Ein Hund als Haustier – was muss ich beachten?

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Viele Menschen sagen, Hunde seien eine Bereicherung für sie und die ganze Familie. Für Kinder sind sie Spielkameraden, für Hirten, Polizisten und Jäger bedeutende Arbeitshelfer, und behinderte Menschen haben in ihnen einen Weggefährten, der sie durch das Leben führt und begleitet – vorausgesetzt, dass sie gut erzogen und ausgebildet sind.

Hunde werden meistens aktiv in das Leben des Menschen miteinbezogen. Das war schon so, als der Mensch damit begonnen hat, den Stammvater des Hundes, den Wolf, zu zähmen und zu züchten. Schon früh wurde erkannt, wie man sich Triebe des Wolfs wie den Beute- oder Jagdtrieb und den Herdentrieb zunutze machen kann.

Der Haushund ist eine Unterart des wild lebenden Wolfs. Das zeigt schon sein wissenschaftlicher Name Canis lupus familiaris. Denn “Canis Lupus” ist die lateinische Bezeichnung für Wolf. “Familiaris” steht also für den gezähmten Wolf. Irgendwann begann der Mensch, den Wolf von seinen Artgenossen zu trennen, um ihn zu zähmen und zu züchten. Diesen Vorgang nennt man Domestizierung.

Leider gibt es derzeit keine wissenschaftlichen Beweise für den genauen Beginn dieser Domestizierung. Einige Forscher sind aufgrund von Erbgutanalysen von Wolf und Hund der Meinung, dass sie vor 135.000 Jahren begann. Andere Wissenschaftler wiederum gehen davon aus, dass sich Mensch und Wolf erst vor etwa 15.000 Jahren annäherten. Auch darüber, wo genau die Domestizierung begann, sind sich die Forscher uneinig. Nach neuesten Erkenntnissen von schwedischen Wissenschaftlern soll der Ursprung unseres Haushundes in Ostasien liegen. Von dort soll er sich nach Europa und über die Beringstraße (eine Meerenge, die Asien und Amerika voneinander trennt) auf dem amerikanischen Kontinent verbreitet haben.

Der Wolf ist ein Raubtier und reißt in freier Natur Wild und andere Säugetiere. Seine Nahrung besteht überwiegend aus Fleisch, manchmal auch Fisch. Daneben frisst der Wolf auch Beeren, Wildobst und Blätter. Auch der Haushund benötigt ein fleischhaltiges Futter, das seinen Nährstoffbedarf deckt – dafür sollte man ein hochwertiges Hundefutter wählen. Ergänzend kann man dem Hund hin und wieder Gemüse anbieten. Mehr als eine Hauptmahlzeit am Tag sollte ein ausgewachsener Hund nicht bekommen. Zusätzlich kann man noch eine Nebenmahlzeit – zum Beispiel in Form von Trockenfutter für Hunde – füttern. Wichtig ist, dass dem Hund immer ausreichend Trinkwasser zur Verfügung steht.

Der Hund als Helfer des Menschen

Der Hund gilt als das älteste Haustier des Menschen. Dieser hat ihn vor allem für die Jagd genutzt und nach und nach für die verschiedenen Jagdaufgaben unterschiedliche Rassen gezüchtet. So gibt es beispielsweise Hunde, die gut dafür geeignet sind, Füchse oder Dachse in ihren unterirdischen Höhlen aufzuspüren (so wie Dackel oder verschiedene Terrierarten – der Name Terrier stammt von dem lateinischen Wort “terra” und bedeutet Erde), Wild über weite Strecken bis zur Erschöpfung zu verfolgen (Laufhunde wie Beagle), krankes und erlegtes Wild aufzuspüren (Schweißhunde wie der Bayrische Gebirgsschweißhund – schweißen bedeutet in der Jägersprache bluten, also verletzt sein) oder dem Jäger das erlegte Tier zu bringen (Retriever oder Apportierhunde wie Golden Retriever sowie Labrador Retriever – apportieren kommt von dem lateinischen Wort “apportare” und bedeutet “herbeibringen”. Retriever kommt von dem englischen Wort “retrieve”, das dieselbe Bedeutung hat).

