7 Gerüchte rund um Bier

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Gerüchte bereichern unser Leben, sofern es sich um Klatsch und Tratsch handelt. Betreffen Gerüchte aber unseren Körper oder unsere Gesundheit, so können sie schnell gefährlich werden.

Insbesondere um Bier ranken sich Alltagsmythen und Gerüchte, von denen wir selten wirklich wissen, was dahinter steckt.

Meist ist es die deutsche Brauereilobby, die für Gerüchte sorgt, in denen Bier besonders gut dasteht.

Gerüchte und Gerüche: unser täglich Bier

„Hopfen und Malz – Gott erhalt’s“ ist ein Sprichwort, das schon die beiden Hauptzutaten von Bier nennt. Wobei das „Malz“ sich bei Bier nicht auf eine spezifische Stärkequelle bezieht, sondern aus verschiedenen Getreidesorten gewonnen werden kann: Roggen, Weizen, Mais, Gerste, Reis,…

Es gibt viele regionale Rezepte und Gebräuche, um Bier herzustellen. Sogar Kastanien werden vermalzt, um daraus Kastanienbier herzustellen!

Zur Herstellung von Bier werden also Malz, Wasser und Hopfen miteinander vermischt und zum Gären gebracht.

Dabei setzt Hefe die aus der Stärke im Malz gelösten Kohlenhydrate in Ethanol, also Alkohol und Kohlendioxid um.

Das Kohlendioxid sorgt später unter Druck im Fass oder der Flasche für das erfrischende Prickeln als Kohlensäure.

Je nachdem, welche Hefe verwendet wird entsteht eine andere Sorte Bier, die in „obergärig“ und „untergärig“ unterschieden werden. Die Gärung läuft nicht „unendlich“ weiter, sondern wird ab 12% durch das Absterben der Hefekulturen natürlich „gedeckelt“.

Mehr kann durch natürliche Gärung nicht erreicht werden, da ein höherer Alkoholgehalt die Alkohol produzierenden Hefepilze tötet.

Um alkoholfreies Bier herzustellen, gibt es zwei Verfahren. Entweder unterbricht man die Gärung bei einem maximalen Alkoholgehalt von 0,5% oder man entzieht dem fertigen Bier den Ethanol.

Je nach Verfahren enthält alkoholfreies Bier dennoch eine Restmenge Alkohol, die auf der Flasche angegeben werden muss.

Die Gerüchte, denen wir heute nachgehen möchten, beziehen sich alle auf alkoholhaltiges Bier, nicht auf alkoholfreies Bier. Wahr oder falsch?

Bier ist nahrhaft

Wahr und falsch. Bier ist reich an Kalorien, jedoch nicht an irgendwelchen Nährstoffen, die unser Körper braucht.

In Bayern wird Bier als Nahrungsmittel angesehen, was umstritten ist.

Richtig ist jedoch, dass Bier in der Ernährung leicht zu einer übermäßigen Kalorienzufuhr führt und somit zu nahrhaft ist.

Ersetzte Bier besser durch Lebensmittel mit gleicher Anzahl Kalorien, jedoch mit Vitaminen, Mineralstoffen und wichtigen Makronährstoffen.

Bier ist gut für die Knochen

Weder wahr noch falsch. Bier enthält keine Vitamine und als so gut wie einziges Mineral ist Kalzium enthalten.

Wie viel, das hängt davon ab, mit welchem Wasser das Bier gebraut wurde. So gibt es besonders kalziumreiches Wasser, welches dann auch den Kalziumgehalt im Bier ansteigen lässt – und umgekehrt.

Es kommt also ganz auf die Sorte an. Unabhängig davon: Das Kalzium kann nur in die Knochen eingebaut werden, wenn Vitamin D3 mitspielt. Und das gibt’s gratis von der Sonne.

Bier schützt vor Infektionen

Falsch. Gerüchte, nach denen Bier durch den Alkoholgehalt Magen-Darminfektionen vorbeugen soll, sind schlichtweg quatsch. Der Alkoholgehalt ist zu gering dafür.

Selbst ein Schnaps kann, vermischt mit Magensäure, wenig gegen einen Magen-Darmvirus oder verdorbene Lebensmittel im Magen ausrichten.

Bier rehydriert

Falsch. Bier enthält Alkohol und weil Alkohol ein Zellgift ist, wirkt es zellschädigend. Die Zellen trocknen aus.

Dass Bier die Nieren anregt, weißt du sicher aus eigener Erfahrung. Und der Kater nach zu hohem Bierkonsum kommt eben durch die austrocknende Wirkung.

Ein Bier nach dem Sport ist daher eine Strapaze für deinen Körper und keine geeignete Form, um ihn zu rehydrieren. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung distanziert sich deutlich von Bier als Getränk zu sportlicher Aktivität.

Bier ist gesund

Falsch. Wissenschaftsmedizinisch gilt als belegt, dass auch geringe Mengen Alkohol der Gesundheit schaden, das Krebsrisiko signifikant erhöhen und daher eventuelle gesundheitliche Nutzen von Bier durch die erwiesene Schädlichkeit von Alkohol zunichte gemacht werden.

Die Rechtslage ist ganz klar und eindeutig: Das Landgericht Berlin hat dem Deutschen Brauer-Bund e. V. (DBB) untersagt, mit positiven gesundheitsbezogenen Wirkungen von alkoholischen Getränken wie Bier zu werben.

Bier ist gut für die Haare

Wahr! Gieße einfach einen Rest Bier nach der Haarwäsche über deine Haare und trockne sie wie gewohnt. Der Geruch verschwindet beim Trocknen und dein Haar wird griffig und du brauchst keinen Festiger mehr!

Bier pflegt Holz

Wahr! Insbesondere Gartenmöbel aus Holz setzen unschönen Schmutz an, der nur schwer wieder zu entfernen ist.

Im Frühling hat sich oft über Winter eine Schmutzschicht gebildet, die recht hartnäckig ist. Versuche doch mit Bier, diesen Dreck zu entfernen!

Dazu tränkst du einen robusten Lappen mit Bier und reibst damit die Holzmöbel ab. Der im Gebräu enthaltene Alkohol verstärkt die Reinigungswirkung.