In drei Schritten bekommen Sie das Benehmen Ihres Hundes in den Griff

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Jeder Hundebesitzer wünscht sich eine harmonische Beziehung zu seinem Hund. Flegelhaftes Verhalten des Vierbeiners oder Missverständnisse zwischen Mensch und Hund können selbst enge Freundschaften auf die Probe stellen. Drei Schritte helfen Ihnen, das Benehmen Ihres Hundes zu verbessern.

  • Schritt 1: Machen Sie sich die Bedürfnisse Ihres Hundes bewusst.
  • Schritt 2: Analysieren Sie Ihre persönliche Situation genau und nehmen Sie Änderungen im Alltag vor.
  • Schritt 3: Trainieren Sie effektiv mit dem Hund.

Schritt 1: Machen Sie sich die Bedürfnisse Ihres Hundes bewusst     

Ein Hund hat gewisse Grundbedürfnisse. Werden diese nicht erfüllt, fühlt sich der Hund unwohl, wird körperlich oder emotional krank oder zeigt unangenehme Verhaltensweisen. Letzteres äußert sich darin, dass er zum Beispiel hyperaktiv oder lethargisch wird, Dinge in der Wohnung zerstört oder nicht mehr mit seinem Menschen kooperiert.

Die sechs wichtigsten Grundbedürfnisse eines Hundes sind:

1. Körperliche Unversehrtheit: Hierzu zählt, das Recht des Hundes auf artgerechter Haltung, gesunder Ernährung sowie ausreichender Pflege und Gesundheitsvorsorge. Auch sollte ihm drei- bis viermal täglich die Möglichkeit gegeben werden, draußen sein Geschäft zu verrichten.

2. Sozialkontakte: Ein Hund benötigt einen ausreichenden Sozialkontakt zu Artgenossen und zu seinem Menschen. Wie viel Kontakt ein Hund zu anderen Hunden in Anspruch nimmt, ist individuell verschieden. Mit seinem Menschen, seiner Bezugsperson, sollte er etwa zwei Drittel des Tages Zeit verbringen.

3. Körperliche Auslastung: Auch wie viel Auslastung ein Hund benötigt, ist individuell unterschiedlich. Dies kann zwischen ein und vier Stunden täglicher Bewegung variieren.  Das Alter, der Gesundheitszustand und das Aktivitätsniveau sind zu berücksichtigen. Als Mindestmaß gilt, dass ein Hund sich täglich mindestens 20 Minuten am Stück richtig austoben soll. Für die meisten Vierbeiner ist das allerdings sogar zu wenig.

4. Geistige Auslastung: Als intelligentes Säugetier hat ein Hund das Bedürfnis nach geistiger Auslastung. Er braucht eine Aufgabe und will immer wieder etwas erlernen! Um dem gerecht zu werden, können Hundehalter ihren Vierbeinern immer neue Dinge beibringen oder mit ihnen neue Spazierwege entdecken. Auch das gezielte Arbeiten als Rettungshund, Fährtenhund, Hütehund oder ähnliches, ebenso wie viele Hundesportarten lasten einen Hund nicht nur körperlich aus, sondern fordern ihn auch geistig.

5. Ausreichend Ruhe und Schlaf: Ein Hund benötigt Ruhephasen von etwa 18 – 20 Stunden am Tag. Kranke und ältere Hunde sowie Welpen können auch deutlich länger ruhen. Wichtig ist auch, dass jeder Hund einen eigenen Rückzugsort in der Wohnung hat, an dem er nicht gestört oder aufgescheucht wird.

6. Individualität – “Auch mal Hund seien dürfen”:  Auch ein Hund hat das Recht auf Individualität. Hundehalter sollten ihrem Hund, im vertretbaren Rahmen, eigene Entscheidungen zugestehen. Hierzu zählt unter anderem, dass der Hund sich eigenständig zurückziehen darf, wenn er sich unwohl fühlt oder Ruhe braucht. Zudem sollte der Hund das Recht haben, einmal nicht mit anderen Hunden spielen zu wollen oder ähnliches.

Seinem Hund gerecht werden

Um das Verhalten eines Hundes zu verbessern, sollte ein Besitzer sich zuallererst fragen, ob er seinem Hund gerecht wird. Wird es einem Hund zu Hause langweilig, dann geht auch schon mal das eine oder andere von der Wohnungseinrichtung in die Brüche. Wird das Grundbedürfnis nach Bewegung und geistiger Auslastung nicht gestillt, dann entsteht Stress, den jeder Hund auf unterschiedliche Art und Weise abzubauen versucht. Dadurch wird ein Hund nicht sofort aggressiv, aber es können impulsive Verhaltensreaktionen verstärkt werden.

Aber nicht nur mangelnde Auslastung führt zu Problemen. Auch Überbelastung, Reizüberflutung und zu wenig Ruhe kann so starken Stress beim Hund auslösen, dass er auffällige Verhaltensweisen entwickelt. So ein Hund ist oft sehr unausgeglichen, störrisch und genervt. Nicht immer erkennt man eine Überbelastung eines Hundes an seiner Müdigkeit. Manche Hunde zeigen ein Verhalten wie Kleinkinder, die bei Übermüdung extrem aufgeputscht, quengelig und aufgedreht sind.

Schritt 2:  Analysieren Sie Ihre persönliche Situation genau und nehmen Sie Änderungen im Alltag vor

Der Hundebesitzer sollte die Grundbedürfnisse des Hundes mit seiner eigenen häuslichen Situation abgleichen. Oft stellt er dann schon fest, was im Alltag falsch läuft. Viele Änderungen sind einfach umzusetzen. Hier oder da den Zeitplan ändern, einen Hundesitter buchen, der den Hund zusätzlich auslasten, kann schon viel bewirken. Wer unsicher ist, dem können ein erfahrener Hundetrainer oder der Tierarzt Tipps geben.

Schritt 3:  Trainieren Sie effektiv mit dem Hund

Sind die ersten beiden Schritte getan, stellt sich in den wenigsten Fällen eine hundertprozentige Besserung ein. Alles braucht seine Zeit. Hund und Mensch müssen sich nun erst einmal an einen neuen Tagesrhythmus gewöhnen. Es dauert auch, bis sich beim Hund der Stress abgebaut hat.

Die häusliche Situation den Bedürfnissen seines Hundes anzupassen, erleichtert es ihm oft wieder zu Ruhe zu kommen. Doch dies ist nur eine Seite der Medaille. Oft haben sich falsche Verhaltensweisen des Hundes, die einst durch Stress entstanden sind, bereits ritualisiert.

Nehmen wir als Beispiel das Dauerkläffen von Felix, einem sehr agilen Jack Russel Terrier aus einem Hochhausviertel. Er stand ständig unter Strom. Sobald Herrchen mit ihm aus dem Haus ging, fing er an, alles und jeden anzubellen. Er war gar nicht mehr zu beruhigen, die Spaziergänge waren für seinen Menschen der reinste Alptraum, von weiten hörten ihn schon die Nachbarn.