Johannisbeeren – so gesund und vielseitig

74 total views, 1 views today

Johannisbeeren stecken voller Vitamine und schmecken gut. Tipps fürs das Pflanzen, Entsaften, Einfrieren und viele Rezepte, zum Beispiel für Johannisbeerkuchen.

Knackig saftig, süßsauer und mit unverwechselbarem Aroma – Johannisbeeren, gehören zu den beliebtesten Beeren. Ihr botanischer Name lautet Ribes und so erklärt sich, warum die Johannisbeeren in Bayern und Österreich auch Ribisel genannt werden.
Der Name Johannisbeere stammt jedoch daher, dass die Beeren des sommergrünen Strauchs meist um den Johannistag am 21. Juni reif werden.
Die Johannisbeere gehört zur Gattung der Stachelbeergewächse. Johannisbeeren gibt es vor allem in drei Farben:

• rote Johannisbeere (Ribes rubrum),
• schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum)
• weiße Johannisbeere (gehört botanisch zu den roten Johannisbeeren, wurde daraus gezüchtet)

Die Sorten unterscheiden sich nicht nur in der Farbe, sondern auch im Geschmack. Am süßesten sind die weißen Johannisbeeren, sie haben aber weniger Aroma. Die roten Johannisbeeren mit ihrem säuerlich-fruchtigen Geschmack sind die beliebteste und häufigste Sorte. Schwarze Johannisbeeren dagegen haben, je reifer sie sind, mehr Süße, aber auch ein leicht bitteres Aroma, das nicht jeder schätzt. Deshalb werden die schwarzen Früchte meist nicht roh gegessen, sondern verarbeitet etwa zu Gelee, Konfitüre oder Likör (Cassis).

Gesunde Johannisbeeren – der Steckbrief

Weltweit gibt es über 140 Sorten von Johannisbeeren. In Mitteleuropa sind es vor allem die roten, die in Beerenplantagen und vielen Gärten angepflanzt werden. Dabei schmecken Johannisbeeren nicht nur gut. Sie enthalten auch viele wertvolle Substanzen, die wichtig für die Gesundheit sind. 100 Gramm (g) rote Johannisbeeren enthalten:

• rund 45 Kilokalorien
• gut 1 g Proteine
• 14 g Kohlenhydrate, davon rund ein Viertel Ballaststoffe
• 250 g Kalium
• 41 Milligramm (mg) Vitamin C
• 33 mg Kalzium
• 30 mg Phosphor
• 13 mg Magnesium

Wesentlich inhaltsreicher sind schwarze Johannisbeeren. Sie liefern fast viermal sie viel Vitamin C wie die rote Sorte, zusätzlich verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe, wie den natürlichen Farbstoff Anthocyan.

Auch die Blätter der Johannisbeere bieten eine ganze Palette gesunder Substanzen, wie

• Flavonoide, zum Beispiel Catechine,
• Anthocyane,
• Polyphenole,
• Diterpene,
• Gerbstoffe,
• ätherische Öle.

Ein Tee aus Johannisbeerblättern wird deshalb in der Volksmedizin seit Jahrhunderten gegen die verschiedensten Beschwerden empfohlen. Dazu gehören wegen seiner harntreibenden Wirkung:

• Blasenentzündung
• Harnwegsbeschwerden
• Nierengrieß

Weitere Anwendungsgebiete von Johannisbeerblättern in der Phytomedizin sind

• rheumatische Beschwerden,
• Erkältung,
• Viruserkrankungen.

Johannisbeeren gegen Entzündung und Krebs?

Auch die Schulmedizin entdeckt die Inhaltsstoffe der Johannisbeere als mögliche Behandlungsoption gegen verschiedene Krankheiten. Ins Licht der Forschung gerückt ist dabei vor allem Epigallocatechin, ein Antioxidans, das übrigens auch grünen Tee so gesund machen soll.
So konnte etwa eine Studie aus Neuseeland zeigen, dass schwarze Johannisbeeren bei entzündlichen Lungenerkankungen und Asthma Erleichterung bringen und damit die schulmedizinische Behandlung ergänzen können.

Schon frühere Untersuchungen hatten Hinweise darauf gegeben, dass die Inhaltsstoffe der Johannisbeeren – und zwar sowohl aus Früchten als auch Blättern – folgende Wirkungen haben können:

• Entzündungen bekämpfen
• Viren (Herpes) und Bakterien abblocken
• Krebsrisiko mindern
• Blutdruck senken
• Venenbeschwerden lindern

Johannisbeeren selbst pflanzen

Am besten schmecken Johannisbeeren frisch vom Strauch. Umso besser, dass sich Johannisbeersträucher ganz einfach pflanzen lassen. Wählen Sie dafür einen sonnigen bis halbschattigen Standort mit humusreichem Boden.

