Du leidest an einer Depression, ohne es zu wissen?

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Du leidest an einer Depression, ohne es zu wissen? Auch wenn es widersprüchlich klingt, ist dies sehr häufig der Fall, denn viele sind sich lange nicht über ihr Seelenleid und ihre negativen Emotionen bewusst, die sich schleichend einen festen Platz einrichten und sehr zerstörerisch sein können.

Es handelt sich um eine offensichtliche Realität, der viele Psychologen und Ärzte täglich in die Augen schauen, wenn sie Patienten empfangen, die eigentlich in die Praxis kommen, um andere Symptome behandeln zu lassen.

Muskelschmerzen, schlechte Laune, Wut und Selbsthass, Stimmungsschwankungen und Selbstverachtung sind nur einige der Hinweise darauf, dass es sich um eine (versteckte) Depression handeln könnte.

Betroffene wissen zwar, dass etwas nicht in Ordnung ist, sie sind sich darüber bewusst, dass ihr Leben nicht harmonisch und zufriedenstellend verläuft, dass alles genau in die entgegengesetzte Richtung treibt und nichts so funktioniert, wie man sich dies erhofft oder erwarten würde.

Doch trotzdem geht das Leben weiter, man lässt sich vom Alltag vorantreiben, denn wir verfügen über Verteidigungsmechanismen, die es uns ermöglichen, uns zwangsweise an die gegebenen Umstände anzupassen.

Emotionen werden verschwiegen, Bitterkeit geschluckt, Stress, Nervosität oder Angst will man zwar oft nicht wahrhaben, doch mit der Zeit drücken sich diese negativen Situationen durch psychosomatische Schmerzen verschiedenster Art aus.

Es ist zwar überraschend, doch trotzdem eine Tatsache: Sehr viele Menschen leiden an einer Depression, ohne es zu wissen!

Anschließend erklären wir dir die wichtigsten Aspekte dieser sehr komplexen Situation.

Viele Menschen entwickeln sehr langsam aber progressiv eine Depression, ohne es zu wissen

Frau leidet an Depression, ohne es zu wissen

Depressionen werden in den meisten Fällen nicht durch ein objektives, einziges Ereignis ausgelöst, wie beispielsweise durch die Beendung einer Beziehung oder den Verlust des Jobs.

  • Oft sind Personen depressiv, die offensichtlich fast alle Voraussetzungen erfüllen, um glücklich zu sein: eine Familie, ein Haus, ein guter Job…
  • Psychologen wissen, dass depressive Gefühle wie Unkraut in einem schönen Garten wuchern. Irgendwann nimmt das Unrkaut überhand und bedeckt alles mit dichtem, häßlichem und stacheligem Gestrüpp.
  • Es handelt sich um eine subtile Kombination aus Unzufriedenheit, emotionaler Lethargie und dem Gefühl, die Kontrolle über das Leben zu verlieren. 

Man fühlt, dass man keine Zeit mehr hat für schöne, angenehme Beschäftigungen, denn die Verpflichtungen und Verantwortungen im Alltag lassen für andere Dinge keinen Raum mehr.

Fast ohne es zu merken werden diese negativen Gefühle zur Normalität, der Alltag ist trüb und grau, doch dies scheint ganz normal zu sein. Dies kann zu einem schwerwiegenden Problem werden.

 

Die meisten Symptome werden nicht mit einer Depression in Verbindung gebracht

junge Frau leidet an Depression, ohne es zu wissen

Du gehst zum Hausarzt, weil du dich müde und erschöpft fühlst und keine Energie mehr aufbringst, um den Verpflichtungen nachzukommen.

  • Der Hausarzt wird vielleicht eine Blutanalyse durchführen, doch die Resultate sind gut und geben keine weitere Auskunft über mögliche Beschwerden. Der Arzt empfiehlt, die Ernährung zu verbessern, mehr Vitamine einzunehmen und ausreichend zu entspannen und auszuruhen.
  • Nach wenigen Monaten erfolgt der nächste Arztbesuch, denn jetzt plagen dich Rückenschmerzen. Der Arzt empfiehlt jetzt eine Physiotherapie.
  • Doch kurze Zeit später leidest du an Schlaflosigkeit und Nervosität. Jetzt verschreibt der Arzt Benzodiazepine.
  • Schließlich wird dich der Hausart zu einem Psychiater weiterleiten, der endlich die richtige Diagnose stellt: Depression. 

In vielen Fällen leiden Patienten bereits ein bis zwei Jahre an einer Depression, ohne es zu wissen, bis endlich die richtige Diagnose gestellt wird. Es handelt sich um eine sehr komplexe Realität, der wir mehr Aufmerksamkeit schenken sollten.

 

Depressive Menschen akzeptieren ihren Zustand nicht

Das Wort Depression macht keine Angst, doch es stößt auf Ablehnung bei der betroffenen Person und auch in der Gesellschaft.

  • Noch immer glauben viele, dass Depression mit Traurigkeit, Schwäche und Scheitern gleichzusetzen ist, da sich Betroffene in ihrem Leben nicht zurechtfinden.
  • Doch dies ist ein großer Fehler. Jede Art von Depression ist eine Krankheit, die durch verschiedene Therapieansätze behandelt werden muss: Arzneimittel, Psychotherapie und die notwendige gesellschaftliche Unterstützung sind dabei grundlegend.
  • Wenn jemand die Diagnose Depression erhält, fühlt er sich oft so, als ob die Welt um ihn stehen bleibt und sich alles verändert.
  • Dieses Problem zwingt Patienten dazu, sich ihren inneren Dämonen zu stellen, die seelische Leere oder ein zerbrochenes Herz zu akzeptieren und zu reparieren, versteckte Emotionen zu verarbeiten und wieder ins Leben zu finden.

Gleichzeitig müssen sich Betroffene so verhalten, als ob nichts passiert wäre, um den Alltag bewältigen zu können. Eine Depression ist für niemanden einfach, irgendwann stößt man an eine Wand, die jedes Weiterkommen verhindert.

 

Wie kann man erkennen, dass man an einer Depression leidet?

Frau mit Muschel hat Depression, ohne es zu wissen

Sehr viele leiden an einer Depression, ohne es zu wissen. Doch wie kann man diesen Zustand erkennen? Psychologen orientieren sich an bestimmten Schlüsselpunkten, die eine Diagnose möglich machen.

Dazu gehören zum Beispiel folgende Beschwerden:

  • Schlaflosigkeit,
  • Apathie,
  • ständige Stimmungssschwankungen,
  • das Gefühl, dass man tun kann was man will und dabei nie etwas Gutes herauskommt,
  • das Gefühl, die Kontrolle über das Leben zu verlieren.

Dies sind die häufigsten Anzeichen für eine Depression. Dazu können ernste Symptome auftreten, über die sich der Betroffene bewusst ist, zum Beispiel Selbstverletzungen oder Selbstmordgedanken.

Je früher eine Depression erkannt wird, umso effektiver kann sie behandelt werden. Lasse dir von einem Facharzt helfen!