Einmalhandschuhe desinfizieren? Neue Fakten für die Diskussion

Hat es Sinn, Einmalhandschuhe zu desinfizieren, etwa zwischen den Besuchen bei verschiedenen Patienten? Unser erster Beitrag dazu regte eine lebhafte Diskussion an. Nun gibt es neue Fakten.

In meinem ersten Beitrag “Einmalhandschuhe desinfizieren?” ging es um das Für und vor allem um das Wider dieser Idee. Ich möchte heute das Thema gern noch mal aufgreifen.

Ein Grund ist die just erschienene aktualisierte Emfpfehlung des Robert-Koch-Instituts (RKI) zur Händehygiene in Einrichtungen des Gesundheitswesens.

In den vorangegangenen Diskussionen wurde zum Teil die Aktualität der RKI-Empfehlungen kritisch hinterfragt.

In der nun im September 2016 veröffentlichten Aktualisierung des RKI äußert sich das RKI recht deutlich zum hier diskutierten Thema.

Unter anderem schreibt das RKI deutlich, dass “Medizinische Einmalhandschuhe […] nach Beendigung der jeweiligen Tätigkeit abzulegen [sind]. Ihr Wechsel korreliert mit den Indikationen der Händedesinfektion…”

Und weiter: “Nach dem Ausziehen der Handschuhe ist in jedem Fall eine Händedesinfektion durchzuführen, da Handschuhe auf Grund unerkannter Perforationen und dem Risiko der Kontamination beim fehlerhaften Ausziehen der Handschuhe keinen lückenlosen Schutz vor der Kontamination der Hände gewähren.”

Die Desinfizierbarkeit von Einmalhandschuhen ist nach den Ausführungen des RKI nur in “speziellen Fällen” vorgesehen. An gleicher Stelle werden die entsprechenden Voraussetzungen, die zu berücksichtigen sind, erläutert:

  • “Der Handschuh muss chemikalienbeständig gemäß EN 374 [294] sein, wobei die Prüfung der sog. Durchbruchzeit von 30 Minuten (Schutzindex Klasse 2) mindestens einen Alkohol einschließen soll.”
  • “Vom Hersteller der Handschuhe und vom Hersteller des Händedesinfektionsmittels darf es keine Angaben geben, die einer Desinfizierbarkeit des Handschuhs entgegenstehen.”
  • “Der Handschuh soll nur während der Versorgung an ein und demselben Patienten [!] verwendet werden und ist nach Beendigung der jeweiligen Tätigkeit abzulegen… .”
  • “Der Handschuh weist keine sichtbare Perforation auf und ist nicht mit Blut, Sekreten oder Exkreten erkennbar kontaminiert.”

Quelle: KRINKO-Empfehlung “Händehygiene in Einrichtungen des Gesundheitswesens”; Bundesgesundheitsblatt 2016 / 59:1189–1220.

Foto: Kröger + Gross