Ein Tampon führt zur Beinamputation bei einem Model

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Der Tampon ist unter den Hygieneartikeln für die Frau nicht mehr wegzudenken, seine Verwendung ist einfach und bequem, man fühlt sich während jener Tage einfach besser, und deshalb wird der Tampon von immer mehr Frauen der klassischen Binde vorgezogen.

Jede Tamponpackung enthält jedoch einen Warnhinweis, der auf die Gefahr des Toxischen Schocksyndroms verweist, eine schwerwiegende Erkrankung, die bei Verwendung von Tampons auftreten kann. Es handelt sich hierbei um eine durch Bakterien verursachte, seltene Krankheit, die allerdings ohne rechtzeitiges Eingreifen zum Tod führen kann.

In der Presse wurde vor Kurzem ein Fall des Toxischen Schocksyndroms bekannt, der das US-amerikanische Model Lauren Wasser betraf. Die junge Frau konnte nur durch einen chirurgischen Eingriff gerettet werden, der ihr allerdings ein Bein kostete.

Was versteht man unter dem Toxischen Schocksyndrom?

Diese wenig bekannte Krankheit zählt zu den Hauptrisiken, die die sorglose Verwendung von Tampons mit sich bringt. Sie wird durch Bakterien der Art Staphylococcus aureus verursacht, das natürlicherweise auf unserer Haut und auf den Schleimhäuten im Rachenraum, in der Vagina und um den Anus vorkommt. Es verursacht dort keine Infektionen.

Schätzungen zufolge trägt ein Drittel der Weltbevölkerung Bakterien dieser Art auf und in sich, ohne dass sich daraus gesundheitliche Probleme ergeben.

Tampon

Zum Problem werden diese Bakterien erst dann, wenn sich ihre Umwelt derart verändert, dass sie sich uneingeschränkt vermehren können. Dabei kommt es zur Produktion einer großen Menge bakterieller Gifte, die dem Organismus direkt schaden.

Diese Situation kann sich bei Verwendung von Tampons ergeben. Sie nehmen über längere Zeit eine Menge Flüssigkeit auf und schaffen bei der im Körperinnneren herrschenden Temperatur ideale Bedingungen für die Vermehrung der Staphylokokken.

Es handelt sich hier nicht um eine Kampagne gegen die Tamponhersteller, eine Offensive, Frauen zur Verwendung von Binden oder weiteren Alternativen anzuregen. Sämtliche Tamponhersteller versehen ihre Produkte mit entsprechenden Warnhinweisen, die sich allerdings häufig im Kleingedruckten finden und selten gelesen werden.

Fehlendes Wissen zu Entstehung und Symptomen des Toxischen Schocksyndroms können schwerwiegende Folgen haben. Die betroffene Frau ahnt nicht, was in ihr passiert und reagiert zu spät.

Genau dies ist auch Lauren Wasser passiert, die ihre Unkenntnis teuer bezahlt hat. Nun teilt sie ihre Geschichte mit der ganzen Welt, damit Frauen, die Tampons verwenden, besser vorbereitet sind als sie es selbst war.

Die Geschichte…

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Die traurige Geschichte Laurens nahm am 3. Oktober 2012 ihren Anfang, sie fühlte sich schlapp, als hätte sie eine Grippe. Zufälligerweise hatte sie zu diesem Zeitpunkt ihre Menstruation, sie verwendete Tampons, wie immer, weil es bequem war.

Sie war mit ihrer Regel seit 11 Jahren vertraut und hat über die gesamte Zeit Tampons verwendet, um sich in diesen Tagen jeden Monats sicherer zu fühlen.

Ähnlich wie viele jungen Mädchen wurde sie zu Beginn der Pubertät von ihrer Mutter aufgeklärt, auch darüber, wie sie Tampons verwenden sollte, welche Funktion der Applikator hat und dass sie aus Rücksicht auf ihre Gesundheit den Tampon alle 3 bis 4 Stunden wechseln sollte.

An jenem Tag hat Lauren den Tampon wie gewohnt gewechselt, hat die Ratschläge ihrer Mutter befolgt, fühlte sich dann aber abends auf einer Geburtstagsfeier zunehmend schlechter.

Ich habe versucht, mich normal zu verhalten, obwohl ich schon Schwierigkeiten hatte, mich auf den Beinen zu halten. Alle Welt hat mir gesagt, man, siehst du schlecht aus. Als es gar nicht mehr ging, habe ich mich schließlich auf den Heimweg gemacht, mich auf das Bett gelegt und die Augen geschlossen. Ich wollte einfach nur schlafen.

Lauren ist an diesem Abend nicht mehr ins Krankenhaus gegangen und ist irgendwann eingeschlafen. Sie hatte zuvor noch mit ihrer Mutter telefoniert, der sie gesagt hatte, wie schlecht es ihr ging.

Am folgenden Morgen hat die besorgte Mutter einen Bekannten in Begleitung eines Polizisten zum Haus ihrer Tochter geschickt, wo sie das Model auf dem Boden ihres Schlafzimmers vorfanden.

Es grenzt an ein Wunder, dass sie heute noch lebt. Ihre Ärzte schätzen, dass sie zu dem Zeitpunkt, als sie in ihrem Haus aufgefunden wurde, kurz vor dem Tod stand. Sie wurde mit 42 °C Fieber ins Krankenhaus eingeliefert, ihre Organe versagten und die Ärzte fürchteten einen bevorstehenden Herzanfall.

Nachdem lebensrettende Maßnahmen ergriffen wurden, wurde bei Lauren das Toxische Schocksyndrom diagnostiziert. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Infektion bereits eine Gangrän verursacht.

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Nachdem ihr das Bein amputiert werden musste, hat Lauren geglaubt, ihr Leben als Model wäre zu Ende und nichts hätte mehr einen Sinn. Sie hat sich jedoch erholen können, hat verstanden, dass sie noch ein langes Leben vor sich hat, und hat begonnen, dafür zu kämpfen, dass die Krankheit besser bekannt wird.

Ihr Anwalt hat bestätigt, dass Lauren gegen den Tamponhersteller (Kotex Natural Balance) geklagt hat. Ihrer Meinung nach trägt er eine Mitschuld, da zu den Risiken, die die Verwendung der Tampons in sich birgt, kaum Informationen gegeben werden.

Heute, drei Jahre später, geht es Lauren wesentlich besser. Dank der Unterstützung durch Familie und Freunde arbeitet sie auch wieder als Model.

In der letzten Fotosession zeigt sie erstmalig ihren Körper, wie er seit der durch die Verwendung von Tampons verursachten Tragödie aussieht. Sie traut sich, ihre Beinprothese zu zeigen.