Er lebt schon 52 Jahre länger als prognostiziert: Das Privatleben des Stephen Hawking

89 total views, 1 views today

Er hat gerne die Kontrolle, löst selbst komplizierteste Gleichungen im Kopf, versteht aber nach eigener Aussage nichts von Frauen. Der Popstar der Physik, Stephen Hawking, wird 75 Jahre alt. Doch welche Privatperson steckt eigentlich hinter dem Physik-Genie?

Stephen Hawking sagt über sich selbst, dass er nicht viel von Frauen versteht. Trotzdem scheint er ganz gut mit ihnen zu können. Am Set des 2014 erschienenen Films „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ flirtete er offen mit Jane-Wilde-Darstellerin Felicity Jones und beauftragte einen Assistenten mit der Bitte: „Würden Sie Felicity fragen, ob sie zu mir kommt und mich küsst?“ Seiner Bitte kam die Schauspielerin gerne nach.

Legendäre Auftritte auf der Tanzfläche

Bekannte, Wegbegleiter und Freunde des Physikers beschreiben ihn als sehr kontaktfreudigen, charmanten, humorvollen und freundlichen Zeitgenossen. Neben seinem Humor waren allerdings auch seine Auftritte auf der Tanzfläche legendär, die er hinlegte, als er seinen Rollstuhl noch mit der Hand steuern konnte. Seit einigen Jahren ist ihm das aber aufgrund seiner Krankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) nicht mehr möglich.

Vergnügungen suchte er sich dann woanders, offenbar zum Beispiel im Stripclub. 2012 tauchten Bilder von ihm und Stripclub-Besitzer Peter Stringfellow auf. Auf seiner Internetseite erzählt der Inhaber, wie er Hawking ansprach: „Herr Hawking, es ist mir eine Ehre, Sie zu treffen. Wenn Sie ein oder zwei Minuten Zeit hätten, ich würde sehr gerne mit Ihnen über das Universum sprechen. … Oder wollen Sie lieber den Frauen zuschauen?“ Nach einer kurzen Stille soll von Hawking die knappe Antwort gekommen sein: „Den Frauen“.

In seiner ersten Ehe gab es nicht zwei, sondern vier Partner

Hawking war zweimal verheiratet. Mit 21 Jahren lernte er seine erste Frau Jane Wilde kennen und heiratete sie zwei Jahre später. Die beiden trafen sich auf einer Party der Universität. Zwei Jahre später kam ihr erstes Kind, Robert, zur Welt. 1970 und 1979 folgten seine Geschwister Lucy und Timothy.

Wilde berichtet später in ihrer Autobiografie, dass allerdings nicht zwei, sondern vier Partner Teil der Ehe waren: „Stephen und ich, ALS und Physik. Auch wenn man ALS wegnehmen würde, wäre da immer noch die Physik.“

Die Dreiecks-Beziehung

Wilde wendete sich schließlich einem anderen Mann zu. Es entsteht eine Art Dreiecks-Beziehung. Da der Wissenschaftler davon ausging, bald zu sterben, verstand er die Entscheidung seiner Frau und akzeptierte sie. Außerdem war er der Meinung, dass es jemanden geben müsse, der sich nach seinem Tod um die Kinder kümmern würde. Das Trio wohnte mehrere Jahre zusammen.

Schließlich zog Hawking mit seiner zweiten Frau, Elaine Mason, in eine Wohnung. Obwohl Wilde und Hawking sich 1990 im Streit scheiden ließen, sind sie nach Hawkings zweiter Scheidung von Mason 2006 nun wieder gut befreundet.

Das faule Genie

Zu Schulzeiten und auch als Student an der Eliteuniversität Oxford galt Hawking als eher fauler Schüler. So erzählte er in seiner Autobiografie „Meine kurze Geschichte“, dass Fleiß während seines Studiums verpönt war: „Ich habe einmal ausgerechnet, dass ich in den drei Jahren in Oxford ungefähr 1000 Stunden gearbeitet habe, was einem Durchschnitt von einer Stunde pro Tag entspricht.“

Schockdiagnose ALS mit 21 Jahren

Das Faulenzen war aber vorbei, als Hawking 1963, kurz nach seinem 21. Geburtstag, die Diagnose Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) bekam. ALS stört die Nervenbahnen, was zu einer Muskellähmung führt.

Die Krankheit schreitet meist sehr schnell voran. So lebt der Großteil der Betroffenen nach der Diagnose noch drei bis fünf Jahre. Ärzte gaben dem Astrophysiker damals noch zwei Jahre – damit haben sie sich um mehr als fünf Jahrzehnte verschätzt. Zwar sitzt Hawking seit etwa 30 Jahren fast vollständig gelähmt im Rollstuhl – sein Geist ist aber noch immer hellwach.

Mit seiner Erkrankung hat sich Hawking inzwischen arrangiert und sieht darin auch Vorteile. Er freut sich zum Beispiel darüber, keine Hausarbeit erledigen oder Studenten unterrichten zu müssen.