Später hat der Mensch auch Hirtenhunde gezüchtet. Diese Hunde dienen dem Schutz seiner Viehherden. Da es der natürliche Trieb des Hundes ist, sein Rudel zusammen zu halten, wurde diese Eigenschaft genutzt, um beispielsweise Schafherden zu führen, sie auf andere Weiden zu treiben und vor Feinden zu beschützen. Hunde haben einen sehr ausgeprägten Geruchssinn, welcher dem Menschen heutzutage nicht nur bei der Jagd, sondern zum Beispiel auch im Polizeidienst zugute kommt. So werden Hunde auf dem Flughafen, auf Bahnhöfen oder auch beim Zoll als Drogenhunde eingesetzt, wo sie Rauschmittel aufspüren sollen, die ein Reisender unerlaubt bei sich trägt oder die er im Auto über die Grenze schmuggeln will – aber auch bei der Suche nach bestimmten Personen. Darüber hinaus helfen sie bei Therapien und Rettungseinsätzen.

Verständigung unter Hunden

Hunde verständigen sich untereinander vorwiegend durch Lautgebung und durch Körpersprache. Das kann man beim Spielen mit anderen Hunden sehr gut beobachten, denn Spielen bedeutet – vor allem bei jungen Hunden – immer auch ein Austesten von Grenzen, also davon, was der andere zulässt. Ein älterer Hund kann einem jungen Hund allein durch seine Körperhaltung zeigen, dass er gerade nicht mit ihm spielen will.

Beim Spiel drückt auch immer wieder einer der beteiligten Hunde Unterwürfigkeit aus, indem er sich auf den Rücken legt und dem Ranghöheren die Kehle bietet. Angst drücken Hunde aus, indem sie die Rute (den Schwanz) einklemmen, die Ohren anlegen und in eine geduckte Körperhaltung übergehen. Dann ist jedoch als Mensch Vorsicht geboten, da Hunde, wenn sie in einer solchen Situation nicht – wie in der Natur – flüchten können, durchaus auch mal zubeißen.

Kommunikation zwischen Mensch und Hund

Genauso wie Hunde untereinander kommunizieren, zeigen sie auch dem Menschen, was sie wollen und was nicht. Ihre Sprache zu analysieren und zu verstehen, ist jedoch nicht immer ganz einfach. So haben Verhaltensforscher herausgefunden, dass es gerade bei der Kontaktaufnahme des Menschen mit fremden Hunden Missverständnisse gibt. Während sich unbekannte Vierbeiner untereinander begrüßen, indem sie abwarten, im Bogen aufeinander zugehen und dabei Beschwichtigungsgesten zeigen, geht der Mensch – vor allem, wenn er einen niedlichen kleinen Welpen sieht – direkt auf den Hund zu, beugt sich über ihn und streichelt ihn am Kopf.

Das wirkt laut Forschern auf Hunde jedoch bedrohlich, woraufhin sie sowohl mit Ausweichen als auch mit Bellen oder Beißen reagieren können. Auch das Streicheln Fremder direkt auf dem Kopf soll von Hunden als erniedrigend empfunden werden und ist demnach keine gute Begrüßung. Daher sollte man auf einen fremden Hund nicht direkt zulaufen, sondern ihn kommen lassen und zunächst die Hand ausstrecken. Kommt er heran und schnüffelt daran – ist er also an einer Kontaktaufnahme interessiert – kann man ihn zum Beispiel seitlich am Hals streicheln. Zeigt der Hund kein Interesse oder bleibt vielleicht sogar steif stehen, sollte man den Hund lieber in Ruhe lassen. Das Schwanzwedeln ist, entgegen der gängigen Meinung, nicht immer ein Kennzeichen dafür, dass ein Hund sich freut. Bevor man einen unbekannten Hund streichelt, sollte man also lieber den Hund den ersten Schritt machen lassen oder den Besitzer fragen.