Bettwanzen bekämpfen

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Bettwanzen verlassen nachts ihre Unterschlupfe, um sich vom Blut schlafender Menschen zu ernähren. Besonders unangenehm ist der quälende Juckreiz, der an den Einstichstellen entsteht. Bekämpfen lassen sich diese Parasiten mit Bayer Spezial-Spray, in hartnäckigen Fällen muss ein Kammerjäger hinzugezogen werden. Gegen den Juckreiz hilft Fenistil Gel, Schwarzkümmelöl-Kanukaöl-Salbe oder der Riemser Pharma Bite Away Stichheiler.

Problem Bettwanzen

Die Stiche von Bettwanzen (Cimex lectularius) sind charakteristisch, weil sie an einer Stelle mehrere Einstiche hinterlassen, man spricht auch von Wanzenstraßen. Zunächst werden die Stiche nicht bemerkt, weil der Speichel von Wanzen ein örtlich betäubendes Mittel enthält. Allerdings verursacht das Sekret nach wenigen Stunden kleine Quaddeln, die sehr stark jucken, was etwa eine Woche lang anhält. Laut Schädlingsexpertin Bauer-Dubau vom Berliner Tropeninstitut für Schädlinge geht von Bettwanzen keine Gesundheitsgefahr aus. Krankheitserreger wie Hepatitis B- und C-Viren sowie das HI-Virus wurden zwar an ihnen nachgewiesen, eine Übertragung auf den Menschen ist aber nicht bekannt.

Nach dem zweiten Weltkrieg galten die Bettwanzen als ausgerottet, weil sie mit hochgiftigen Chemikalien wie DDT bekämpft wurden, die heute nicht mehr zulässig sind. Durch die vermehrte Reisetätigkeit in den vergangenen Jahren werden die Bettwanzen wieder eingeschleppt, vor allem aus den USA und Osteuropa, wo sie sehr verbreitet sind. Durch Reisegepäck, aber auch durch alte Bücher, gebrauchte Möbel und Secondhand-Waren gelangen sie in unsere Wohnungen, wo sie sich in engen Spalten und Ritzen verstecken.

Lebensweise von Bettwanzen

Bettwanzen haben einen bräunlich platten Körper und werden 6 bis 12 Monate alt. Sie sind etwa 5 mm lang, im vollgesogenen Zustand erreichen sie sogar eine Größe von 9 mm, denn sie können die siebenfache Menge Blut ihres Eigengewichts aufnehmen. Als nachtaktive Insekten suchen sie ihre Wirte im Schlaf auf. Für die Nahrungsaufnahme benötigt eine Bettwanze etwa 10 Minuten. Dabei sticht sie wiederholt in den Wirt, bis sie eine Ader trifft. Normalerweise saugen erwachsene Bettwanzen alle drei bis sieben Tage. Nach einer Blutmahlzeit ist es ihnen jedoch möglich bis zu sechs Monate ohne weitere Nahrungsaufnahme zu überleben. Auf der Bettwäsche hinterlassen sie Blutflecken, durchsichtige Häutungsreste und kleine Kotkrümel, die wie schwarze Punkte aussehen. Typisch ist auch ein bittersüßer Mandelgeruch, der in der Luft liegt, ausgelöst durch die Absonderung von Duftstoffen der Bettwanzen.

Ein Wanzenweibchen kann täglich bis zu 12 Eier legen, die sie in ihren Verstecken an raue Oberflächen klebt. Nach etwa 14 Tagen schlüpfen die Larven und entwickeln sich nach weiteren sechs Wochen zu erwachsenen Bettwanzen. Dabei durchlaufen sie fünf Stadien, in denen sie jeweils einmal Blut saugen müssen. Die Larven benötigen für ihre Entwicklung eine Temperatur von über 13 Grad Celsius. Optimal entwickeln sie sich bei Temperaturen um die 25 Grad.

