Ein Leben ohne Brille: Die modernsten Methoden

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Scharf sehen ohne Brille und Kontaktlinsen: ein Traum vieler Menschen. Allein in Österreich leiden 43,4% unter einer Sehschwäche. Mit modernsten Technologien und Operationen stehen den gewünschten Adleraugen aber nichts mehr im Weg.

Augenoperationen sind beliebter den je und das verwundert auch nicht: Fast die Hälfte der österreichischen Bevölkerung leidet an einer Sehschwäche. Und diese kann mittlerweile innerhalb weniger Minuten behandelt und korrigiert werden. Dank der Wunderwaffe Laser.

Voruntersuchung

Ein persönliches und meist kostenloses Gespräch sind der erste Schritt zu besserer Sicht. Dabei wird gleich eine augenärztliche Untersuchung durchgeführt, um die exakte Brillenstärke, den Augendruck und die Netzhaut zu untersuchen. Weiters werden die Biometrik, Topographie, Tomographie und Wellenfront gemessen.

Nach der augenärztlichen Untersuchung erfahren Sie, ob Sie für eine Augenlaser-Operation geeignet sind und welche Methode am besten zu Ihnen passt. Über Risiken und Nebenwirkungen werden Sie bei dieser Gelegenheit ebenfalls informiert. Um die Voruntersuchung vornehmen zu lassen, sollten eine Woche lang keine weichen Kontaktlinsen bzw. drei Wochen lang keine harten Kontaktlinsen getragen werden. Da Sie bei der Untersuchung Augentropfen bekommen, die die Pupillen erweitern und sie dadurch lichtempfindlicher machen, sollten Sie nach der Untersuchung übrigens nicht mit dem Auto fahren.

Die Methoden

LASIK

Seit 1990 der Klassiker unter der Augenlaser-Methode – die Lasik. Mit einem Mikropräzisionsmesser wird ein Schnitt in die Hornhaut gemacht. Dann wird der Hornhautdeckel – auch Flap genannt – vorsichtig zurückgeklappt. Nun wird mit einem Excimer-Laser das Innere der Hornhaut neu geformt. Danach wird der Flap wieder zurückgeklappt und die Hornhaut verheilt innerhalb weniger Tage. Diese Methode kommt immer seltener zur Anwendung. Als sicherere Methode hat sich die Femto-LASIK etabliert.

Femto-LASIK

Die Femto-LASIK funktioniert wie die klassische LASIK-Methode – mit einem großen Unterschied: Hier wird die Hornhaut nicht mit einem Mikroskalpell, sondern mit einem hochpräzisen Laser geöffnet.

Mit dem hochpräzisen Laser wird ein 0,1 Millimeter dünner Deckel (Flap) erzeugt, der zurückgeklappt wird. Danach kommt, wie auch bei der LASIK-Methode, der Excimer-Laser zum Einsatz. Durch den sehr präzisen Laser wird die Hornhaut in nur wenigen Sekunden neu geformt. Dabei kann es ein bisschen verbrannt riechen. Anschließend wird der Flap wieder zugeklappt, die Hornhaut bildet nun einen körpereigenen Schutz. Nach der Operation werden noch hochsauerstoffdurchlässige Kontaktlinsen eingesetzt, um die Hornhaut bei der Heilung zu unterstützen.

LASEK/PRK

Als die älteste Methode gilt die photorefraktive Keratektomie – kurz PRK genannt. Hier wird die oberste Zellschicht der Hornhaut, die Epithel, abgetragen. Das darunterliegende Hornhautgewebe wird mithilfe eines Excimer-Lasers neu geformt. Hier gibt es verschiedene Methoden:

LASEK: Vor der Laserbehandlung wird das Epithel zur Seite geschoben, nach dem Lasern versucht man sie wieder zurückzuschieben. Das gelingt aber nicht immer.

PRK: Die oberste Zellschicht, also das Epithel, wird komplett entfernt. Deshalb wird bei der OP das Auge für 30 Sekunden lang mit einer alkoholischen Lösung behandelt.

Epi-LASEK: Hier wir mit einem Mikroskalpell die Epithel von der Unterfläche getrennt. Nach dem Lasern wird sie wieder zurückgeschoben.

No-Touch-PRK: Hier wird das Epithel vor der Korrektur der Sehstärke mit dem Excimer-Laser entfernt. Bei dieser Methode ist die Infektionsgefahr am geringsten, da das Auge nicht berührt wird.

Diese Methoden sind schmerzhaft und werden nur verwendet, wenn die LASIK oder Femto-LASIK nicht in Frage kommen.

ReLEx Smile

Die „Schlüsselloch-Methode“ ist erst seit 2011 auf dem Markt, wird aber jetzt schon als die nächste Generation des Augenlaserns angepriesen. Hier wird kein Flap erzeugt, sondern mit einem winzigen Schnitt in die Hornhaut eingegriffen. Es wird eine dünne Hornhautlinse (Lentikel) im Inneren der Hornhaut erzeugt. Danach wird ein kleiner Zugang freigelegt, durch den die Lentikel entnommen wird. Diese neue Methode dauert nur wenige Minuten. Nach der Behandlung ist das Auge nicht beeinträchtigt. Zu bedenken ist, dass diese Methode nur bei Kurzsichtigkeit durchgeführt werden kann.

Die Operation

Am Tag der Operation sollte auf Kosmetika wie Gesichtscreme, Make-up, Rasierwasser oder dergleichen verzichtet werden, damit nichts ins Auge gerät. Meist bekommen Sie vorher schon ein Goodie-Bag mit Medikamenten und Augentropfen für die Zeit nach der Operation. Das Auge wird lokal mit Augentropfen betäubt und die Operation dauert nicht länger als zehn bis 20 Minuten. Danach sollte Sie jemand nach Hause bringen.

Nach der Operation sind auf alle Fälle einige Punkte zu beachten. Der Tränenfluss ist stark, die Augen sind sehr lichtempfindlich. Weiters können Sie ein Brennen oder Fremdkörpergefühl empfinden. Es ist daher ratsam, ein paar freie Tage rund um den Eingriff einzuplanen.

Ein wichtiger Tipp: Versorgen Sie sich am besten mit Hörbüchern. Denn nach der Operation sollten Sie die Augen möglichst geschlossen lassen. Das Augenlid übt dadurch einen natürlichen Druck auf die Hornhaut aus, wodurch die Heilung unterstützt wird. Da die Augen tränen und sehr empfindlich sind, sind Fernsehen, Handy-Nutzung und Lesen kaum möglich. Aufgrund der enormen Lichtempfindlichkeit sollte in dieser Zeit auch daheim eine Sonnenbrille getragen werden. Von Ihrem Arzt werden Sie einen Tropfenplan erhalten, damit Sie die Augentropfen auch richtig anwenden.

Besonders wichtig während der Heilung: das Auge nicht reiben, ein bis zwei Wochen auf Make-up verzichten und staubige, windige Orte meiden.

Nachbehandlung

Am Tag nach der Operation steht meist schon der Termin für die Nachbehandlung an. In vielen Fällen sind die Beschwerden zu diesem Zeitpunkt bereits fast abgeklungen und die Sehkraft liegt bei 90 Prozent, wobei sie sich in den nächsten Wochen noch einpendelt. Wenn alles glatt gelaufen ist, findet der nächste Untersuchungstermin einen Monat später statt.