Entgiftung, der Beginn jedes Gesundheitsprogrammes

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Sogenannte Ausleitungsverfahren gehören neben den Kenntnissen von Heilpflanzen zu den ältesten Methoden der Medizin überhaupt. Heute bedient man sich vielfach wieder dieser Kenntnisse, nennt sie aber neudeutsch „Detox“ von „Entgiftung“.

Warum sollte man überhaupt regelmäßige „entgiften“, sich also dieser Ausleitungsverfahren bedienen? In den letzten 20 Jahren ist die Zahl der chemischen Verbindungen im Alltag von zwei auf sieben Millionen angestiegen. Es gibt 50.000 Gebrauchschemikalien und über 3.000 verschiedene Konservierungsstoffe.

Wir nehmen im Laufe unseres Lebens rund 30 Tonnen Nahrung zu uns sowie 50.000 Liter Flüssigkeit, nicht alles davon ist auch wirklich biologisch wertvoll. Und – auch aus seelischem Müll stellt der Körper in Umwandlungsschritten Rückstände her, die er irgendwo zwischenlagern muss.

Das alles sollte man hin und wieder aus dem Körper befördern bzw. alles tun, um dem Körper dabei zu helfen. Im Zusammenhang mit Entschlackung fällt häufig auch der Begriff „Übersäuerung“, unter dem ein Mediziner immer etwas anderes versteht als ein Laie.

Rein schulmedizinisch erklärt

Zunächst zur rein schulmedizinischen Erklärung: Unter einer Säure versteht man jede Substanz, die in einer wässrigen Lösung (unser Körper ist eine einzige große wässrige Lösung) Wasserstoff abgibt, unter einer Base alles, was Wasserstoff aufnimmt. Die Kraft, mit der eine Substanz dies tut, kann man messen, die Maßeinheit ist der so genannte ph-Wert, der sich auf einer Skala von 1-14 bewegt. 1 ist die größte Säure (zum Beispiel unsere Magensäure!!), 14 die größte Base. Das menschliche Blut hat einen immer konstanten Wert von 7,35, liegt also ganz schwach im basischen Bereich und es gibt eine Menge sehr gut funktionierender Schutzmechanismen, damit dieser ph-Wert auch nicht einmal um ein Zehntel in irgendeine Richtung verschoben wird, da dies mit dem menschlichen Leben unvereinbar ist.

Wird einem Arzt, der nur diesen Wert betrachtet, etwas von Übersäuerung erzählt,  stellt das für ihn zumeist nur dummes Geschwätz dar, denn Übersäuerung bedeutet in der Medizin eine schwere Entgleisung, die sofort im Krankenhaus versorgt werden muss.

Was meint die Naturheilkunde dazu

Und in der Naturheilkunde?

In unserem Leben gibt es ganz verschiedene Nahrungsmittel, Medikamente, Giftstoffe, Genussmittel, aber auch Stoffwechselendprodukte auf Grund von seelischem Stress, die bei ihrer Verarbeitung viel Wasserstoff abgeben – also genau das tun, was man als Säurebildung versteht!

Selbstverständlich kann ein gesunder Körper, wenn man ihm Zeit und die ausreichenden Nährstoffe gibt, mit diesen „Schlacken“ gut fertig werden. Zeit ist hierbei der erste Faktor. Unser Körper entscheidet bei einer wahren Flut von sauren Endprodukten, dass er die Übeltäter erst einmal zwischenlagert, bevorzugt im Binde- und Fettgewebe.

Ursprünglich ist dieses Zwischenlager tatsächlich nur als kurzfristige Lösung gedacht, da die Nieren sehr langsam arbeiten und nicht überfordert werden sollen. Der Körper plant, in einer ruhigen Zeit, wenn gerade wenig zu tun ist, den Müll ordnungsgemäß zu entsorgen, um sie dann in ruhigeren Zeiten über die Niere auszuscheiden.

Nur – diese ruhigen Zeiten kommen heute einfach nicht mehr. Wir haben keine 4 bis 6 Stunden zwischen zwei Mahlzeiten, in denen wir uns mal nichts in den Mund stecken. Wir haben täglich Stress, den wir nicht durch Bewegung und Sport abtrainieren. Ganz im Gegenteil, wir Nachfahren der Jäger und Sammler bewegen uns eigentlich gar nicht mehr.

Und wir stellen dem Körper auch immer weniger von dem zur Verfügung, mit dem er die sauren Endprodukte gut neutralisieren könnte, nämlich Mineralstoffe, vor allem Kalzium, Magnesium, Kalium. Warum? Weil das in Pizza und Co nicht vorkommt, stattdessen aber in großen Mengen Obst und Gemüse.

Der Müll bleibt in der Deponie

Also bleibt der Müll auf der Deponie, und davon hat der Körper ausreichend. Unser Körper ist wie ein einziges großes altmodisches Einkaufsnetz, fast beliebig erweiterbar. Die größte Müllhalde ist wie gesagt, unser Binde- und Fettgewebe, und dies ist bei Frauen viel dehnbarer. Es passen für eine 9-monatige Schwangerschaft genug Reserven hinein und auch noch für geschätzte 2 Jahre Stillen, denn nur dadurch konnten unsere Steinzeitvorfahren überhaupt überleben. Leider aber passen bei einer Frau auch mehr Abfallstoffe hinein, die sich manchmal sehr unschön durch das Einkaufsnetz drücken – Cellulite.