Betrug mit Bio-Eiern?

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In Mecklenburg-Vorpommern stehen mehrere Betriebe im Verdacht, herkömmliche Eier als Bioware verkauft zu haben. Auch gegen die zuständige Kontrollstelle wird ermittelt. Der Fall macht auch die Schwächen in der der EU-Bio-Gesetzgebung deutlich.

Zu wenig Auslauf für Hennen

Bereits seit einem Jahr wird gegen vier Höfe der Fürstenhof-Gruppe ermittelt. Fürstenhof ist einer der größten Bio-Produzenten der Bundesrepublik und beliefert unter anderem Edeka, Rewe und Alnatura. Der Vorwurf: Die Hennen haben nicht den in der Bio-Verordnung vorgeschriebenen Auslauf von vier Quadratmetern pro Tier.

Keine planmäßige Täuschung

Laut Staatsanwaltschaft haben sich “keine Anhaltspunkte für eine planmäßige Täuschung” ergeben. Die Betriebe haben also wohl nicht absichtlich betrogen. Aber die Hennen hatten trotzdem zu wenig Auslauf. Das bedeutet, die Eier von diesen Höfen hätten nicht als Bio-Eier verkauft werden dürfen. Zur Strafe wird gegen die vier Höfe wohl ein Bußgeld verhängt.

Versagen der Kontrollstelle

Teil des Problems ist scheinbar die EU-Ökoverordnung selbst. Denn sie lässt Raum für Interpretationen. Der zuständigen Kontrollstelle, dem Fachverein Öko-Kontrolle, hätte die falsche Ausführung der EU-Vorgaben auf den Höfen auffallen müssen. Da dies aber nicht der Fall war, ermittelt die Staatsanwaltschaft auch gegen den Fachverein.

Bio-Eier kaum zu erkennen

Wir Verbraucher müssen uns darauf verlassen können, dass Hersteller, Kontrolleure und Läden einwandfrei arbeiten. Wo Bio draufsteht, muss auch Bio drin sein. Denn falsch beschriftete Bio-Eier sind mit bloßem Auge nicht von herkömmlichen Eiern zu unterscheiden.

Schärfere Kontrollen für Bio-Produkte

Die Mängel der EU-Ökoverordnung gesteht mittlerweile auch die EU-Kommission ein und hat Vorschläge zur Verbesserung erarbeitet. Unter anderem sollen die Kontrollen verschärft werden.