Frühjahrsputz für Allergiker

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Saubermachen ist für über 4,5 Millionen Deutsche eine echte Herausforderung: Sie reagieren allergisch auf Hausstaub – genauer gesagt auf die Ausscheidungen der Hausstaubmilben. Doch nicht nur das macht Empfindlichen zu schaffen: Auch Schimmel, Pollen und scharfe Haushaltsreiniger können zu Atemwegs- und Hautproblemen führen. Um dem vorzubeugen, sollte man ein paar wichtige Hygieneregeln beachten.

■ Hausstaub optimal reduzieren Ist Ihre Wohnung mit glattem Boden ausgelegt? Dann wischen Sie ihn bitte so oft wie möglich feucht, statt den Schmutz nur mit Besen und Sauger zu bekämpfen. Das gilt auch fürs Entstauben von Regalen, Kommoden und anderen Möbelflächen. Allergiegeplagte sollten grundsätzlich auf Stoffpolster, Teppiche mit Hochflor, Kuschelkissen und Staubfänger wie etwa Trockenblumengestecke und Porzellantiersammlungen verzichten. Tipp: Da beim Putzen unvermeidbar Staub aufgewirbelt wird, zum Schutz eine Papiermaske aufsetzen. Die gibt es schon für wenig Geld im Baumarkt.

■ Milben aus dem Bett verbannen Kissen und Decken täglich lüften, Bettwäsche bei 60 bis 95 Grad waschen. Das tötet Milben ab. Federn sind als Füllung problematisch, da sich die Spinnentiere auf ihnen gern niederlassen. Hochwertig verarbeitete Daunenkissen oder -decken gelten hingegen als eher milbenarm. Wer tatsächlich unter einer Hausstauballergie leidet, sollte sich sogenannte Encasings anschaffen. Das sind milbendichte Schutzüberzüge für Matratzen, Kissen und Bettdecken.

Bettwaesche lueften

Bettwäsche sollte täglich gelüftet und einmal pro Woche gewaschen werden.

■ Matratze regelmäßig reinigen Saugen Sie Ihre Matratze jedes Mal ab, wenn Sie das Bettzeug wechseln. Der Staubsauger sollte aber für Allergiker geeignet sein, also über einen besonders dichten Filter verfügen, der den Milbenkot im Gerät zurückhält. Für Allergiker empfiehlt sich zweimal pro Jahr eine professionelle Reinigung (Dauer: 20 Minuten, Kosten: 20 bis 30 Euro). Dabei werden die Schmutzpartikel bis in den Matratzenkern gelöst und per Vakuum aus der Matratze entfernt. Zwischendurch helfen Antimilbensprays, die allergene Belastung für mindestens sechs Monate zu reduzieren (z. B. “Milbopax”, seit Januar neu in Apotheken).

■ Für frisches Klima sorgen Vermeiden Sie hohe Luftfeuchtigkeit in der Wohnung. Bei trockenem Wetter sollte deshalb mehrmals täglich für fünf bis zehn Minuten gelüftet werden. Im Schlafzimmer, wo sich in der Regel die meisten Milben befinden, darf die Raumtemperatur höchstens 18 Grad betragen. Und verbannen Sie Grünpflanzen! Die geben nämlich sehr viel Feuchtigkeit ab.

■ Bei Pollenflug: die Raumluft filtern Im Frühling ist normales Lüften eine Qual für Pollenallergiker. Wenn selbst wöchentliche Feuchtreinigung und Pollenschutzgaze vor den Fenstern keine Entlastung bringen, lohnt die Anschaffung eines elektrischen Luftreinigers mit HEPA-Filter. Lassen Sie sich vor dem Kauf am besten im Fachhandel beraten.

■ Schimmel entfernen Kleineren Befall wie schwarze Fugen oder Silikondichtungen mit einem Tuch und 70-prozentigem Alkohol abwischen. Oder mit verdünntem Brennspiritus (Mischung: zwei Teile Spiritus auf ein Teil Wasser). Bitte immer bei geöffnetem Fenster arbeiten und dabei Haushaltshandschuhe tragen. Großflächigen Schimmelpilzbefall von einer Fachfirma beseitigen lassen.

■ Putzmittel entschärfen oder ersetzen Hoch konzentrierte scharfe Reiniger, die bereits beim Öffnen der Flasche die Atemwege reizen, können Sie unbesorgt mit Wasser verdünnen – ihre Reinigungskraft reicht dann immer noch aus, um die Wohnung rückstandslos sauber zu bekommen. Verzichten Sie vor allem auf den Komfort von Sprühflaschen. Die feine Zerstäubung gelangt besonders leicht in die Atemwege. Gerade Asthmatiker sollten lieber flüssige Mittel und Schwämmchen verwenden.

■ Tipp: Statt auf aggressive Chemie sollten Sie lieber auf längere Einweichzeiten, sanfte Mikrofasertücher und alte Hausmittel setzen. Auch Essig und Zitrone entfernen Kalk- und Fettflecken. Diese Alternativen reinigen genauso gründlich, schonen aber die Gesundheit.