Ist Kaffee wirklich schlecht für Herz und Blutdruck?

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Hoher Blutdruck – was bedeutet das?

Der Name drückt es bereits aus: Wenn jemand unter Bluthochdruck leidet, dann ist der Druck, der durch das Blut bei jedem Schlag des Herzens auf die Gefäße erfolgt, zu hoch. Die Gefäßerkrankung ist weit verbreitet – laut dem Ärzteportal aerzteblatt.de leiden über 35 Millionen Deutsche an der so genannten „Hypertonie“, die am häufigsten vorkommende Form des Bluthochdrucks.

Millionen Deutsche leiden unter Bluthochdruck

Dabei haben viele Menschen zu hohen Blutdruck, ohne überhaupt davon zu wissen. Denn oftmals sind die Symptome unauffällig und werden als „kleines Wehwechen“ abgetan, manchmal gibt es sogar überhaupt keine erkennbaren Symptome. Genau deshalb ist die Volkskrankheit Bluthochdruck so gefährlich – oftmals wird der zu hohe Bluthochdruck erst diagnostiziert, wenn bereits Folgeerkrankungen eingetreten sind.

Und die können es in sich haben: Weil das gesamte Gefäßsystem in Mitleidenschaft gezogen und stark belastet wird, können winzige Risse innerhalb der Gefäßinnenhaut entstehen, was wiederum eine Verhärtung beziehungsweise Verdickung der Gefäßwände zur Folge haben kann.

Von der Arterienverkalkung bis hin zum Herzinfarkt

Daraus resultiert die so genannte Atherosklerose (unter Nicht-Medizinern eher als „Arterienverkalkung“ bekannt), durch die die Arterien verschlossen werden und das Blut nicht mehr reibungslos in die Organe fließen kann. Organe, die an einer Blut-Unterversorgung leiden, können nicht mehr ordentlich ihren Dienst tun. Werden die Herzkranzgefäße nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt, kann es zu einer Angina pectoris kommen.

Dieses Symptom, ein Engegefühl in der Brust beziehungsweise ein Brustschmerz, weist meist auf eine koronare Herzerkrankung hin. Sind die Gefäße komplett verschlossen, hat das einen Herzinfarkt zur Folge – laut Statistischem Bundesamt immer noch die häufigste Todesursache der Deutschen.

Bluthochdruck belastet auch Nieren und Gehirn

Doch auch andere Organe halten der Belastung durch zu hohen Blutdruck häufig nicht stand. Wenn die Arterien der Nieren aufgrund des Bluthochdrucks nicht mehr ausreichend Blut transportieren können, können die Nieren ihre Filterfunktion nicht mehr erfüllen. Ein daraus folgendes Nierenversagen kann sogar im schlimmsten Fall zum Tod führen. Wird in das Gehirn wiederum aufgrund einer Atherosklerose zu wenig Blut transportiert, kann dies einen Schlaganfall zur Folge haben.

Ist Kaffee schädlich für das Herz?

Bluthochdruck ist nichts, das man auf die leichte Schulter nehmen sollte. Es gibt viele mögliche Ursachen für zu hohen Blutdruck. Zu den Risikofaktoren, die Bluthochdruck begünstigen, zählen vor allem Übergewicht, Bewegungsmangel sowie hoher Salz- und Alkoholkonsum. Eine zu geringe Kaliumzufuhr (z.B. durch frisches Obst, Gemüse, Nüsse oder getrocknetes Obst) sowie Rauchen können ebenfalls Ursachen sein. Ebenso fördert andauernder Stress den zu hohen Druck in den Gefäßen.

Immer wieder hört man, dass auch der Kaffeegenuss für zu hohen Bluthochdruck verantwortlich sein könnte. Besteht für Kaffeetrinker also ein höheres Risiko, herzkrank zu werden? Eine norwegische Studie hat einen Nachweis dafür erbracht, dass gewisse Menschen bei Kaffeekonsum unter einem höheren Herzinfarkt-Risiko leiden. Vor Verallgemeinerungen sei allerdings gewarnt: Bei den Betroffenen handelt es sich um Personen, die besonders koffeinempfindlich sind und durch einen Gendefekt Koffein langsamer ausscheiden als andere Menschen. Personen mit dieser Veranlagung sind bei übermäßigem Kaffeekonsum unter Umständen eher gefährdet einen Herzinfarkt zu erleiden als Menschen, bei denen dieses Gen nicht vorhanden ist.

Ein Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und dem erhöhten Cholesterinspiegel, der als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Krankheiten gilt, ist also gegeben. Studien zum endgültigen Beleg, dass Kaffee beziehungsweise Koffein für ein erhöhtes Herzinfarkt-Risiko verantwortlich ist, müssen allerdings noch durchgeführt und überprüft werden.

Filterkaffee ist unschädlich für das Herz

Eine weitere Entwarnung kann gegeben werden, wenn man sich die Studie genauer anschaut. Die Probanden der norwegischen Versuchsreihe nahmen ausschließlich Aufguss-Kaffee zu sich, wie man ihn in dem skandinavischen Land gerne trinkt. Wer schon einmal in Norwegen Kaffee getrunken hat der weiß, wovon wir reden: Der Instant- oder als loses Pulver direkt mit Wasser aufgeschüttete Kaffee ist rabenschwarz und sehr, sehr kräftig. „Kruttkaffee“, was so viel heißt wie „Kanonenpulver-Kaffee“ ist am beliebtesten und äußerst stark. Filterkaffee so wie ihn immer noch viele Deutsche am liebsten trinken, sei dagegen unschädlich für das Herz, da das Filterpapier einen Großteil der Fettsäuren absorbiert.

Kaffee erhöht den Blutdruck… kurzfristig!

Ja, es ist wahr und unumstritten: Wenn man Kaffee trinkt, kann dadurch der Blutdruck ansteigen. Allerdings geschieht dies meist nur sehr kurzfristig und hat keine negativen gesundheitlichen Auswirkungen. Vor allem für Gewohnheits-Kaffeetrinker stellt dies kein Problem dar: Wer regelmäßig Kaffee trinkt, bei dem ist meist nur ein geringer Anstieg des Blutdrucks zu verzeichnen.

Wie viele Tassen pro Tag sind erlaubt?

Wie viel Kaffee darf man nun pro Tag trinken, ohne dass man seine Herzgesundheit gefährdet? Ganz allgemein lässt sich diese Frage zwar nicht zweifelsohne beantworten, doch Experten nennen vier bis fünf Tassen pro Tag als unbedenkliche Menge. Doch Vorsicht bei einer bereits vorhandenen Herzrhythmusstörung: Hier sollte genau beobachtet werden, ob nach der Koffeinzufuhr ein erhöhter Blutdruck zu verzeichnen ist. Übrigens, dies gilt auch für Tee – denn im Schwarztee wie auch im grünen Tee ist genauso Koffein enthalten wie im Kaffee.