Pflanzen Sie die Stauden nicht zu eng aneinander. Denn Johannisbeeren sind Flachwurzler, ihre Wurzeln breiten sich also unter dem Boden horizontal aus. Gießen Sie gut, Johannisbeeren brauchen viel Wasser. Bedecken Sie deshalb den Boden mit etwas Rindenmulch, dann hält sich die Feuchtigkeit besser. Übrigens sind die Sträucher winterhart und überstehen auch starken Frost.

Johannisbeeren richtig schneiden

Damit die Johannisbeerstauden jedes Jahr mehr Früchte tragen, sollten die Sträucher immer nach der Ernte im Sommer geschnitten werden. Dabei schneiden Sie alte, dicke und verholzte Zweige direkt über dem Boden an der Strauchbasis. Der richtige Rückschnitt unterscheidet sich bei roten, weißen und schwarzen Johannisbeeren etwas:

• Bei roten und weißen Johannisbeeren sollten Sie alle Zweige, die älter als drei Jahre sind, entfernen.
• Der Rückschnitt bei schwarzen Johannisbeeren fällt radikaler aus. Hier kann unbesorgt geschnitten werden, denn die üppigste Ernte bringen die einjährigen Triebe.
• Als Faustregel für alle Johannisbeerstauden gilt: Nicht mehr als zwölf Hauptzweige stehen lassen.

Johannisbeeren selbst vermehren

Übrigens können Sie aus den abgeschnittenen Zweigen neue Sträucher ziehen. Die Äste lassen sich als Stecklinge benutzen. Dazu sollten sie jedoch nicht zu alt und verholzt sein. Schneiden Sie den Zweig dazu unten schräg ab, er sollte noch 20 Zentimeter lang sein. Setzen Sie den Zweig tief in nährstoffreiche Erde und lassen Sie oben nur zwei Astaugen frei . Gießen Sie den Steckling gut und pflanzen Sie ihn im nächsten Herbst an den gewünschten Platz. Nach drei Jahren ist daraus bereits ein kleiner Strauch gewachsen, der seine ersten Früchte trägt.

Johannisbeeren ernten und einfrieren

Am besten lassen sich Johannisbeeren frisch gepflückt genießen. Ansonsten sollten die Früchte rasch verarbeitet werden, denn im Kühlschrank halten sie nur wenige Tage. Eine Möglichkeit, das ganze Jahr über Johannisbeeren zu genießen, ist deshalb das Einfrieren:

• Waschen Sie die frisch gepflückten Beeren, entfernen Sie Stiele und faule Früchte.
• Lassen Sie die Beeren auf Küchenpapier oder einem Tuch etwas abtrocknen.
• Breiten Sie die Johannisbeeren auf einem Blech oder einer Platte aus, sodass sie nicht aufeinander liegen und beim Einfrieren nicht zusammenkleben.
• Stellen Sie das Blech in die Tiefkühltruhe.
• Sobald die Früchte gefroren sind, lassen sie sich in Behälter oder Gefriertüten abfüllen.

Johannisbeeren entsaften und Gelee herstellen

Mit dem Entsafter können Sie ganz einfach Johannisbeersaft selbst herstellen. Das klappt aber auch ohne dieses Küchengerät: Johannisbeeren in einen Topf mit etwas Wasser geben, kurz aufkochen und das Ganze durch ein feines Sieb streichen. Mit Zucker oder Honig abschmecken. Der Saft ist nicht nur ein gesunder Durstlöscher, sondern lässt sich auch zu Johannisbeergelee verarbeiten.

Zutaten für Johannisbeergelee
1 Kilogramm (kg) rote oder schwarze Johannisbeeren
500 g Gelierzucker (2:1)

Johannisbeeren mit 250 Gramm Wasser in einen Topf geben, aufkochen lassen und zugedeckt bei wenig Hitze etwa 30 Minuten ziehen lassen. Ein Küchentuch über einen großen Topf hängen, die Beeren hineingeben und abtropfen lassen, am besten über Nacht. Am nächsten Tag knapp einen Liter Beerensaft abmessen, mit dem Zucker verrühren und in einem Topf zum Kochen bringen. Drei Minuten kochen lassen, danach in Marmeladengläser füllen, gut verschließen, kurz auf den Kopf stellen.
Das Gelee schmeckt besonders gut, wenn Sie schwarze Johannisbeeren verwenden. Ihr Aroma kommt in Zucker gekocht am besten zur Geltung.