinung ist auch Douglas D. Richman vom Aids-Forschungszentrum der University of California in San Diego, der nicht an der Studie beteiligt war. In einem Kommentar spricht er von einer «potenziell bahnbrechenden Studie», die zu neuen Therapien oder sogar zur Heilung führen könne.