9 Fakten über häufige psychotropische Medikamente, die Sie wissen müssen

Ein psychotropisches Medikament (Psychopharmaka) ist jedes Medikament, das die Chemikalien im Gehirn verändert und somit Auswirkungen auf Emotionen und Verhalten hat. Das Wort “psychotrop” kommt vom griechischen Wort psycho (Geist) und trop (Drehen), welche kombiniert auf die Fähigkeit den Geist zu verdrehen hinweisen. Mit diesen Medikamenten können eine Vielzahl von Zuständen behandelt werden, einschließlich Depressionen, bipolare Störung, Angstzustände, ADHS und Psychosen.

Während Psychopharmaka den Menschen helfen können, zu einem produktiven und erfüllten Leben zu zurückkehren, können sie auch schwere Nebenwirkungen haben und müssen sorgfältig von einem Arzt überwacht werden…

1. Benzodiazepine

Benzodiazepine (Benzos) sind eine Gruppe von Medikamenten, mit denen man Angst Schlaflosigkeit, Unruhe, Krämpfe, Muskelkrämpfe und Alkoholentzug behandelt. Diese Medikamente wirken, indem sie die Wirkung des Neurotransmitters Aminobuttersäure verbessern (GABA). Dies führt zu einer beruhigenden, angsthemmenden, antikonvulsiven und muskelentspannenden Wirkung.

Häufige Benzodiazepine sind Medikamente wie Diazepam, Oxazepam und Lorazepam. Sie können als kurz-, mittel- oder langfristiger Wirkstoff klassifiziert werden. Kurz wirksame Benzos werden verwendet, um Schlaflosigkeit zu behandeln, während länger wirkenden Medikamente gegen Angstzustände eingesetzt werden.

2. Monoaminoxidase-Hemmer

Monoaminoxidase-Hemmer (oder MAO-Hemmer bzw. Inhibitoren) sind eine Klasse von älteren Antidepressiva, welche die Dopaminspiegel im Gehirn beeinflussen. Sie erfordern eine sorgfältige Nahrungsüberwachung und -einschränkung, da sie gefährlich hohen Blutdruck verursachen, wenn sie mit bestimmten Lebensmitteln oder Medikamenten eingenommen werden.

Wein und Käse sind zwei Beispiele für Lebensmittel, die negativ mit MAO-Hemmern interagieren. Die am häufigsten verschriebenen MAO-Hemmer beinhalten Marplan, Nardil Emsam und Parnate.

3. Trizyklische Antidepressiva

Trizyklische Antidepressiva (TZA) wirken, indem sie die Konzentration von Serotonin und Noradrenalin erhöhen, während gleichzeitig die Wirkung von Acetylcholin blockiert wird. Dadurch wird der Chemikalienhaushalt im Gehirn wieder ausgeglichen und die Depression gelindert. TZAs werden auch zur Behandlung von Bulimie, Panikstörung, chronischen Schmerzen, Juckreiz, PMS, und Phantomschmerzen eingesetzt.

Eine der Nebenwirkungen von TZA bei Kindern und Jugendlichen kann eine erhöhte Suizidgefahr sein. Daher muss die Behandlung durch einen Arzt eng überwacht werden. TZA umfassen Elavil, Anafranil, Doxepin, Imipramin, Desipramin und Nortriptylin. Aufgrund der Tatsache, dass diese Antidepressiva viele Nebenwirkungen haben, werden sie nicht verschrieben, ohne vorher SSRIs (siehe nächster Punkt) versucht zu haben.

4. SSRIs

Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (oder SSRI) wirken speziell auf den Serotoninspiegel im Gehirn, um schwere Depressionen zu behandeln. Sie tendieren dazu, sicher zu sein und viel weniger Nebenwirkungen zu haben.

SSRIs werden zum Beispiel als sicherer als beispielsweise TZA oder MAIOs erachtet. Häufig verschriebene SSRIs sind Medikamente wie Prozac, Celexa, Luvox, Zoloft, Paxil und Lexapro.

5. Andere Anti-Depressiva

Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (SNRI) umfassen Cymbalta und Effexor XR. Eine Kategorie von Antidepressiva, die nicht mit sexuellen Nebenwirkungen in Verbindung gebracht werden, sind Noradrenalin und Dopamin-Wiederaufnahme-Hemmer (oder NDRIs).

Häufige NDRIs umfassen Wellbutrin und Aplenzin. Wellbutrin (oder Bupropion) wird meistens bei schweren Depressionen und saisonal affektiver Störung (SAD) verschrieben.

6. Atypische Anti-Depressiva

Dazu gehören Antidepressiva, die in keine andere Kategorie gehören, wie Trazadone, Remeron, Brintellix und Vilazodone.

Diese atypischen Antidepressiva haben beruhigende Wirkung und müssen daher vor dem Schlafengehen eingenommen werden. Dies ist besonders nützlich für Patienten mit Depressionen, die auch unter Schlaflosigkeit leiden.

7. Antipsychotika der ersten Generation

Antipsychotika der ersten Generation werden verwendet, um Schizophrenie und Psychose zu behandeln. Sie sind Antagonisten zu Dopamin D2 und können schwere, manchmal irreversible neurologische oder tödliche Nebenwirkungen haben. Unfreiwillige Muskelbewegungen des Gesichts und der Extremitäten (Spätdyskinesie) können mit Cogentin behandelt werden, können aber dauerhaft werden, wenn die Behandlung nicht überwacht wird.

Malignes neuroleptisches Syndrom ist eine weitere Nebenwirkung, die tödlich sein kann. Medikamente in dieser Klasse sind Haldol, Chlorpromazin (CPZ), Fluphenazin (Modecate), Perphenazine, Trifluoperazine und loxapine.

8. Antipsychotika der zweiten Generation

Diese modernen Medikamente haben in der Regel weniger schwere Nebenwirkungen als ältere Antipsychotika der ersten Generation. Dazu gehören Medikamente wie Abilify, Clozapin, Invega, Risperdal, Seroquel, Saphris, Zyrexa.

Antipsychotika der zweiten Generation haben weniger starke extrapyramidale Nebenwirkungen und verursachen seltener Spätdyskinesie, haben jedoch stärkeren Einfluss auf den Stoffwechsel, wie zum Beispiel Gewichtszunahme.

9. Spätdyskinesien (TD)

Das National Institute of Mental Health schätzt, dass 5 Prozent der Patienten, denen Antipsychotika verschrieben werden, Spätdyskinesien entwickeln, eine neurologische Erkrankung, die durch unwillkürliche Bewegungen des Gesichts und des Kiefers gekennzeichnet ist. Diese Störung wird bei Patienten mit Neuroleptika-Medikamenten für Schizophrenie, Psychose und bipolare Störung häufig beobachtet.

Bereits die Einnahme einer einzigen Dosis dieser Medikamente von einer gefährdeten Person, kann genug sein, um TD zu verursachen. Die Behandlung kann eine Reduktion oder Beendigung des psychotropischen Medikaments und/oder ein Rezept für Cogentin umfassen. Menschen, die Symptome von TD aufweisen, sollten medizinische Hilfe von ihrem Arzt aufsuchen.