Ärzte ziehen 1,90-Meter-Bandwurm aus Mund eines Mannes

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Der Patient klagte über Bauchschmerzen und Müdigkeit. Die Ärzte in Neu-Delhi staunten nicht schlecht, als sie den Grund entdeckten: ein fast zwei Meter langer Schweinebandwurm im Dünndarm.

Die Ärzte im indischen Neu-Delhi waren selbst überrascht, als sie die Darmspiegelung durchführten. Im Dickdarm ihres Patienten entdeckten sie das Ende eines Bandwurms. Als sie weiter suchten und auch eine Magenspiegelung durchführten, stellten sie fest: Der Parasit war 1,90 Meter lang. Durch den Mund des Mannes zogen sie ihn schließlich heraus.

Der Patient, der über Bauchschmerzen und Müdigkeit geklagt hatte, erhielt nach dem Eingriff das Medikament Praziquantel gegen Parasiten und ist inzwischen beschwerdefrei. Dies schreiben die behandelnden Ärzte Cyriac A. Philips und Amrish Sahney im „New England Journal of Medicine“.

In Deutschland sehr selten

Der Patient hatte vermutlich Schweinefleisch gegessen, das von Wurmlarven besiedelt war. In diesem Fall handelte es sich nämlich um einen Schweinebandwurm. Es gibt aber auch andere Bandwürmer, die sich über Fleischverzehr auf den Menschen übertragen können, etwa den Rinder- und den Fischbandwurm.

In Deutschland und Europa sind diese Parasiten selten. Am häufigsten kommt der Rinderbandwurm vor, von dem schätzungsweise ein Prozent der deutschen Rinder befallen ist. Doch gerät er nur äußerst selten in die Nahrungskette des Menschen, da das Fleisch genau kontrolliert wird. In anderen Teilen der Welt sieht das anders aus.

Hat man sich einen Bandwurm eingefangen, verursacht der meist keine größeren Beschwerden. Obwohl die Parasiten mehrere Meter lang werden können, leben sie oft jahrelang unentdeckt im menschlichen Körper. Symptome wie leichte Bauch- oder Kopfschmerzen, Übelkeit und Eisenmangel sind möglich und fallen oft nicht weiter auf.

So können Sie vorbeugen

Gefährlicher ist die sogenannte Selbstinfektion. Wenn ein Mensch Bandwürmer in sich trägt, scheidet er deren Eier mit dem Stuhl aus. Nimmt er diese wieder auf – wegen schlechter hygienischer Verhältnisse – und schlüpfen die Larven noch in seinem Darm, können sie sich auch woanders im Körper ansiedeln. Dann können stärkere Beschwerden wie Sehstörungen, Schäden an der Muskulatur oder sogar Hirnhautentzündung auftreten.

Zur Vorbeugung sollte man darauf achten, Fleisch – vor allem außerhalb Europas – nur zu essen, wenn es gekocht oder durchgebraten ist. Dann sterben die Wurmlarven ab. Wer die Symptome bei sich bemerkt, sollte einen Arzt aufsuchen. Der verschreibt Medikamente, die die Bandwürmer abtöten.