Vorbeugende Maßnahmen

Nach Reisen sollte bei Verdacht auf Bettwanzen das Gepäck gründlich gesäubert werden. Die Wäsche muss bei über 60 Grad Celsius gewaschen oder mindestens zehn Stunden tiefgefroren werden, da diese Parasiten keine Temperaturen über 45 Grad Celsius und unter minus 18 Grad Celsius überleben. Die gleichen Maßnahmen gelten auch für Secondhand-Ware.

Wer sich gebrauchte Möbel anschafft, sollte sie draußen zwischenlagern und auf charakteristische Kotkrümel und Larvenhüllen achten. Wenn keine verdächtigen Anzeichen auftauchen, können die Möbelstücke nach einigen Tagen in die Wohnung geholt werden.

Bettwanzen bekämpfen

Ein bewährtes Mittel gegen Bettwanzen ist das Bayer Spezial-Spray. Die Wirkstoffkombination aus Imiprothrin und Cyphenothrin zeigt eine gute Sofort- und Langzeitwirkung. Bis zu sechs Wochen hält die Wirkung auf eingesprühten Oberflächen an. Außerdem hat das Spray einen schnellen Austreibeeffekt, der die Insekten aus den Schlupfwinkeln hervorholt. Schwer erreichbare Stellen wie Ritzen und Hohlräume lassen sich zudem durch ein mitgeliefertes Verlängerungsröhrchen behandeln. Die Einwirkzeit von Bayer Spezial-Spray dauert eine Stunde, danach wird kräftig gelüftet.

Besonders zuverlässig werden Bettwanzen durch professionelle Kammerjäger bekämpft. Sie kennen Verhalten und Verstecke der Parasiten und haben verschiedene Möglichkeiten gegen sie vorzugehen. Neben Insektiziden setzen sie auch Hitze und Kälte ein. Bei der Hitzebehandlung wird der Raum mit einem Spezialofen für mehrere Stunden auf über 55 Grad Celsius erhitzt. Bei der Kältebehandlung wird Trockeneis gesprüht. Diese beiden Methoden sind aufwändig und daher teuer. Laut „Spiegel online“ (11.2.2014) kostet eine Hitze- oder Kältebehandlung bis zu 1000 Euro. Eine Behandlung mit Insektiziden kostet 100 bis 300 Euro.

Das Umweltbundesamt empfiehlt, nur qualifizierte Kammerjäger zu beauftragen. Sie sind daran zu erkennen, dass sie einer Berufsvereinigung wie dem Deutschen Schädlingsbekämpfer-Verband (DSV) oder dem Verein zur Förderung ökologischer Schädlingsbekämpfung (VföS) angehören.

Was tun bei juckenden Bettwanzenstichen?

Juckende Einstichstellen können mit Salben, Gel-Präparaten oder Stichheilern erfolgreich behandelt werden. Die Methoden unterscheiden sich hinsichtlich der Schnelligkeit der Wirkung und der Hautverträglichkeit.

Stichheiler sind kleine elektronische Geräte, mit denen Einstichstellen kurz auf 50 Grad Celsius erhitzt werden. Dabei wird das Speichelsekret der Bettwanze zersetzt und gleichzeitig die Ausschüttung des körpereigenen Histamins gemindert, so dass Juckreiz und Schwellung schnell zurückgehen. Ein ausgezeichnetes Gerät ist der Riemser Pharma Bite Away Stichheiler, der die handliche Größe eines Kugelschreibers hat und eine sehr gute Heilung erzielt.

Eine wohltuend kühlende Wirkung geht von Gel-Präparaten aus. Ein gutes und schnell wirkendes Gel ist das apothekenpflichtige Fenistil. Der darin enthaltene Wirkstoff Dimetinden hemmt die Ausschüttung des körpereigenen Histamins und verhindert so eine starke Schwellung der Einstichstelle. Fenistil Gel gilt als gut hautverträglich, gelegentlich können jedoch Hautreaktionen auftreten.

Auch entzündungshemmende Salben lindern Bettwanzenstiche. Als sehr hautschonend hat sich das Schwarzkümmelöl-Kanukaöl erwiesen. Es lindert den Juckreiz, wirkt antiallergisch und pflegt die gereizte Haut.